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"Pre Fair" verspricht ein Ende des Preiskriegs auf den Baustellen

(6.6.2003) "Wir brauchen einen Paradigmenwechsel auf den Baustellen." - davon ist der Vorsitzende der Hochtief Construction AG, Friedel Abel, fest überzeugt. Es geht um den "Krieg auf den Baustellen", bei dem Investoren und Auftragnehmer mit allen möglichen Tricks versuchen, sich gegenseitig über den Tisch zu ziehen:

  • Der Auftraggeber versucht, so viel Mängelrügen wie möglich zu sammeln, um in der Endabrechnung einen Preisnachlass zu erzwingen.
  • Der Bauunternehmer wiederum organisiert sich möglichst viele Änderungsaufträge, die das Projekt nahezu unkontrolliert verteuern.

Durch diesen fast rituellen Kleinkrieg werden regelmäßig

  • die Baukosten überzogen,
  • Verdienstspannen zunichte gemacht,
  • erhebliche Baumängel vorprogrammiert und
  • Terminverzögerungen geradezu organisiert.

Darunter leiden tun beide Seiten - aber auch ändern könnennur beide Partner gemeinsam! "Als ich vor einigen Jahren zu unserem Unternehmen kam, beschäftigten wir vier Anwälte. Inzwischen sind es 38", macht Abel diese bedenkliche Situation deutlich.

Die Hochtief Construction AG hat vor diesem Hintergrund ein neues Vertragsmanagement entwickelt, das den beschriebenen Krieg auf der Baustelle beenden soll: Unter dem Namen "Pre Fair" ist es auf Baustellen im ganzen Bundesgebiet in die Erprobungsphase.

Die Grundzüge dieses neuen Systems erläutert Bernhard Bürklin, Vorstandsmitglied der Hochtief Construction AG:

  • Der Grundgedanke des neuen Konzepts besteht darin, dass bereits in der Planungs-Phase mit dem Investor zusammengearbeitet wird. Damit können vor der eigentlichen Auftragsvergabe bauunternehmerische Erfahrungen eingebracht und Risikofaktoren identifiziert werden. - In dieser Phase sollen sich noch rund 90 Prozent der Kosten beeinflussen lassen. Ist die Planung dagegen erst einmal abgeschlossen und der Bauauftrag erteilt, sei das nur noch bei zehn Prozent der Kosten möglich.
  • Nach Abschluss der Planungsphase kann der Investor die erbrachten Planungsleistungen honorieren und den Auftrag konventionell ausschreiben. Andererseits kann der Auftrag natürlich auch direkt an den beratenden Bauunternehmer erteilt werden - laut Hochtief sei die direkte Beauftragung auch der bessere Weg, denn "der Auftragnehmer kennt jetzt bereits alle Risiken sowie Details und kann nicht mehr mit Änderungsforderungen kommen. Er konnte seine Technik frühzeitig bereitstellen oder Kooperationspartner suchen. Nach unseren Erfahrungen wird damit die Bauzeit um mehrere Monate verkürzt", erklärt Bürkert.

Nach dem Hochtief-Modell können die Vertragspartner zwischen verschiedenen Vertragsarten wählen: Neben dem traditionellen Pauschalvertrag lassen sich Maximalpreisverträge oder einen Budgetverträge vereinbaren. Werden die geplanten Kosten dann unterschritten, teilen sich Investor und Bauunternehmer die Einsparungen.

Der große Vorteil dieses Konzepts besteht darin, dass die geplanten Kosten tatsächlich eingehalten werden (können). Dieser Aspekt wird für Investoren immer wichtiger: "Immer mehr Objekte werden heute von Fondsträgern errichtet. Bei einer Überschreitung der Kosten müssen sie von ihren Anlegern Geld oder von den Banken höhere Kredite nachfordern - und die bestrafen solche Fehler", weiß Friedel Abel. Der Vorstands-Chef der Hochtief Construction AG ist somit von den Vorzügen des neuen Konzeptes fest überzeugt: "Unsere Tochter in den USA wickelt bereits mehr als 75 Prozent aller Aufträge nach dem PreFair Modell ab". Er sieht jedoch auch die Grenzen, die diesem Konzept in Deutschland noch gesetzt sind: "Bei Aufträgen der öffentlichen Hand ist das Modell kaum anwendbar, da hier das Ausschreibungsverfahren zwingend vorgeschrieben ist."

Möglicherweise kann dieses PreFair-Konzept ja auch Schwung in die Diskussion um die Honorarordnung für Architekten und Bauingenieure (HOAI) bringen!?

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