Bau -> Redaktion  || < älter bausoftware/2022/0085 jünger > >>|  

Forschungsprojekt BIMprove kombiniert BIM-Modell und Bauablaufplan mit KI, VR und AR

(28.7.2022) 2021 ist mit BIMprove mit zahlreichen Partnern ein Forschungsprojekt mit dem Ziel gestartet worden, Fehler auf Baustellen möglichst schnell zu finden oder - noch besser - sie gar nicht erst entstehen zu lassen und somit die Effizienz von Bauprojekten deutlich zu steigern. Das Projekt wird von der norwegischen Forschungsorganisation Sintef koordiniert, aus der z.B. Catenda als Spin-Off-Unternehmen hervorgegangen ist.

Fotobaulinks/AO 

Für BIMprove sollen BIM-Modell und Bauablaufplan mit Robotern, künstlicher Intelligenz (KI) sowie Virtual- und Augmented-Reality (VR und AR) effizient zusammenarbeiten. Dabei werden kontinuierlich Soll-Ist-Vergleiche zwischen einem digitalen Zwilling und dem physischen Bauwerk vorgenommen.

Effiziente Zusammenarbeit über offene Formate

Am BIMprove-Projekt beteiligen sich zahlreiche Hochschulen und Universitäten sowie Unternehmen aus den unterschiedlichen Feldern der Hochtechnologie aus ganz Europa. Auf diese Weise kommen Technologien wie Drohnenbefliegung, die Auswertung von Punktwolken sowie Robotik zusammen. Zudem sind Bauunternehmungen aus Norwegen, Spanien und der Schweiz involviert, die noch 2022 mit ersten Pilotprojekten beginnen wollen.

Foto © Catenda AS 

Bei BIMprove erfolgt der Austausch der beteiligten Parteien untereinander über offene Formate - nämlich IFC, BCF und Punktwolken. Mit diesen offenen Formaten hat jeder Projektpartner die Möglichkeit, Aspekte des Modells oder einer Punktwolke in seiner eigenen Softwarelösung - egal ob Autoren-(CAD-), Statik- oder Kollisionsprüfungs­soft­ware - zu bearbeiten. Einblick in den BIM-Prozess haben über den Viewer aber genauso alle Projektbeteiligen, die selbst nicht mit einer solchen Software arbeiten.

Drohnen, Roboter und künstliche Intelligenz im Zusammenspiel

Die Projektpartner werden bei BIMprove umfassend von Drohnentechnologie und Robotern unterstützt. Durch die Befliegungen und die Aufnahmen der Roboter werden kontinuierlich aktuelle Bilder der Baumaßnahme bereitgestellt. Diese 3D-Punktwolken kommen einer durchgängigen Dokumentation des Baugeschehens zugute und sollen dabei helfen, Fehler schnellstmöglich zu erkennen und anschließend Lösungsansätze zu erarbeiten.

Als zusätzliches Element analysiert eine künstliche Intelligenz sämtliche Bilder. Je mehr Projekte erfolgreich abgewickelt wurden und je mehr Situationen die KI dadurch kennt, desto schneller sollte sie entsprechende Hilfestellung leisten können. „Eine Lösung, die durchaus zu einer kontinuierlichen Verbesserung bei Bauprojekten beitragen kann“, erwartet Herr Dag Fjeld Edvardsen, einer der Gründer des norwegischen Softwarehauses Catenda.

Foto © Catenda AS 

Mehr Sicherheit und weniger gesundheitliche Beeinträchtigung für den Menschen

Die Unterstützung durch die Roboter, die mit den Vermessungsaufgaben betraut sind, spart nicht nur Zeit, so dass das Baustellenpersonal sich auf komplexere Aufgaben fokussieren kann. Von Vorteil ist außerdem, dass die Roboter im Gegensatz zu Personen auch auf kontaminierten Untergründen oder anderen, für Menschen nicht sicheren Baustellen eingesetzt werden können. Steht beispielsweise dem Vermessungspersonal für eine spezifische Baustelle im Sicherheitsbereich nicht die geforderte Qualifikation zur Verfügung, so geht dank dem Roboter keinerlei Zeit verloren. „Wir haben an viele verschiedene, alltägliche Situationen gedacht, die in der Praxis zu Verzögerungen führen können oder Menschen insgesamt zu stark belasten“, erklärt Dag Fjeld Edvardsen. „So können die Roboter etwa auch das Heben schwerer Materiallasten oder andere Aufgaben übernehmen, die bei Menschen zu gesundheitlichen Beeinträchtigungen führen können“, erklärt er. „Der Fantasie sind hier keine Grenzen gesetzt.“

Effiziente Soll-Ist-Vergleiche und virtuelle Begehungen

Virtual und Augmented Reality sind nicht zuletzt elementare Bestandteile des BIM­prove-Projekts. Diese modernen Konzepte sollen nicht nur Reisezeiten vermindern und damit wiederum ein wirtschaftlicheres Bauen möglich machen. Sie sind, davon ist Dag Fjeld Edvardsen überzeugt, auch ideale Helfer in der Kommunikation mit Entscheidern: „Viele haben keine konkrete Vorstellung, wie so ein Bauwerk in der Praxis tatsächlich aussehen wird, wenn sie ein 2D- oder 3D-Modell betrachten. Echte Wertschöpfung lässt sich am einfachsten demonstrieren und kommunizieren, wenn Gebäude gemeinsam mit Entscheidern mit Virtual-Reality-Brillen virtuell begangen werden können.“

Und auch die so wichtigen Soll-Ist-Vergleiche lassen sich wesentlich effizienter interpretieren, wenn Modelle und Punktwolken gleichzeitig mit VR-Brillen betrachtet und analysiert werden. Auch da ist sich der Gründer des norwegischen Softwareanbieters sicher. Denn ein Vielfaches an Details ist auf diese Weise erkennbar, wodurch die bestmögliche Lösung sich leichter und auch schneller finden lässt.

Als Berufsstarter schon Experte

Welche Aspekte dieses umfassenden Projekts am Ende aus dem Baustellenalltag nicht mehr wegzudenken sind, kann Dag Fjeld Edvardsen in dieser noch sehr frühen Phase des Forschungsprojekts noch nicht absehen. „Die Pilotprojekte, die im kommenden Frühjahr starten werden, werden uns sehr interessante Einblicke geben.“ Davon ist Herr Edvardsen überzeugt. Wie schon in der Vergangenheit schätzt er die enge Zusammenarbeit mit Hochschulen und Universitäten ganz besonders. „Dadurch, dass Studierende unsere Produkte und Lösungen schon zu einem frühen Zeitpunkt ihrer Karriere kennenlernen und die Arbeit in der Praxis vertiefen, sind sie als Berufsstarter schon echte Experten und entscheiden sich auch dann gerne für unsere Lösungen. Ein großer Vorteil für beide Seiten“, resümiert Herr Edvardsen abschließend.

siehe auch für zusätzliche Informationen:

Impressum | Datenschutz © 1997-2022 ARCHmatic - Alfons Oebbeke (XING, linkedin)