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Rohölreserven auf Rekordniveau

(3.2.2003) Mit 164,5 Milliarden Tonnen erreichten die gesicherten weltweiten Rohölreserven einen neuen Höchststand. Nach Angaben des "Oil & Gas Journal" ist diese Erhöhung wesentlich darauf zurückzuführen, dass nun ein Teil der in den kanadischen Alberta-Ölsanden enthaltenen Schweröl-Vorkommen mit vorhandener Technik und zu Preisen von 2002 gewinnbar sind. Kanada ist damit nach Saudi-Arabien das Land mit den zweithöchsten Rohölreserven der Welt.

Die weltweiten Ölreserven Stand: 1.1.2003; Angaben in Milliarden Tonnen
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Quelle: Mineralwirtschaftsverband e.V., Energie Informationsdienst (eid), Oil & Gas Journal

Die weltweit bestätigten Rohölreserven zu Anfang 2003 - das sind nur jene, die mit konventioneller Technik zu heutigen Preisen gewinnbar sind - reichen nach dem Stand des derzeitigen Welt-Erdölverbrauchs nunmehr für 50 Jahre. Hinzu kommen weitere vermutete und mit komplizierterer Technik gewinnbare Ölvorkommen in einer Grössenordnung von rund 100 Milliarden Tonnen.

Zur langfristigen Bewertung der Versorgungssicherheit müssen jedoch nicht nur die sicheren Reserven, sondern auch die so genannten Ressourcen berücksichtigt werden. Dazu zählen bei Erdöl auch alle nicht-konventionellen Rohölvorkommen wie Schweröl, Ölsande und Ölschiefer, die zurzeit noch nicht überall wirtschaftlich gefördert werden können. Die andauernden Fortschritte bei der Fördertechnik sind freilich am Beispiel der kanadischen Ölsand-Vorkommen gut zu beobachten: Während zu Beginn ihrer Erschließung vor 20 Jahren die Förderkosten noch bei 17,50 US-Dollar pro Barrel lagen, sanken sie inzwischen auf unter 8 Dollar. Denn mittlerweile wird das Öl aus den Sanden nicht nur im Tagebau, sondern auch unterirdisch per Dampf-Injektion gewonnen. Schon heute stammen fünf bis zehn Prozent der weltweiten Jahres-Rohölförderung aus nicht-konventionellen Quellen.

Bezieht man also die Ressourcen in die Rechnung mit ein, wird klar, dass die Erdölvorräte auch in einigen hundert Jahren noch nicht erschöpft sein werden. Die Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) schätzt das theoretische Potenzial der nicht-konventionellen Rohölvorkommen auf insgesamt rund 2600 Milliarden Tonnen. Nach heutigen technischen Maßstäben gelten davon bereits gut 210 Milliarden Tonnen für gewinnbar. Zum Vergleich: der Welt-Erdölverbrauch betrug im vergangenen Jahr rund 3,3 Milliarden Tonnen.

Auf lange Sicht kalkulieren können Ölheizungsbetreiber übrigens auch beim Preis. Die meisten Ölprognosen gehen davon aus, dass der reale Ölpreis im Jahr 2020 zwischen 20 und 25 Dollar liegen wird. Damit dürfte Erdöl auch in Zukunft ein wettbewerbsfähiger Energieträger bleiben. "Dass die Verbraucherpreise für Mineralölprodukte deutlich höher liegen, ist auf die hohen Steuern zurückzuführen", erklärt der Mineralölwirtschaftsverband (MWV). Besonders nachvollziehbar wird diese Differenz etwa beim Kraftstoff fürs Auto: Während im Jahr 2001 der internationale Rohölpreis im Schnitt bei knapp 25 Dollar pro Barrel lag, kassierte der deutsche Fiskus beim Benzin laut MWV umgerechnet mehr als 100 Dollar pro Barrel an Steuern.

Für eine langfristig sichere Versorgungslage von Heizöl und anderen Mineralölprodukten spricht nicht zuletzt auch die Diversifizierung der Lieferländer. Heute wird nur noch knapp ein Fünftel des deutschen Rohölbedarfs aus OPEC-Quellen gedeckt. Der überwiegende Teil unseres Rohöls, in 2002 waren es zwei Drittel, stammt aus Russland, Norwegen und Großbritannien. An der gesamten Welt-Erdölförderung waren die OPEC-Staaten im letzten Jahr mit 38,2 Prozent beteiligt.

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