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Biologisch abbaubare Designer-Hängeleuchte aus dem 3D-Drucker

(19.11.2020) Trilux hat den Prototyp einer biologisch abbaubaren Parelia LED vorgestellt: Neben den Gehäuseschalen werden auch Teile der diffusen Optik aus Poly-Milchsäure PLA hergestellt - einem nachhaltigen Rohstoff, der sich umweltfreundlich aus Maisstärke gewinnen lässt und am Ende des Produktlebenszyklus vollständig biologisch abbaubar sein soll. Derzeit testet Trilux den Prototypen unter realen Betriebsbedingungen.

Frisch aus dem 3D-Drucker in den Praxistest: Die PLA-Parelia wird im Trilux-Lichtcampus in Köln unter realen Betriebsbedingungen getestet. (Fotos © Trilux) 

Motivation: Nachhaltigkeit

Nachhaltigkeit wird zu einem immer wichtigeren Auswahlkriterium bei der Entscheidung für zukunftsfähige Beleuchtungssysteme. Ein Grund: Green Building Zertifizierungsstandards wie BREEAM, LEED oder DGNB berücksichtigen die Nachhaltigkeit der Beleuchtung bei der Zertifizierung des Gesamtgebäudes. Der erreichte Score spielt eine zentrale Rolle bei der Vergabe von Fördermitteln und der Akquise von Mietern. Neben Energieeffizienz und Lebensdauer der Leuchten fließen auch Faktoren wie Lichtmanagement, Ressourceneinsatz und Abfall-Aufkommen in die Bewertung der Beleuchtung ein.

Im Rahmen einer Materialrecherche suchte Trilux gemeinsam mit dem Architekturbüro GRAFT einen umweltfreundlichen nachwachsenden Rohstoff als Alternative für die klassischen, kunststoffbasierten Leuchtenkörper. Er sollte vergleichbare Qualitätsstandards erfüllen und am Ende des Produktlebenszyklus vollständig biologisch abbaubar sein.

Kompostierbarer Thermoplast – Polymilchsäure als PMMA-Alternative

Ein aussichtsreicher Kandidat: Polymilchsäure (PLA, Poly Lactat Acid). Das synthetische Polymer lässt sich umweltfreundlich aus Maisstärke gewinnen und verspricht ...

  • eine geringe Feuchtigkeitsaufnahme und Flammbarkeit sowie
  • eine hohe UV-Beständigkeit, Farbechtheit und Biegefestigkeit.

Der größte Vorteil von PLA im Vergleich zu klassischen Kunststoffprodukten ist die biologische Abbaubarkeit. Unter industriellen Kompostierungsbedingungen soll sich das Material bereits innerhalb weniger Monate vollständig zersetzen. Außerdem eignet sich der biokompatible Thermoplast zur Herstellung des Leuchtenkörpers im 3D-Druckver­fahren.

Parelia LED als PLA-Prototyp

Um die Tauglichkeit des neuen Werkstoffs unter realen Konstruktionsbedingungen zu untersuchen, entschied sich Trilux bewusst für einen anspruchsvollen PLA-Prototypen: Die Parelia LED Hängeleuchte ist ein technisch und konstruktiv anspruchsvolles Modell. Gleichzeitig wurde die Leuchte bereits mehrfach für das exzellente Design ausgezeichnet. Eine Besonderheit ist ihre spezielle Lichttechnik, die blendfreies und bauachsenparalleles Licht ermöglicht - siehe auch  Light+Building 2018-Bericht „Parelia LED speziell für achsparallele Office-Beleuchtung neu von Trilux“.

„Wir haben uns die Arbeit mit der Parelia LED als PLA-Prototypen bewusst schwer gemacht, nach dem Motto: Wenn es hier funktioniert, klappt es auch mit allen anderen Leuchten“, erklärt Felix Götze, der das Projekt als Industriedesigner bei GRAFT betreute.

Derzeit wird der PLA-Prototyp im Trilux Licht Campus Köln unter realen Betriebsbedingungen untersucht. „Unser Ziel ist es, die hohen lichttechnischen und ästhetischen Ansprüche an eine Architektur-Lösung mit einer neuen Nachhaltigkeit zu verbinden. Mit dem Parelia-PLA-Prototypen setzen wir neue Impulse in Sachen Umweltverträglichkeit und werden unserem Ruf als Innovationstreiber gerecht“, erklärt Katrin Discher, Nachhaltigkeitsmanagerin bei Trilux.

Weitere Informationen zur Parelia LED können per E-Mail an Trilux angefordert werden.

siehe auch für zusätzliche Informationen:

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