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PopUp-GreenFlexStudios: Studentenwohnheim „To Go“ in Passivhausweise in Wien

(25.10.2015) Bezahlbarer Wohnraum ist in vielen Städten und Gemeinden knapp. In Wien wurde nun ein Studentenwohnheim vorgestellt, das viel Potential zur Nachah­mung hat.


Fotos: Passivhaus Institut

Das aus vorgefertigten Wohngruppen bestehende Wohnheim lässt sich in wenigen Ta­gen etwa auf temporären Brachflächen aufstellen. Wird das Grundstück dann wieder gebraucht, lässt es sich an einen anderen Ort bringen. Das Modellprojekt erreicht zu­dem Passivhaus-Standard und das Konzept ist auch anderweitig einsetzbar - etwa für nachhaltige Flüchtlingsunterkünfte.

„In weltrekordverdächtig kurzer Bauzeit von nur einer Woche wurde ansprechender Wohnraum für 40 Studenten geschaffen", erklärt Günter Lang, der als Berater an dem Projekt beteiligt war. „Das Gebäude zeigt deutlich, dass auch bei temporären Lösun­gen nicht an der Qualität gespart werden muss.“


Die „PopUp-GreenFlexStudios“ im neuen Wiener Stadtteil Seestadt Aspern bestehen aus zehn Wohngruppen, die ein Atrium umschließen. Die Baukosten lagen mit 1.140 Euro/m² Bruttogeschossfläche weit unter dem örtlichen Durchschnitt. Für ein Zimmer zahlen Studenten 350 Euro pro Monat, inklusive Nebenkosten.

Initiator des im September fertiggestellten Projekts war Christoph Chorherr, Planungs­sprecher der Wiener Grünen. Hintergrund war der akute Mangel an erschwinglichen Grundstücken für den Bau von Studentenwohnheimen. Angesichts des aktuellen Be­darfs an zusätzlichem Wohnraum auch für Flüchtlinge betont der Politiker in seinem Blog aber die Vielseitigkeit des Konzepts. Auch Lang, der sich als Leiter des Netz­werks Passivhaus Austria für mehr Energieeffizienz im Bausektor einsetzt, sieht hier großes Potenzial für günstige und doch qualitätsvolle Lösungen.


Der überdachte, 250 m² große Innenhof dient als Gemeinschaftsraum des Gebäudes. Hier befinden sich ein Sitz- und Loungebereich sowie Waschraum und Küche. Die Be­lichtung erfolgt über Kuppeln im Dach. Jede Wohngruppe verfügt über vier Zimmer so­wie zwei Bäder und einen zusätzlichen Gemeinschaftsraum mit Miniküche. Neben der architektonischen und bautechnischen Qualität weist auch das kompakte Energie- und Haustechnikkonzept einige Innovationen auf: Jede der zehn Wohngruppen ist für sich völlig autark konzipiert.

„Während konventionelle soziale Wohnbauten mit Förderung mit einem Heizwärmebe­darf von 25 bis 40 kWh/m²a in Wien bei Baukosten von 1.450 Euro/m² liegen, konnte dieses Studentenwohnheim mit einem Heizwärmebedarf von nur 15 kWh/m²a zu 1.140 Euro/m² realisiert werden – inklusive sommerlichem Sonnenschutz“, berichtet Lang. „Es widerlegt somit eindrucksvoll alle Vorurteile, dass sich Energieeffizienz nicht rech­nen würde.“

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