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buildingSMART Konferenz 2006 - IAI hält Hof

  • IFC ist nach 10 Jahren unwiderruflich im Planungs- und Realisierungsprozeß von Bauprojekten angekommen
  • einige andere Länder haben gegenüber Deutschland die Nase voraus
  • Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung zeigt sich interessiert an einer Arbeitsgruppe "Öffentliche Bauverwaltung"
  • mit RIB ist das vielleicht vorletzte ernstzunehmende(!) ArchitekturCAD-Softwarehaus auf den IFC-Zug aufgesprungen

(10.4.2006) Ein Hauch "Große Welt" lag in der Luft. Aber nicht Rumsfeld oder Merkel saßen auf dem Podium und disputierten über die Weltsicherheit, sondern Bau- und Softwareeliten aus der ganzen Welt erörterten, wie sich alle am Bau beteiligten Personen, Firmen und Behörden das (Arbeits-)Leben erleichtern könn(t)en.

buildingSMART Konferenz 2006, Gebäudeplanung, Öffentliche Bauverwaltung, IFC, IAI, 10. Industrietag, IAI Industrieallianz für Interoperabilität e.V., Datenaustausch, objektorientiere Gebäudemodelle, BIM, Datenaustauschformat
2006er buildingSMART Konferenz der IAI im Hotel Bayerischer Hof

Im Rahmen des 10. Industrietag der IAI Industrieallianz für Interoperabilität e.V. fand unter der Schirmherrschaft von Christian Ude, Oberbürgermeisters der Landeshauptstadt München, am 5. April 2006 die buildingSMART international conference 2006 im Hotel Bayerischer Hof statt, in dem jährlich auch die Münchner Sicherheitskonferenz mit der internationalen Politikerelite stattfindet. Mehr als 300 Teilnehmer aus der ganzen Welt - Vertreter der öffentlichen Hand, aus Ministerien, Projektentwickler, Unternehmen der Bauindustrie, Architekten, Fachplaner und Softwarehersteller - waren der Einladung der IAI nach München gefolgt.

Den Auftakt zur internationalen Konferenz bildete der Empfang am 4. April 2006 im Alten Rathaus in München. Als "Frau vom Fach" und aus Sicht des Anwenders richtete Baureferentin Rosemarie Hingerl in Vertretung des Oberbürgermeisters der Landeshauptstadt München ihr Grußwort an die Gäste aus aller Welt. Die Landeshauptstadt München selbst hat im Übrigen in einem aktuellen Pilotprojekt schon erste Erfahrungen mit den IFC Industry Foundation Classes, dem herstellerunabhängigen Austauschformat der IAI für Gebäudemodelle, sammeln können.

Erfahrungs- und Informationsaustausch

Zukunftsweisende Integrationsstrategien, ganzheitliches Informationsmanagement beim Planen und Bauen sowie der praxisnahe Austausch von Gebäudemodellen zwischen allen Projektbeteiligten standen im Mittelpunkt der buildingSMART international conference am 5. April 2006. Namhafte Experten aus allen Teilen der Welt - Amerika, Australien, Asien und Europa - stellten den nationalen und internationalen Teilnehmern realisierte Projekte, aktuelle Entwicklungen und anstehende Forschungsprojekte vor. Die Mischung aus hochkarätigen Vorträgen, prominent besetzten Podiumsdiskussionen und einem umfangreichen Ausstellungsbereich im Foyer des Konferenzbereiches ermöglichte es dem interessierten Fachpublikum, die gewonnenen Erfahrungen, Anregungen und Ideen sofort weiterzuverfolgen und wertvolle Kontakte zu knüpfen.


Ausstellungsbereich im Foyer

"Get over it!"

Den Slogan von Mario Guttman, Vice President und CAD Director von HOK Architekts, USA, könnte man sinngemäß übersetzen mit "Pack die Sache an!" oder "Stell dich nicht so an!". Und eigentlich war das auch der Leitsatz, das Motto für die gesamte buildingSMART Konferenz. Tatsächlich kann man aus allen Referaten eine Quintessenz ziehen: Um die Zusammenarbeit während des gesamten Prozesses des Planens, Bauens und Nutzens effizienter zu gestalten wird es für alle Projektbeteiligten bis hin zur öffentlichen Hand immer wichtiger, mit objektorientieren Gebäudemodellen (BIM) zu arbeiten und diese über ein herstellerneutrales Datenaustauschformat wie die IFC auszutauschen. Damit wird die Kommunikation zwischen allen am Bau Beteiligten verbessert. Reibungsverluste werden vermieden, die Prozesse werden effizienter, was Zeit und Kosten angeht und last but not least profitieren alle von mehr Planungssicherheit.

Die Politik ist endlich aktiv mit im Boot!

Staatssekretär Georg Schmid sagte in seinem Grußwort die Unterstützung der Bayerischen Staatsregierung als Bauherr und Betreiber von Gebäuden zu. Auch aus der Sicht von Dr. Robert Kaltenbrunner, Abteilungsleiter "Bauen, Wohnen und Architektur" im Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung kann die Bauverwaltung die Standardisierung nur unterstützen. Auch hier sei eine neutrale Schnittstelle sehr erwünscht. Sein Angebot, sich mit einer neuen Arbeitsgruppe "Öffentliche Bauverwaltung" in der IAI zu engagieren, stieß sofort auf großes Interesse. Tai Fatt Cheng, Direktor der Bauverwaltung in Singapur, motivierte außerdem mit seinem Bericht über die erhebliche Beschleunigung von Genehmigungsverfahren, von der die Beteiligten dort durch die ausschließliche Verwendung von IFC-Modellen bereits profitieren.

Gebäudemodelle sind die Zukunft

Dr. Bernhard Bürklin, Leiter der Hochtief Unternehmensentwicklung und Johann Bögl, Geschäftsführer der Max Bögl Bauunternehmung berichteten über verschiedene nationale und internationale Projekte, die mit Hilfe virtueller Bauwerksmodelle realisiert werden. Janne Aas-Jakobsen, International Sintef Building and Infrastructure, Norwegen, forderte alle Anwesenden dazu auf, in ihren Projekten mit Gebäudemodellen zu arbeiten und bot entsprechende Unterstützung an. Ein weiteres Highlight der Konferenz: bei einem gemeinsamen Bühnenauftritt gaben Vice-Presidents und CEOs international führender Softwarehäuser, darunter Autodesk, Graphisoft, Nemetschek, Bentley und Oracle öffentlich ein klares Commitment zu IAI, IFC und den Zielen von buildingSMART ab:


Softwarehäuser unter dem internationalen Eindruck von buildingSMART - v.l.n.r.: Bradley E. Workman (VP Bentley Building) • Gerhard Weiß (CEO Nemetschek) • Steve Dunwell (Senior Director Construction Industry Oracle) • Dominic Gallello (CEO Graphisoft) • Phillip G. Bernstein (VP Building solutions Autodesk) sowie stehend Wolfgang Reinecke als Moderator (Bild vergrößern)

So wichtig die Bekenntnisse dieser "großen" Softwarehäuser zum IFC-Format auch sind, so wenig dürfen die vielen "kleinen" Software-Schmieden vergessen werden, die mit ihren zum Teil sehr spezialisierten Programmen das IFC-Format mit Leben füllen. Denn mit Hilfe des IFC-Formats können geometrische und sachliche Gebäudedaten in ihrem topologischen Zusammenhang übernommen und für die weitere Planung von der Haustechnik über die Tragwerksplanung bis zur Kostenermittlung verwendet werden. Dass man sich dabei nicht nur auf die Gebäudegeometrie beschränken muß, macht beispielsweise das Engagement von Dr. Schiller, dem Vater der Dynamischen BauDaten (DBD), deutlich.

Wer mitspielen will, muß in Zukunft IFC können!

Mag IFC lange Zeit und vielerorts - vor allem in Deutschland - auch nicht richtig ernst genommen worden sein, so hat die Veranstaltung im Bayerischen Hof unmißverständlich aufgezeigt, dass man sich zukünftig nicht mehr vor dem IFC-Format bzw. der dadurch bedingten Arbeitsweise wird drücken können. Das hat Folgen:

  • Behörden und Bauherren werden an die Gebäudeplanung und -realisierung höhere Anforderungen stellen (können).
  • Architekten und Fachplaner werden ihre Arbeitsweise umstellen und die Möglichkeiten des objekt- bzw. bauteilorientierten Gebäudemodells nutzen müssen - nicht zuletzt um an allen Fronten Kosten und Zeit zu sparen sowie Planungs- und Ausführungsqualität zu steigern.
  • Softwarehäuser, die Lösungen für die Gebäudeplanung entwickeln und vermarkten wollen, müssen das IFC-Format in ihren Programmen implementieren und zertifizieren lassen. RIB hat jüngst mit der Entwicklung einer IFC-Schnittstelle begonnen, Softtech war als letzter ernstzunehmender(!) ArchitekturCAD-Entwickler ohne aktuelle IFC-Schnittstelle in München durch den Geschäftsführer Martin Schuff vertreten und hat die Wiederaufnahme der IFC-Entwicklung für Spirit in Aussicht gestellt. (Softtech hatte sich Ende der 1990er Jahre bereits in Sachen IFC engagiert, die Aktivitäten dann aber einschlafen lassen.)

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