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Parketttrends 2015: Fischgrätmuster kehrt zurück, Weiß-, Grau- und Brauntöne sind „in“

(19.2.2015) Auf Domotex und BAU konnte man zu Beginn des Jahres erleben, wie viel­seitig sich der Parkettklassiker Eiche zu inszenieren weiß. Angesichts der steigenden Nachfrage nach natürlichen Holzoberflächen lassen die deutschen Hersteller kaum ei­nen Versuch aus, bei ihren Produkten die Ursprünglichkeit des Naturmaterials so gut wie möglich zu erhalten: Es werden ...

  • Oberflächen gebürstet, geschroppt, geräuchert und gekälkt,
  • Äste und Wurmlöcher herausgearbeitet,
  • natürliche Risse per Hand gekittet und anschließend
  • mit Naturölen High-End-Veredelungen vorgenommen.


Tabakgrauer Eiche-Schiffsboden mit dreidimensionaler Retro-Struktur - Foto: vdp/HARO (Bild vergrößern)

Dass jede Oberflächenbearbeitung und -behandlung ganz spezielle Auswirkungen mit sich bringt, ist im Sinne des Erfinders. Besonders oft anzutreffen sind in diesem Jahr Parkettböden mit gebürsteten Oberflächen. Durch die sorgfältige Bürstung der wei­chen Bestandteile des Holzes in Längsrichtung zur Maserung erhält die Oberfläche ei­ne spürbare Struktur und die härteren Bereiche wie die Jahresringe und die natürliche Maserung kommen dadurch besser zur Geltung. In Verbindung mit einer geölten Roh­optik kann so beispielsweise eine klassisch-elegante Struktur realisiert werden.

Wenn die Holzoberfläche gar gebürstet, kerngeräuchert und gekalkt wird, sorgen die entstandenen dunklen Brauntöne für einen spannenden Kontrast. „In Kombination mit einem kühlen Grau, einem warmen, weißcremigen Farbton oder einem ästhetischen Nussbaum-Farbton wirken die Böden wiederum ganz anders und interpretieren den un­verwechselbaren Charakter der Eiche ganz individuell“, erläutert Michael Schmid, Vor­sitzende des Verbandes der Deutschen Parkettindustrie (vdp).

Ein weiterer Hingucker auf den Messen war ein Schiffsboden mit dreidimensionaler Op­tik. Bei diesem sorgen hervorgehobene Astanteile, eine starke Strukturierung und eine um jede einzelne Lamelle verlaufende Fase für eine auffällige Einzelstaboptik, die der von klassischem Stabparkett entspricht (Bild oben).

Das gute alte Fischgrätmuster kehrt zurück

Weiterhin äußerst beliebt sind extralange und -breite Formate, mit denen Räumen ein großzügiger Gesamteindruck verliehen werden kann. Beispielhaft sind hier Landhaus­dielen mit Breiten von 240 mm und Längen von drei bis vier Metern zu nennen, die al­lerdings noch deutlich größer ausfallen können.

Ganz klammheimlich drängt sich unterdessen ein guter alter Bekannter bei den Verle­gemustern ins Rampenlicht: „Hier scheint sich eine Renaissance des klassischen Fisch­grät-Parketts abzuzeichnen. Dabei können die einzelnen Elemente durchaus größer als bislang ausfallen. Man merkt schon ein wenig, dass sich manche an dem seit Jahren angesagten Landhausdielen-Look langsam satt sehen“, erklärt Schmid:

Bild aus dem Baulinks-Beitrag „Renaissance des Fischgrät-Parketts von Hain XL-mäßig und pflegeleicht interpretiert“ vom 19.5.2015

Farben: Von Weiß- und Grautönen über Beige bis zu Braun

In der Farbpalette dominieren in diesem Jahr vor allem authentische, matte und sanf­te Naturtöne – diese reichen von verschiedenen Weiß- und Grautönen, über Beige- und Cremefarben, bis hin zu warmen Brauntönen. Diese Farben sollen dazu beitragen, den natürlichen Charakter des Holzes zu unterstreichen und eine wohnliche Atmos­phäre in den Raum zu zaubern. Dabei wissen auch nicht alltägliche Farbtöne wie Ca­ramel oder ein sandiges Gelb mit ihrem Charme zu überzeugen. Wer es extravagant wünscht, kann sich für einen in Gold oder Silber gekalkten Boden aus Räuchereiche entscheiden, bei dem speziell entwickelte Naturöle für einen luxuriösen Metallic-Ef­fekt sorgen.

Technische Innovationen machen das Original widerstandfähiger

Obgleich die Nachfrage nach natürlichen Oberflächen nach wie vor groß ist, wollen sich viele Endverbraucher nicht so recht mit der notwendigen fachgerechten Pflege auseinandersetzen. Dank neuer Technologien ist es aber mittlerweile gelungen, die Holzoberflächen bemerkenswert widerstandfähig zu machen, ohne dass sie dabei ihr unbehandeltes und natürliches Aussehen einbüßen: Durch das Aufbringen eines un­sichtbaren mehrschichtigen Lackes wird die Oberfläche vollständig und dauerhaft ge­schlossen, womit das Eindringen von Schmutzpartikeln und Flüssigkeiten verhindert wird. Solch veredelte Oberflächen bewahren den natürlichen Charme des Bodens und sind von unbehandeltem Holz kaum zu unterscheiden.

Auch in puncto Akustik sind neue Maßnahmen zur Reduzierung des Trittschalls ergrif­fen worden. Mittels einer speziellen Matte, die unterseitig am Parkett angebracht wird und gleichzeitig zur Entkoppelung und Dämpfung dient, kann der Wert um bis zu 15 Dezibel beziehungsweise um 70 Prozent verringert werden. „Diese Produktvorstellun­gen und Entwicklungen demonstrieren deutlich, mit welcher Innovationskraft sich die deutschen Parketthersteller für die Zukunft aufstellen“, schließt Schmid.

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