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Bericht vom 9. Sopro Planer- und Sachverständigenseminar

(22.7.2012) „Hotels, Krankenhäuser und Pflegeheime fachgerecht planen und bauen“ - unter diesem Thema fanden sich Ende Mai dieses Jahres 120 Teilnehmer zum 9. Wies­badener Planer- und Sachverständigenseminar zusammen. Die eintägige Veranstal­tung, die im Rahmen der Sopro ProfiAkademie stattfand, sollte Planern und Ausfüh­renden in einer Mischung aus Theorie und praktischen Vorführungen einen umfas­senden Einblick in die Planung und Ausführung solch „sensibler“ Bauvorhaben geben.

Was für das private Umfeld gilt, dies gilt in ganz besonderem Maße auch für Hotels, Krankenhäuser und Pflegeheime: Das Ambiente beeinflusst in hohem Maße das Wohl­befinden von Gästen, Patienten und Bewohnern. Eine ansprechende Architektur, gute Inneneinrichtung, hochwertige Materialien und vor allem attraktive und gepflegte Bäder und Nasszellenbereiche tragen ganz entscheidend zum Wohlfühlen der „Gäste auf Zeit“ bei. Gefragt ist dabei die richtige Kombination von Ästhetik bei gleichzeitig hoher Funktionalität. Insbesondere Nasszellen wie Badezimmer und Wellnessbereiche, aber auch Großküchen müssen maßgeschneidert geplant und konzipiert werden, sollen sie auch dauerhaft funktionieren.

Spannende Erfahrungsberichte

Mit dem Thema „Barrierefreies Bauen“ sprach gleich der erste Referent, Prof. Dipl.-Ing. Lothar Marx von M Architekten + Ingenieure ein in einer immer älter werdenden Gesell­schaft zentrales Problem an. Aber auch sonst müssen seiner Ansicht nach Angebote der Infrastruktur so attraktiv sein, dass sie stets zum Erhalt der Selbstständigkeit bzw. zur Erleichterung der Betreuung und Pflege führen. Den Erfahrungen aus dem Pflegeheimbereich, auf die Prof. Marx in seinen Ausführungen zum Thema „Die DIN 18040 - Komfort und Funktion als zukünftiger Standard“ immer wieder verwies, schloss sich ein weiterer Erfahrungsbericht von Dipl.-Ing. (FH) Klaus Rohrbeck an, dem Direk­tor Technik der AHG für Deutschland und Mitglied der Geschäftsleitung Accor Hospi­tality Germany GmbH in München. Ausführlich erläuterte er, was beim „Bau und Betrieb eines Hotels“ zu beachten ist und welch komplexe Arbeiten von der Planung bis zum Betrieb unter unterschiedlichsten Kriterien zu bewältigen sind. Beispielhaft für eine der speziellen Herausforderungen in der Hotellerie führte er das Thema „Fliesenfugen“ an. Seine Empfehlung hier: Schulung des Servicepersonals hinsichtlich fachgerechter Anwendung der Reinigungsmittel und Verwendung von Spezialfugenmörteln, die den Belastungen im Hotelbetrieb dauerhaft gewachsen sind.

Mit den „Abdichtungssystemen im Großküchen- und Industriebau“ beschäftigte sich der Vortrag von Dipl.-Ing. (FH) Björn Rosenau von der Sopro Architekten- und Objekt­beratung in Wiesbaden. Insbesondere mit Blick auf das entsprechende ZDB-Merkblatt konnte er zeigen, dass sich „Verbundabdichtungen in hoch feuchtigkeitsbeanspruch­ten Bereichen nicht nur über einen Zeitraum von über 20 Jahren etabliert und bewährt haben, sondern auch als Schutz der Boden- und Wandkonstruktionen zwingend erfor­derlich sind“. Was zu beachten ist, wenn - wie heute üblich - anstelle kleinformatiger Fliesen moderne Großformate mit einer Abmessung von bis 300 x 100 cm (bei einer Plattendicke von oftmals nur noch 3 mm) eingesetzt werden, dies machte Dipl.-Ing. (FH) Sebastian Kammerer, ebenfalls von der Sopro Architekten- und Objektberatung, deutlich. Seine „Planungshinweise zur Verlegung großformatiger Fliesen und Platten“ reichten von der Untergrundbewertung über das Grundieren und Ausgleichen bzw. Spachteln bis hin zur fachgerechten Verlegung und Verfugung.

Theorie und Praxis ideal kombiniert

Zwei Referate zu den Themen „Systemböden und Fertigteilestriche“ sowie „Sichere Entwässerung von Großküchen und Bädern“ rundeten den theoretischen Teil ab. Dipl.-Ing. Michael Suthhof, Leiter Anwendungstechnik bei der Knauf Integral KG in Sattel­dorf, ging dabei der Frage nach, wann und wo Systemböden wie Doppel- und Hohl­böden bzw. Fertigteilestriche, früher auch als Trockenunterboden oder Trockenstrich bezeichnet, die richtigen Lösungen für Technik und Design sind. Er machte dabei die Unterschiede bezüglich der Materialien und ihren Eigenschaften deutlich, und skizzier­te die wichtigsten Einsatzgebiete, die Anforderungen an die Statik sowie die abschlie­ßende Belagsverlegung. Bei Großformaten sollten stets Flexklebersysteme (S2 Kleber) im Buttering und Floating Verfahren zur Anwendung kommen.


Premiere bei Sopro: Erstmals ergänzten praktische Vorführungen den theoretischen Teil des Wiesbadener Planer- und Sachverständigenseminars. (Bild vergrößern)

Dipl.-Ing. (FH) Thomas Meyer, Leiter Schulungszentrum ACO Passavant GmbH, Stadt­lengsfeld, zeigte bei seinem Vortrag zum Thema „Sichere Entwässerung von Großkü­chen und Bädern - regelkonform und praxisgerecht“, welche Normen und Vorschriften hier zu beachten sind und nach welchen Kriterien die Auswahl der Bodenabläufe bzw. Rinnen erfolgen sollte. So sind beispielsweise stets Abflussleistung und Aufstauhöhe zu beachten. Zudem muss das Abdichtungssystem bestimmt werden, also ob eine Abdichtung nach DIN 18195 oder eine Abdichtung im Verbund zum Einsatz kommen soll. Vor allem bei den Duschrinnen liegt nach Absicht des Referenten eine ganz ent­scheidende Schnittstelle zwischen Installateur und Fliesenleger vor, die es unbedingt gewerkeübergreifend zu koordinieren gilt.

Das Thema „Duschrinne“ stand folgerichtig auch bei den erstmals im Rahmen eines Planer- und Sachverständigenseminars durchgeführten praktischen Vorführungen in Fokus. Ausführlich und in allen erforderlichen Arbeitsschritten wurde hier gezeigt, was bei Einbau einer Duschrinne in eine barrierefreie Dusche zu beachten ist und welche Verfahren und Produkte sich ganz besonders eignen – fachkundig moderiert von Dipl.-Ing. Mario Sommer, dem Leiter der Sopro Architektur- und Objektberatung. Gleiches gilt für den Einbau einer Großküchenrinne. Auch hier konnten sich die Teilnehmer bei Sopro Vorführmeister Michael Schulzki so manch nützliche Praxistipps abschauen.

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