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BIMiB Tragsystem: Künstliche Intelligenz trifft auf Building Information Modeling im Bestand


  

(24.8.2020) Künstliche Intelligenz (KI) ist aus vielen Ingenieurbereichen nicht mehr wegzudenken, und auch im Bauwesen gewinnt sie an Bedeutung - wo derzeit insbesondere BIM der Taktgeber ist. „Wird es konsequent eingesetzt, hilft BIM beispielsweise bei Investitionsentscheidungen und bewahrt vor Fehlern bei der Bauausführung“, erklärt Prof. Dr. Dominic Becking vom Campus Minden der Fachhochschule (FH) Bielefeld. „Leider kommt es bisher fast ausschließlich bei Neubauten zum Einsatz, deshalb ist es unser Ziel, die Nutzung bei Bestandsbauten attraktiver zu machen.“

In dem Projekt „Building Information Modeling im Bestand“ (BIMiB Tragsystem) entwickeln Forscher des Instituts für Intelligente Gebäudetechnologien an der FH Bielefeld deshalb ein neues System, das mit Methoden des Machine Learnings und der Wissensmodellierung wichtige Tragwerksstrukturen von Bestandsbauten automatisiert erkennt und in einem semantischen Metamodell sichtbar macht. „Wenn BIM bei Bestandsbauten eingesetzt wird, unterstützt es nicht nur den Betrieb und erleichtert die Sanierung, sondern hilft auch beim ressourcen- und umweltschonenden Rückbau“, verspricht der Bauingenieur Prof. Dr.-Ing. Uwe Weitkemper, der zusammen mit Prof. Becking das Projekt leitet.

Da das Machine Learning für Tragsysteme bisher wenig verbreitet ist, leisten die Bielefelder Forscher Pionierarbeit. Sie müssen erarbeiten, wie Ingenieurdenken abgebildet werden kann und unter welchen Bedingungen maschinelles Lernen auf das Erkennen von Baustrukturen sinnvoll anwendbar ist. Dazu arbeiten Wissenschaftler aus verschiedenen Disziplinen - wie Bauingenieurwesen, Informatik und Architektur - zusammen. „Wir beschäftigen uns damit, wie wir Bauingenieurdenken, natürliche Zusammenhänge von Objekten, technische Randbedingungen und automatisiertes Lernen zusammenführen können“, erzählt der Informatiker Becking.

Das Projekt wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung mit 800.000 Euro gefördert. Die Forscher der FH Bielefeld arbeiten dabei mit den Projektpartnern der HOCHTIEF ViCon GmbH aus Essen und Pape Architekten aus Herford zusammen.

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