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Neu: DGNB Zertifizierung für nachhaltige Baustellen


  

(13.7.2021) Die Deutsche Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen (DGNB) hat ein neues Zertifizierungssystem für nachhaltige Baustellen entwickelt. Die ersten Auszeichnungen wurden im Rahmen des Tags der Bauindustrie am 10. Juni 2021 virtuell übergeben. Als Planungs- und Managementtool hilft die Zertifizierung bei der Qualitätssicherung und Risikominimierung auf der Baustelle. Im Fokus stehen dabei ...

  • der Ressourcenschutz,
  • Gesundheit und Soziales sowie
  • die Kommunikation mit der lokalen Öffentlichkeit.

Die Zertifizierung gibt es sowohl für Hoch- als auch für Tiefbauprojekte und wird prozessbegleitend während der gesamten Baustellenabwicklung angewandt. Zielgruppe des neuen Angebots sind Bauherren, Kommunen und Bauunternehmen.

„Beim nachhaltigen Bauen geht es nicht nur um das Ergebnis, sondern auch um den Weg dahin“, betont Johannes Kreißig, Geschäftsführender Vorstand der DGNB. „Deshalb ist es wichtig, die Baustellen so zu planen und abzuwickeln, dass auf diesen verantwortungsvoll mit Ressourcen umgegangen wird, sie für die dort arbeitenden Menschen möglichst sicher sind und die negativen Einflüsse auf die Umgebung minimiert werden.“

Das neue DGNB-System für nachhaltige Baustellen setzt hier an. Die Zertifizierung ist auf den Baustellenprozess und die Umsetzung für die Dauer der Baumaßnahme ausgerichtet. Betrachtet werden sämtliche Arbeiten, die bei der Erstellung, Instandsetzung oder Änderung von baulichen Anlagen erfolgen. Die Beurteilung der Baustelle erfolgt auf Grundlage von Nachweisen, die vor Beginn und während der Umsetzung bis zur Inbetriebnahme des Bauwerks in abgestimmten Intervallen überprüft werden.

Grafik © Deutsche Gesellschaft für nachhaltiges Bauen 

Zertifikat ohne Abstufungen

Die Grundlage der Auszeichnung bildet ein DGNB-Vorzertifikat, das zu Projektbeginn erworben wird und die wesentlichen Vorgaben für das Baustellenmanagement festlegt. Nach erfolgreicher Abwicklung und bei kontinuierlicher Einhaltung der Nachhaltigkeitsanforderungen wird das DGNB Zertifikat für nachhaltige Baustellen vergeben. Dabei gibt es - anders als bei anderen Varianten der DGNB Zertifizierung - in der Bewertung keine Abstufungen in Platin, Gold und Silber.

Fünf Kriterien der Zertifizierung

Der ganzheitliche Nachhaltigkeitsansatz, wie ihn die DGNB seit jeher verfolgt, bildet auch die Grundlage der Zertifizierung für nachhaltige Baustellen. Über fünf Kriterien werden die wesentlichen Indikatoren abgebildet, die zu einer möglichst hohen Nachhaltigkeitsqualität einer Baustelle beitragen. Einige davon sind verpflichtend als Mindestanforderung von allen Projekten zu erfüllen.

Das Kriterium „Baustellenorganisation“ ist eine solche Mindestanforderung. Darin definiert werden wesentliche Vorgaben zur Baustellenplanung und deren Fortschreibung über diverse Leistungsphasen hinweg, von der Vorplanung bis zur Objekt- und Bauüberwachung. Gefordert sind Ablauf- und Zeitpläne sowie ein Sicherheits- und Gesundheitsschutzplan. Hinzu kommen Maßnahmen zur Vermeidung der Belastung der lokalen Umwelt. Dabei geht es um Konzepte für eine lärm-, staub- und abfallarme Baustelle, den Boden- und Grundwasserschutz sowie eine umwelt- und anwohnerorientierte Logistik.

Ein Aspekt im Kriterium „Ressourcenschutz“ bezieht sich auf die Ressourceneinsparung und Emissionsminderung in Bezug auf die genutzte Energie. Zur Förderung des Klimaschutzes wird der Einsatz erneuerbarer Energie ebenso positiv bewertet wie die Nutzung umweltgerechter Transportmittel. Die Wiederverwendung und -verwertung von Baumaterialien steht ebenfalls im Fokus - z.B. über eine aktive Beeinflussung der Verwertungs- und Entsorgungswege. Zudem wird der Wasserverbrauch im Rahmen der Zertifizierung adressiert.

Im Kriterium „Gesundheit und Soziales“ stehen die arbeitenden Personen auf der Baustelle im Mittelpunkt. Hierzu zählt das Thema Gesundheitsprävention, bei dem es neben der allgemeinmedizinischen Vorsorge auch um Maßnahmen im Falle eines besonderen Anlasses wie der aktuellen Corona-Pandemie geht. Ein Arbeits- und Sicherheitsplan für die Bauhauptgewerke sowie eine Gefährdungsbeurteilung durch die beauftragten Unternehmen sind weitere Indikatoren. Auch die projektinterne Kommunikation, z.B. in Bezug auf Mehrsprachigkeit, ist angesprochen. Hinzu kommen Aspekte wie die Arbeitsplatzqualität oder die Absicherung der Sozialleistungen für alle Beteiligten.

Maßnahmen zur Information der Anwohner und des Gewerbes in der unmittelbaren Umgebung sind Kern des Kriteriums „Kommunikation mit der lokalen Öffentlichkeit“. Dabei geht es um die Zeit vor dem Start der Baustelle wie auch um die prozessbegleitende Kommunikation. Besonderer Wert gelegt wird auch auf das Erscheinungsbild der Baustelle für die Öffentlichkeit. Positiv bewertet wird, wenn eine digitale Informationsplattform bereitgestellt wird.

„Qualität der Bauausführung“ ist das fünfte und letzte Kriterium der Zertifizierung. Hier werden etwa ein Planverwaltungsmanagement, eine Schnittstellenkoordination oder ein Verbesserungsmanagement positiv bewertet. Die Nutzung einer App auf der Baustelle oder der Einsatz intelligenter Maschinensteuerung fließen in das Zertifizierungsergebnis ein. Im Fokus sind die Qualitätssicherung der verwendeten Bauprodukte sowie Detailthemen wie die Schimmelpilzprävention.

siehe auch für zusätzliche Informationen:

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