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Multi-ID, Healthness, Zero-Emission und/oder Selfness? Was macht das Bad 2034?

(13.4.2015) Eine Zeitreise 20 Jahre in die Zukunft: Wie wird der Mensch leben, woh­nen, entspannen? Wie werden die einzelnen Räume im eigenen Zuhause aussehen und welche Funktionen können sie übernehmen? Grohe und Villeroy & Boch wollten wissen, welche Verwandlung insbesondere das Bad bis zum Jahr 2034 durchlaufen wird. In Ko­operation mit dem Zukunftsinstitut von Matthias Horx in Frankfurt am Main ist nun die Studie „Das Bad 2034 - Mittelpunkt neuer Wohn- und Lebenswelten“ entstanden, die vier futuristische Badszenarien vorstellt.


Diese vier Zukunftsvisionen sind nicht etwa beim Blick in die Kristallkugel entstanden. Grundlage für die Erarbeitung waren die Online-Befragung einer repräsentativen Grup­pe von 1.075 Personen sowie die Analyse aktueller Megatrends und gesellschaftlicher Entwicklungen. Experten haben die Umfrage-Ergebnisse interpretiert und die heutigen Strömungen konsequent weitergedacht: Herausgekommen sind vier Modelle, die je­weils auf einen essentiellen Aspekt zugespitzt wurden.

Das Multi-ID-Bad: Individuell und zum Mitnehmen

Das einstige „Generationenbad“ bekommt im Jahr 2034 ein Smart-Home-Design: Sobald ein Nutzer das Bad betritt, pas­sen sich sämtliche Elemente seinen bevorzugten Einstellun­gen an. Das reicht von Raumtemperatur, Musik und farbiger Beleuchtung über die Höhe von Waschtisch und WC bis zu den bevorzugten Oberflächen wie Holz, Stein oder Fliesen, die realitätsnah auf Flächen projiziert werden.

Eine weitere Besonderheit des Multi-ID-Bades ist die vielfäl­tige Nutzbarkeit der einzelnen Einrichtungsgegenstände. Die Badewanne wird zum Sitzmöbel, der Waschtisch zum Schmink­platz, der Spiegel zum Nachrichtenbildschirm. Je nach Nutzer oder Tageszeit verschwinden Elemente in der Wand oder tau­chen aus dem Boden auf. Und die Produkte kommen multi­funktional zum Einsatz:

  • Die Handbrause spendet neben Wasser auch Shampoo (Bild rechts: Ondus Digital),
  • die Dusche dient gleichzeitig als Ganzkörperföhn und ersetzt das Handtuch.

Zusätzlicher Vorteil vernetzter Multi-ID-Bäder: Es wird sie auch an halböffentlichen Plätzen wie Hotels oder Büros geben. Dann hat jeder Mensch seine individuellen Bad­einstellungen überall vor Ort und kann sich auch außerhalb der eigenen vier Wände vollkommen heimisch und vertraut fühlen. Möglich ist dies aufgrund Cloud-basierter Technologien und dank der Fähigkeit von Produkten, bestimmte Merkmale zu spei­chern. Produkte mit digitaler Technologie gibt es bereits. Mit Grohe SPA F-digital Pro­dukten lassen sich die bevorzugte Wassertemperatur beim Duschen oder festgelegte Wasserprogramme am Waschtisch jederzeit bequem per Knopfdruck abrufen, per Pau­se-Taste kurzfristig stoppen und jederzeit mit genau den gleichen Einstellungen wie­derholen. Ideal, um die Individualität im Bad zu genießen.

Das Healthness-Bad: Domestizierte Gesundheitszentrale

Das Healthness-Bad erfüllt das essentielle Grundbedürfnis der Menschen nach Gesund­heit und körperlicher Fitness. Mit unsichtbar integrierten Bio-Sensoren ist es in der Lage, Körperdaten zu scannen:

  • Das WC kontrolliert über den Urin Werte wie Blutzucker, Hormonhaushalt oder pH-Wert und untersucht auf bakterielle Infektionen.
  • Elektrische Zahnbürsten können dank Timer und Sensoren nicht nur die korrekte Anwendung kontrollieren, sondern auch den Speichel untersuchen.
  • Neue, nichtinvasive Medizintechnik ermöglicht es, die Funktion von Leber, Herz, Schilddrüse oder Niere zu analysieren.
  • Mimik- und Gehirnstrommessgeräte, die im Smartscreen-Spiegel installiert sind, registrieren die mentale Verfassung.
  • Eine spezielle physiotherapeutische Software analysiert die Körperhaltung und erkennt Verspannungen oder Probleme am Bewegungsapparat.

Das Healthness-Bad selektiert und verarbeitet vielfältige Einzeldaten zu einer sinnvol­len, klaren und leicht verständlichen Information. Dabei setzt es auf „Gamification“: Mit intelligenten, spielerischen Anreizen wie virtuellen Trainern, Animationen oder Info­grafiken werden die Nutzer dabei zum Handeln motiviert. Zusammen mit der passenden Musik und motivierenden Sprüchen wird das Bad damit zum Gesundheitscoach.

Das Zero-Emission-Bad: 100 Prozent Genuss ohne schlechtes Gewissen

Auf Basis des dritten Megatrends Neo-Ökologie ist die Vision des Zero-Emission-Bads entstanden, das auf den nachhaltigen Umgang mit Ressourcen, den Einsatz von voll­ständig erneuerbaren Energien und ein intelligentes Energiemanagement setzt. Das Zero-Emission-Bad hat eine positive Ökobilanz und verspricht zugleich einen hohen Nutzungskomfort. Denn die benötigte Energie wird im Zero-Emission-Bad direkt dort erzeugt, wo sie gebraucht wird: im Badezimmer. Das Zero-Emission-Bad ist aktiver Teil des Plus-Energie-Hauses, denn dank ausgeklügelter Energiekonzepte wird das Bad zu einem Kraftwerk, das autonom und energieneutral arbeitet:

  • Ungeklärtes Wasser könnte beispielsweise in Methangas umgewandelt und zur Wärmeerzeugung genutzt werden.
  • Dank Vakuumtoilette gibt es kaum noch Abwasser.

Auch die Ausstattung des Zero-Emission-Bads setzt auf Umweltverträglichkeit. Ge­fragt sind natürliche, recycelbare Materialien wie Keramik, Glas, Naturstein oder Holz. Dabei müssen die Ressourceneffizienz und Ökoeffektivität der Produkte stimmen, d.h. Nachhaltigkeit während des gesamten Produktlebenszyklus und Klimaneutralität im kompletten Herstellungsverfahren müssen gegeben sein. Folglich werden an die Her­steller von Sanitärkeramik oder Badmöbeln neue Anforderungen gestellt. Bei Villeroy & Boch beispielsweise sind die Anlagen zur Herstellung von Keramikprodukten mit mo­derner Wärmerückgewinnung ausgestattet, die die Abwärme des Brennofens in das Heizsystem zurückführt. Und das schwedische Werk Vargarda sowie das Sanitärwerk Mettlach erfüllen den nach strengen europäischen Kriterien ausgerichteten EMAS Um­welt-Standard und besitzen die weltweit geltende Zertifizierung nach ISO 14001.

Das Selfness-Bad: Äußere Reinigung trifft inneres Gleichgewicht

Nachdem lange Wellness als Voraussetzung für das persönliche Wohlbefinden galt, ist nun der Selfness-Trend im Kommen: Statt dem rein passiven Abschalten steht die Weiterentwicklung der Persönlichkeit durch neue meditative Erfahrungen im Vorder­grund: Virtuelle Realitäten üben eine therapeutische Wirkung aus. Das Bad gibt dem Nutzer Bewältigungsstrategien an die Hand, um sich selbst zu helfen und unter ande­rem dem Burnout vorzubeugen. Der Raum verwandelt sich mit Hilfe digitaler Themen­welten in ein Yoga-Studio oder eine Spa-Lounge und ist mit seinen vielfältigen Funk­tionen ganz auf den persönlichen Biorhythmus eingestellt. Seine Architektur öffnet sich zum Schlafzimmer, so dass die heilsame Atmosphäre des Selfness-Bades direkt zu einem erholsamen Schlaf führt.

Wohlfühlmaterialien prägen den Raum, Böden, sanitäre Objekte und Oberflächen sind in Holz- oder Natursteinoptik gehalten, Stoffe, Wände, Teppiche und Einrichtungsac­cessoires lassen eine wohnliche Atmosphäre entstehen. Hinzu kommen hippe Funktio­nen:

  • Ein Beleuchtungssystem sorgt mit einer individuell abgestimmten Lichtinszenie­rung für eine angenehme Stimmung.
  • Düfte, frische Luft oder die Strahlen einer Wärmewellenheizung beeinflussen das Raumklima.
  • Auf Multimedia-Wänden werden Themen visuell aufbereitet, die von passenden Sound-Kulissen begleitet werden und den Nutzer auf mentale Ausflüge mitneh­men.
  • Das Badsystem errechnet die jeweils passende Bedürfniswelt aus der Fülle an personenbezogenen Gesundheitsdaten. Die mentalen Erlebnisreisen werden durch körperliche Rituale und Therapiemaßnahmen verstärkt: Massagen, Infra­rot-Anwendungen, Dampf, Trinkkuren oder auch Yoga-Übungen, Meditation, autogenes Training und progressive Muskelentspannung.

Mit der Badkollektion Vivia sieht Villeroy & Boch sich bereits auf dem Weg in Richtung Selfness-Bad - siehe Baulinks-Beitrag „Vivia: Villeroy & Bochs neue Badkollektion stellt die Dusche in den Mittelpunkt“ vom 7.4.2015:


Das Bad im Wandel

So wie die strikt linearen Biografien der Menschen in Zukunft zu Patchwork-Multigra­fien werden, lässt sich auch die Zukunft des Bades nicht als geradlinige Entwicklung aktueller Trends vorhersehen. Das tatsächliche Bad der Zukunft wird sich vermutlich als eine Hybridform der unterschiedlichen Badwelten präsentieren. Mit seiner Multi­funktionalität passt es zum sich wandelnden Lebensstil in den verschiedenen Lebens­abschnitten und zum fließenden Übergang von Wohnen und Arbeiten.

Weitere Informationen zum Bad der Zukunft können per E-Mail an Grohe bzw. per E-Mail an Villeroy & Boch angefordert werden.

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