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TÜV Tipp: Einbruchsicherheit - Ruck, zuck durch die Tür

(12.10.2003) Alle vier Minuten wird in Deutschland eingebrochen, so die neueste Polizeistatistik, die im vergangenen Jahr mehr als 130.000 Einbrüche registrierte. Betroffen sind dabei nicht nur Villen und einsam gelegene Gebäude, sondern vielfach "normale" Einfamilien- und Reihenhäuser sowie Etagenwohnungen. Die Diebe schreiten dabei recht ungeniert tagsüber, bevorzugt zwischen 10 und 14 Uhr, zur Tat. Beliebtester Einstieg: Haus-, Balkon- und Terrassentüren.

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Entscheidende fünf Minuten: Zeit spielt bei Einbrüchen eine entscheidende Rolle! Diebe suchen immer den einfachsten und schnellsten Zugang, um das Entdeckungsrisiko zu mindern. Benötigen die Einbrecher länger als fünf Minuten, um in Haus oder Wohnung zu gelangen, lassen sie meist von ihrem Vorhaben ab, so die Erkenntnisse der Polizei. Eine gute Tür- bzw. Fenstersicherung, die ein mechanisches Aufhebeln erschwert, kann also durchaus den Einbruch vereiteln. Während ein leichter Rückgang der Einbrüche insgesamt registriert wurde, steigt die Zahl derjenigen Fälle bei denen es beim Einbruchsversuch blieb, da eine entsprechende Sicherung das Aufbrechen des Zugangs verhinderte. Doch woran erkennt der Laie gute einbruchhemmende Produkte und worauf sollte er beim Kauf achten? TÜV Product Service gibt hierzu einige Tipps:

  • Nicht ohne Prüfzeichen

Ob Türen, Beschläge, Riegel usw. tatsächlich so sicher sind, wie die Bedienungsanleitung versprechen, ist für den Laien kaum erkennbar. Verwendete Materialien und die Verarbeitung spielen hier eine große Rolle. "Eine wichtige Orientierungshilfe geben vor allem Prüfsiegel und Schutz-klassen", erklärt Edgar Harnisch von der TÜV Product Service GmbH. DIN-Zeichen, TÜV-Oktagon und / oder VDS-Zeichen weisen Produkte aus, die umfangreich auf die Widerstandsfähigkeit bei mechanischer Manipulation geprüft wurden. Zusätzlich sind die Produkte in bestimmte Schutzklassen eingeteilt, die angeben, wie hoch der Widerstandsfaktor ist. Einfache Türen und Fenster z. B. können meist leicht in Sekundenschnelle mit einem Brecheisen ausgehebelt werden. "So empfiehlt sich beispielsweise für Haus- oder Nebeneingänge eine Tür mit Widerstandsklasse 6 (extrem einbruchhemmend). Das bedeutet, die Tür hat ein verstärktes Türblatt, verstärkte und verankerte Schließbleche, eine Bändersicherung, ein spezielles Schließsystem, Mehrfachverriegelung und einen Schutzbeschlag mit Ziehschutz oder ziehgeschütztem Zylinder, die ein Aufbrechen erheblich erschweren", rät der TÜV-Experte.

An Haustüren dürfen z.B. am Schließblech keine Schrauben an der Außenseite vorhanden sein, die einfach losgedreht werden können. Sollen Türen zusätzlich gesichert werden, bieten auch Querriegelschlösser einen guten Schutz.

  • Schwachpunkt Fenster

Selbst geschlossene Fenster sind für Einbrecher kein Problem. Eher selten werden die Scheiben eingeschlagen, viel häufiger hebeln die Diebe Fenster einfach mit einem Schraubenzieher aus. Selbst abschließbare Griffe bieten dagegen keinen Schutz. Gerade bei Balkon- oder Terrassentüren sollten Fenstertüren mit einbruchhemmenden Beschlägen gewählt werden. Bei bestehenden Türen empfiehlt sich die Nachrüstung mit entsprechenden Sicherheitsbeschlägen mit Schließteil und Pilzzapfen, die in die Schließteile eingreifen. Auch bei Sicherungssystemen für Fenster sollte auf die Kennzeichnung mit DIN-Zeichen, TÜV-Oktagon und / oder VDS-Zeichen sowie eine ausreichend hohe Schutzklasse geachtet werden. Allerdings ist nicht jede Zusatzsicherung gleichermaßen für alle Fenster und Fenstertüren geeignet. Am besten lassen sich Wohnungs- und Hausbesitzer im Fachhandel beraten, um die passenden Produkte aus dem umfangreichen Angebot auswählen zu können. Tipps und Informationen zur Haus- / Wohnungssicherung gibt es auch bei den kriminalpolizeilichen Beratungsstellen, die zudem individuelle Beratungen durchführen.

Die in Deutschland gültigen Widerstandsklassen für Schutzbeschläge nach DIN 18257: ES 0, ES I, ES II, ES III:

  • ES 0 = gering einbruchhemmend
  • ES III = extrem einbruchhemmend

Die in Deutschland gültigen Wiederstandsklassen für Bauteile z. B. Türen nach DIN V ENV 1627: WK 1, WK 2, WK 3, WK 4, WK 5, WK 6.

  • WK 1 = gering einbruchhemmend
  • WK 6 = extrem einbruchhemmend

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