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IPCity untersucht mittels Mixed Reality Technologien das Stadtleben

(15.1.2006) Stadtleben einmal ganz anders: Wie sieht mein Wohnviertel nach der Sanierung aus? Welche Geschichten sind mit bestimmten Orten verknüpft und wer kann sie erzählen? Wie wirken sich Großevents aus? Und wie lässt sich dies alles erfahrbar machen? Dies untersuchen europäische Spitzenforscher im EU-Projekt IPCity.


Das Projektkürzel IPCity steht für "Integrated Project on Interaction and Presence in Urban Environments". Hauptziel des Projekts sind neue Erkenntnisse darüber, in wie weit und mit welchen Techniken man Menschen in ihren realen Lebens- oder Arbeitssituationen im Stadtleben durch die Präsentation von Informationen unterstützen kann. IPCity konzentriert sich dabei auf die Informationsvermittlung mittels Mixed Reality Technologien.

Fachleute sprechen hier auch von "Presence"-Forschung, wobei eine Übersetzung in "Gegenwart" oder "Anwesenheit" den Begriff nur unzureichend erfasst. Gemeint ist hier, einem Menschen den Eindruck zu vermitteln, beispielsweise an einem anderen Ort zu sein, in einer anderen Zeit zu leben oder jemand anderes zu sein. Dabei kommen überwiegend Mixed (MR), Virtual (VR) und Augmented Reality Systeme (AR) oder Mischformen davon zum Einsatz.

Unter der Leitung vom Fraunhofer-Institut FIT wird das Projektteam in den Showcases ...

  • "Stadplanung",
  • "Großveranstaltungen",
  • "Zeitreisen" und
  • "Stadtgeschichten"

... Lösungen entwickeln und praktisch erproben. Die Vision ist eine Kommunikationsplattform, die die Auswirkungen zukünftiger Planungen oder bereits vergangener Ereignisse im realen Stadtbild visualisiert, über die man sich informieren, gemeinsam interaktiv planen und Vorgehensweisen diskutieren kann.

Der Showcase "Stadplanung" etwa befasst sich mit der Visualisierung größerer Stadtbaumaßnahmen, beispielsweise der Sanierung einer Häuserzeile. In einem Mixed-Reality-Zelt sollen die Anwohner sich die geplanten Bauten selbst anschauen können. Gleichzeitig soll das System aber auch die Planer bei ihrer Arbeit unterstützen.


In den "Zeitreisen" können Bürger oder Touristen erfahren, wie der Ort, an dem sie sich befinden, früher ausgesehen hat oder in Zukunft aussehen könnte. Entwickelt wird beispielsweise ein virtueller Beethoven, der Bonn-Touristen etwas über sich und seine Zeit erzählt. Er selbst und das Stadtbild Bonns zu seiner Zeit werden dem Besucher mittels eines mobilen Augmented Reality Systems direkt im realen Stadtumfeld visualisiert.

Die dazu benötigte Technik ist sehr komplex. Neben geeigneten mobilen, leichtgewichtigen Endgeräten für AR- oder MR-Präsentationen müssen passende IT-Frameworks für interaktives Prototyping sowie die Content-Erstellung, -eingabe und -verwaltung zur Verfügung stehen.

Das Forscherteam von IPCity setzt sich zusammen u.a. aus den Technischen Universitäten von Wien und Graz, der Universität für Angewandte Kunst Wien, den Universitäten von Oulu, Aalborg und Helsinki sowie der Universtité de Marne la Vallée und Sony NetServices. Es arbeitet eng mit den Städten Bonn, Oulu, Rennes und Wien zusammen, in denen es bereits in einem Jahr die ersten Testläufe geben soll.

Das erste Projektplanungstreffen, des von der Europäischen Kommission geförderten Projekts, fand vom 9. bus 12. Januar 2006 in Sankt Augustin auf Schloss Birlinghoven statt. Dabei wurden die Projekt Milestones besprochen und die konkreten Anwendungsszenarien diskutiert.

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