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Geprüfte Gläser für Anti-Panik-Türen sowie RC5-Systeme

(5.10.2016) Bei Türen in öffentlichen Gebäuden, die innerhalb von Flucht- und Ret­tungswegen verbaut sind und auch als Anti-Panik-Türen bezeichnet werden, sollte Glas mit einbruchhemmenden Eigenschaften verbaut werden. Wirklich wirksamen Schutz bieten Panzer- oder Verbund-Sicherheitsgläser. Die Vorgaben für das Glas sind in der Europäischen Norm EN 356 definiert, die vorgibt, wie diese Gläser geprüft werden müssen:

  • Gläser der durchwurfhemmenden Klassen P1A bis P5A werden durch einen Kugelfallversuch geprüft.
  • Gläser der durchbruchhemmenden Klassen P6B bis P8B werden einer maschi­nellen Axtprüfung unterzogen.

RC1 bis RC4 ohne direkten Angriff auf das Glas

Die einbruchhemmenden Eigenschaften von Türen und Fenstern werden nach der EN 1627 definiert. Ergebnis sind die bekannten Widerstandsklassen (engl. „resistance class“) RC1 bis RC6. Die Klassen beschreiben, mit welchen Werkzeugen ein potenzieller Einbrecher wie lange benötigt, um sich über das entsprechende Bauteil Zugang zum Gebäude zu verschaffen. Die Krux dabei: Die EN 1627 beschreibt zwar den Angriff auf die Konstruktion und die zugehörigen Bauteile, jedoch nicht den direkten Angriff auf das Glas. Hier wird lediglich geprüft, ob das Glas herausgehebelt werden kann. Aus­nahmen von dieser Vorgehensweise gelten für ...

  • Türen mit Anti-Panik-Funktion sowie für
  • die Klassen RC5 und RC6, bei der auch das Glas angegriffen wird.

In diesen Fällen kommt oftmals ein Verbund-Sicherheitsglas mit einem widerstandsfä­higen Polycarbonat-Kern zum Einsatz – wie in den Produkten der Polygard-Serie von Vetrotech Saint-Gobain.

Besondere Anforderungen an Anti-Panik-Türen

Antipaniktüren in öffentlich zugänglichen Gebäuden sind sehr oft mit Panikbeschlägen nach EN 1125 ausgestattet - also mit einer durchgehenden Betätigungsstange:

In Paniksituationen erlaubt diese Konstruktion flüchtenden Personen das leichte Öff­nen der Tür in Fluchtrichtung, unabhängig davon, ob das Türschloss verriegelt wurde oder nicht. Und hier liegt auch die Schwachstelle: Bei Antipaniktüren genügt es nicht, einfache Sicherheitsgläser nach DIN EN 356 einzusetzen. Es ist nämlich bei ihnen ver­gleichsweise schnell möglich, ...

  • eine kleine Öffnung in das Glas zu schlagen,
  • dann mit einem Werkzeug oder der Hand durchzugreifen und
  • so die Stange auf der Innenseite der Tür zu betätigen.

Das Ergebnis: Die Tür öffnet sich und die Widerstandsklasse ist nicht erreicht. Daher hat es sich bewährt, in Antipaniktüren besonders robuste Sicherheitsgläser einzuset­zen - wie beispielswiese Gläser aus der Polygard ATTACK-Serie von Vetrotech Saint-Gobain für die Widerstandsklassen RC2 bis RC4.

Für eine RC5-Klassifizierung wird das gesamte System - also Rahmen und Glas - ange­griffen. Dabei kommen auch Elektrowerkzeuge wie Bohrmaschine, Flex und Tigersäge zum Einsatz, um innerhalb einer Angriffszeit von 20 Minuten eine Öffnung von 400 x 250 mm herzustellen. Gläser, die lediglich nach der EN 356 geprüft wurden, werden diesem Angriff kaum standhalten können.

Um in diesen Fällen bestehen zu können, verwendet Vetrotech eine Sandwich-Kon­struktion mit einer Polycarbonat-Platte zwischen zwei Glasscheiben (Glas/Polycarbo­nat/Glas). Dadurch sind die Produkte einerseits leichter und dünner als klassische Verbund-Sicherheitsgläser und andererseits auch besonders widerstandsfähig gegen Schlag- und Schneidwerkzeuge. Alle Polygard-Gläser können auch in einem Isolier­glas-Verbund eingesetzt und mit anderen Funktionen wie z.B. Brand- und Sonnen­schutz kombiniert werden.

Weitere Informationen zu Polygard ATTACK-Sicherheitsgläsern können per E-Mail an Vetrotech angefordert werden.

siehe auch für zusätzliche Informationen:

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