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Bauverbände fordern, "EnEV-Daumenschrauben" nicht weiter anzuziehen

(25.9.2011) Die Deutsche Gesellschaft für Mauerwerks- und Wohnungsbau (DGfM) und der Bundesverband Deutscher Baustoff-Fachhandel appellieren an die Politik: Die Daumenschrauben bei der Energieeinsparverordnung (EnEV) dürften nicht weiter angezogen werden. „Jeder zusätzliche Energiespar-Zwang verschreckt Bauherren und Hausbesitzer, die neu bauen oder energetisch sanieren wollen. Für sie rechnet es sich dann einfach nicht mehr“, sagt Ronald Rast. Der Koordinator der Initiative „Impulse für den Wohnungsbau“ verweist dabei auf eine jetzt vorgelegte Studie des renommierten Prognos-Institutes. Darin wird vor einer Verschärfung der derzeit gültigen EnEV 2009 gewarnt, wie sie die Bundesregierung derzeit plant.

„An den Argumenten der Studie kommt die Bundespolitik nicht vorbei“, meint Rast. Die Initiative „Impulse für den Wohnungsbau“ hat deshalb die Studienergebnisse zur Energieeinsparverordnung am 21.9. an Bundeskanzlerin Angela Merkel sowie an die Bundesminister für Bauen, Wirtschaft, Umwelt und Finanzen, Ramsauer, Rösler, Röttgen und Schäuble, geschickt. Ebenso an die Fachpolitiker im Bauausschuss, an die Haushalts- und Finanzpolitiker sowie an die Vorsitzenden aller Fraktionen im Deutschen Bundestag.

„Immerhin hat Prognos die Berechnungen angestellt, um die der Bund bislang einen großen Bogen gemacht hat“, so Rast. Das Institut habe erstmals die derzeit gültige Energieeinsparverordnung und deren geplante Verschärfung durch die Bundesregierung unter die Lupe genommen. Im Fokus dabei: die volkswirtschaftlichen Auswirkungen.

„Es geht bei der Studie um die Fragen: Bis zu welchem Punkt macht das staatlich verordnete Energiesparen per EnEV Sinn? Und ab wann zielt die EnEV volkswirtschaftlich an dem vorbei, was sie erreichen will: am Energiesparen?“, erläutert Rast, der auch Geschäftsführer der Deutschen Gesellschaft für Mauerwerks- und Wohnungsbau (DGfM) ist.

Das Ergebnis der Prognos-Studie ist eindeutig: „Strengere Vorschriften für den Bau energieeffizienter Häuser machen wirtschaftlich keinen Sinn. Sanieren wäre dann nur noch etwas für Spitzenverdiener oder Energie-Enthusiasten, nicht aber für das Gros sanierungswilliger Hausbesitzer in Deutschland. Und auf die kommt es letztlich an“, sagt Michael Hölker von der Initiative „Impulse für den Wohnungsbau“. Schließlich gehe es der Bundesregierung darum, ihre selbst gesteckten Klimaschutzziele zu erreichen. Mit einer Verschärfung der EnEV sei daran jedoch nicht zu denken.

„Um die Klimaschutzziele zu realisieren, ist eine Verdoppelung der Quote bei den Energiespar-Sanierungen notwendig - auf zwei Prozent. Das bedeutet, dass bundesweit pro Jahr mehr als 700.000 Wohneinheiten in Sachen energetischer Gebäudesanierung angepackt werden müssen“, so Hölker.

Das wiederum setze voraus, dass es neben einem Festhalten an der EnEV 2009 auch deutlich stärkere Anreize für die CO₂-Gebäudesanierung gebe. So müsse die steuerliche Förderung für das energetische Sanieren von Wohngebäuden wesentlich verbessert werden. Ebenso seien die KfW-Mittel für diesen Bereich deutlich aufzustocken: Die im Haushaltsplan 2012 vorgesehenen 1,5 Milliarden Euro reichten dazu nicht aus. Im kommenden Jahr würden mindestens zwei Milliarden Euro benötigt, so die Initiative „Impulse für den Wohnungsbau“.

„Nur, wenn sanierungswillige Hausbesitzer die Garantie haben, dass eine staatliche Unterstützung verlässlich zur Verfügung steht, werden sie sich auch für eine Energiespar-Sanierung entschließen“, sagt Michael Hölker, der auch Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes Deutscher Baustoff-Fachhandel (BDB) ist.

Nur durch wirksame Anreize lasse sich die Bautätigkeit steigern. „Wichtig sind dabei auch energiesparende Neubauten, die Deutschland dringend braucht. Ein Großteil davon kann energieineffiziente Altbauten – insbesondere aus den 50erund 60er-Jahren – ersetzen, die nicht mehr wirtschaftlich saniert werden können“, so Hölker. Wenn die Bundesregierung die Förderung für energiesparendes Bauen und Sanieren nicht erheblich aufstocke und von einer Verschärfung der EnEV absehe, müsse man an ihrem erklärten Willen, effektiven Klimaschutz voranzutreiben, zweifeln.

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