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Massiver Schallschutz für ein Tonstudio - mit leichtem Trockenbau umgesetzt

(29.8.2012) Dort, wo es auf jeden Ton ankommt, stören uner­wünschte Nebengeräusche ganz besonders. Entsprechend wir­kungsvoll sollten die Schallschutz­Konstruktionen in den neu eingerichteten Tonstudios und den Regieräumen des SAE Insti­tuts in Bochum sein.

Das SAE Institut ist mit über 20.000 Studenten und 54 Stand­orten in 26 Ländern nach eigenen Angaben die älteste und größte private Medien-Bildungseinrichtung der Welt. Seit mehr als 30 Jahren erhalten Nachwuchskräfte dort unter anderem in den Bereichen Audio Engineering, Film Making, Digital Journalism, Animation, Game sowie Web Design eine fundierte Ausbildung. Ende 2011 bezog das Institut neue Räumlichkeiten in einem alten Bochumer Gebäude: In einem ehemaligen Luftschutzbunker aus den 1940-er Jahren wurde die komplette dritte Etage nach Plänen der Architekturbüros Stark Ar­chitekten Innenarchitekten (Planung Gesamtumbau) und concept-A (Planung 3. OG / Bau- und Raumakustik) zu Schulungs- und Aufenthaltsräumen umgebaut. Besonderes Augenmerk wurde dabei auf die unter Schallschutzaspekten optimale Trennung der Räume gelegt.

Leichtigkeit war gefragt

„Da sich die Schulungsräume in einem ehemaligen Bunkerkomplex befinden und stati­sche Probleme bei einem solchen Gebäude eigentlich nicht zu erwarten waren, lag der Schluss nahe, möglichst schwere Raum-in-Raum-Konstruktionen zu erstellen, um die in den Tonstudios geforderten hohen Bauakustik-Anforderungen zu erfüllen“, berichtet Dipl.-Ing. Oliver Hackhausen vom Architekturbüro concept-A aus München. „Bei nähe­rem Hinsehen stellte sich jedoch heraus, dass zwar die Außenwände und das Dach gigantische Ausmaße besitzen, die Innenbauteile jedoch kaum über das hinausgehen, was man in zivil genutzten Gebäuden aus der entsprechenden Zeit vorfindet. Insbe­sondere die Tragfähigkeit der Decke, auf der der Studiokomplex entstehen sollte, er­wies sich für die im Studiobau häufig gewünschten massiven gemauerten oder beto­nierten Konstruktionen als nicht ausreichend. Daher konnten hier nur Wand- und De­ckenbauteile in Trockenbauweise mit dem Vorteil des wesentlich geringeren Gewichts zum Einsatz kommen.“

In Abstimmung mit dem ausführenden Trockenbauunternehmen J. Brinkmann GmbH aus Oberhausen und Technikern von Rigips entstanden hochschalldämmende Konstruktio­nen, die massiven Konstruktionen in nichts nachstehen sollen. „Innerhalb der akus­tisch empfindlichen Räume wurden sämtliche Wand- und Deckenlösungen in trockener Bauweise hergestellt. Abhängig davon, welche Räume voneinander getrennt werden sollten, wurden unterschiedliche Schallschutzkonstruktionen gewählt. Die wohl aufwändigste Konstruktion findet sich zwi­schen den Regie- und Aufnahmeräumen“, erläutert Bernhard Osterkamp, verantwortlicher Projektleiter der J. Brinkmann Bauunternehmung GmbH.

Die errichteten Schallschutztrennwände bestehen eigentlich aus drei Einzelkonstruktionen:

  • Mittig wurden zunächst 100 mm MW-Profile montiert und 80 mm  dicke Mineralwollplatten eingelegt. Beidseitig er­hielt diese Wand dann eine Dreifachbeplankung mit der Rigips-Schallschutzplatte ,Die Blaue’ in einer Platten­stärke von 12,5 mm - siehe auch Baulinks-Beitrag „"Die Blaue" von Rigips sorgt für mehr Ruhe“ vom 11.12.2007.
  • Die Vorsatzschalen auf beiden Seiten dieser Schall­schutzwand wurden dann in einem Abstand von je 20 mm ohne direkten Kontakt zwischen Vorsatzschale und Wand errichtet. Sie mussten mit einer möglichst tiefen Resonanzfrequenz elastisch gelagert werden, dazu wur­den die entsprechenden UW-Profile auf 25 mm dicken Elastomerstreifen gelagert. Die Vorsatzschalen entstan­den aus 100 mm CW-Profilen mit 100 mm Mineralwoll­dämmung und einer erneut dreilagigen, raumseitigen Bekleidung mit der ,Blauen’ von Rigips.

Gute Planung und exakte Ausführung waren auch bei den Deckenanschlüssen der Trennwände gefragt, um Schallbrücken zu vermeiden. Lediglich die mittig liegende Schallschutzwand wurde mit einer Anschlussdichtung direkt an die Rohdecke angeschlossen. Die Vorsatzschalen hingegen wurden über elastische Kippsicherungen an der Rohdecke befestigt. „An diese Hänger haben wir 50 mm UA-Profile und daran wiederum die die Vorsatzschalen fixierenden UW-Profile befestigt. Auf diese Weise haben wir eine optimale Schallentkopplung ge­schaffen“, so Bernhard Osterkamp.

Abgehängte Schallschutzdecken

Die Schallschutzdecken aus drei Lagen „Rigips Die Blaue“ (12,5 mm) wurden über spe­zielle elastische Stahlfeder-Schallschutzhänger zwischen 300 bis 700 mm tief abge­hängt. „Eine zusätzliche Schwierigkeit bestand darin, dass die Rohdecken eine gewis­se Schräge aufwiesen und die abgehängten Decken aus raumakustischen Gründen zu einem Großteil ebenfalls schräg geplant wurden. Hier war also äußerste Genauigkeit notwendig, denn nahezu jeder Abhänger musste auf eine unterschiedliche, exakt vor­gegebene Höhe gebracht werden. Auf die Schallschutzplatten haben wir zusätzlich eine 200 mm dicke Lage aus Mineralwolle verlegt.

Durch die Kombination der guten Schallschutzwerte der Rigips-Platten und der beson­deren Berücksichtigung der vielen kleinen Detailpunkte haben wir in den Bochumer Studios wirklich schalldichte Räume erstellen können. Allein mit einer dreifachen Be­plankung mit ,Rigips Die Blaue’ auf 100 mm starken CW-Profilen werden schon bis zu 63 dB erreicht. Auch mögliche Schwachstellen an Türen, Fenstern, Kabelkanälen oder Klimarohren wurden entsprechend schalldämmend ausgeführt und dort, wo es nötig war, mit zusätzlichen Schalldämpfern versehen.“

Ein Paradies für den Raumakustiker

Bei den bauakustischen Messungen war aufgrund der hohen Schalldämmmaße der Wandkonstruktionen trotz einer üppig dimensionierten Beschallungsanlage, die für die Erzeugung des Schallfeldes mit „Rosa Rauschen“ (1/f-Rauschen) mit einem Schalldruckpegel von mehr als 105 dB(A) eingesetzt wurde, eine saubere Bestimmung des Schalldämmmaßes nur in den untersten Frequenzbändern möglich. Im restlichen Frequenz­bereich waren auch bei höchsten Schalldruckpegeln in den Aufnahmeräumen Immissionen in den angrenzenden Räumen trotz der niedrigen Ruhegeräusche von unterhalb GK10 weder hörbar, noch nachmessbar. Die Schalldämmmaße liegen, soweit sie ermittelt werden konnten, oberhalb von 85 dB.

Weitere Informationen zu Schallschutz im Trockenbau können per E-Mail an Rigips angefordert werden.

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