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IFH Köln erwartet mittelfristig eine Stagnation im Wohnmöbelmarkt

(16.3.2020) 2019  hat der Wohnmöbelmarkt - ebenso wie der Einrichtungsbedarf insgesamt - ein überraschendes und gleichzeitig beeindruckendes Ergebnis erreicht: Für Wohnmöbel haben die Verbraucher laut IFH Köln 1,8% mehr ausgegeben als im Vorjahr. Das Gesamtmarktvolumen ist damit auf 20,55 Mrd. Euro gestiegen. Auch der Einrichtungsbedarf inklusive aller Randsortimente verzeichnete eine unerwartete Steigerung auf 47,03 Mrd. Umsatz, was einen Zuwachs von 1,2% bedeutet.

„Die Einrichtungsdistribution befindet sich 2020 in einer entscheidenden, richtungsweisenden Phase. Die vor Jahresfrist erwartete Abwärtstrendverfestigung ist mit den steigenden Umsätzen damit zunächst einmal vom Tisch. Analog zur gesamtwirtschaftlichen Situation, bei der die private Nachfrage ihre Rolle als konjunktureller Treiber bestätigt, gilt auch für den Möbelmarkt eine mehr als robuste Verfassung des Privatkonsums“, resümiert Uwe Krüger, Senior Consultant am IFH Köln, in einer Pressemitteilung vom 12. März - also wohl schon mit Blick auf die Coronavirus-Krise.

Fachhandel als Gewinner

2019 konnte sich der Fachhandelsmarktanteil mit einem Sprung auf 79,9% ausweiten. Das ist angesichts des Top-Niveaus von 18,4 Mrd. Euro Umsatz schwer zu steigern und ein bemerkenswert gutes Ergebnis. Im Detail relativiert sich allerdings die bequem erscheinende Lage: Die Marktanteile gehen vor allem an Möbelfilialisten und Küchenspezialisten. Der Fachhandelsrest bleibt mit ±0 unverändert.

Vertriebsstruktur polarisierend

Weiter auf dem Vormarsch befindet sich auch der Onlinevertrieb im Geschäftsfeld Home & Interior insgesamt, welcher gepaart mit den erstarkenden drei Marktführern zunehmend Druck auf den stationären Handel ausübt. Im letzten Jahrzehnt verlor der Offline-Möbelhandel 13,4 Punkte und verzeichnet aktuell bezogen auf die vergangenen fünf Jahre einen Verlust von 11,6 Punkten. Fünf Jahre weiter in der Prognose bis 2024 dürfte der stationäre Möbelhandel nochmals verlieren, diesmal aber nur noch um einstellige 9,7 Punkte.

„Die Digitalisierung nimmt zu - aber nicht nur durch Pure Player, sondern auch der stationäre Fachhandel profitiert von Omnichannel-Ansätzen. Und auch die Konzentration scheint - nicht zuletzt durch das Wirken des Bundeskartellamtes – gebremst. Dennoch darf dies nicht dazu führen, dass sich die Entscheider der zumeist mittelständischen Möbelunternehmen zurücklehnen“, so Sebastian Deppe, Mitglied der Geschäftsführung der BBE Handelsberatung.

Diese und weitere Zahlen zur Möbelbranche lieferte der neue „Branchenfokus Möbel“ vom IFH Köln und der BBE Handelsberatung.

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