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Luftschleieranlage für die Isaakskathedrale in Sankt Petersburg

(22.12.2016) Die Isaakskathedrale in Sankt Petersburg ist eine der größten sakralen Kuppelbauten der Welt und bietet Platz für mehr als 10.000 Gläubige - siehe Google-Maps bzw. Google-Street-View:

siehe auch „normales“ Bild

Rund drei Millionen Menschen besuchen das Baudenkmal jährlich - verbunden mit einem ständigen Kommen und Gehen. Die Ein- und Ausgänge des historischen Gebäudes sind weitaus höher frequentiert als bei so manch einem modernen Kaufhaus. Darum wurden nach einem langem Genehmigungsverfahren 2015 zwei Luftschleiersysteme von Teddington im Ein- und Ausgangsbereich installiert, die die Menschen in dem Gotteshaus seit dem Winter 2015/2016 vor Zugluft und das Gebäude selbst vor unnötigen Energieverlust bewahren.

Mitten in der Altstadt von Sankt Petersburg liegt die Isaakskathedrale, die dank ihrer kulturellen Bedeutung und als Bauwerk mit gigantischen Ausmaßen bei Touristen und Bewohnern gleichermaßen beliebt ist. Mit einem Durchmesser von 26 Metern erstrahlt die vergoldete Hauptkuppel auf einem Sakralbau, der insgesamt mehr als 20.000 Kubikmeter umbauten Raum fasst - siehe 360°-Panorama:

siehe auch „normales“ Bild

Zugluft durch hohe Windlasten

An vielen Tagen im Jahr geben sich die Besucher an den beiden Ein- und Ausgängen „die Klinke in die Hand“. Das verursachte in der Vergangenheit massive lufttechnische Probleme. Hohe Windlasten wirken auf die breite Nordfassade der Kathedrale ein und lösen einen starken Durchzug aus, wenn beide Türen gleichzeitig geöffnet sind. Das ist nicht nur unangenehm für die Besucher, sondern treibt auch die Heizkosten in die Höhe.

Gläserne Schiebetürenkonstruktionen, die - als Windfang gedacht - vor die historischen Ein- und Ausgänge gesetzt wurden, sowie Overdoorheater, die über den Außentüren installiert wurden, erwiesen sich als ungeeignet, um das Raumklima stabil zu halten.

Sonderlösung für sehr hohe Türen

Im Jahr 2011 wandte sich die Firma GMP, die mit dem Facility Management der Immobilie betraut ist, an das Unternehmen Comfort Trade, den Teddington Vertriebspartner in Sankt Petersburg. Experten von Comfort Trade und Teddington begutachteten draufhin gemeinsam die lufttechnische Situation in dem historischen Objekt. Sie schlugen schließlich eine individuelle Lösung vor, die speziell auf die Besonderheiten des denkmalgeschützten Gebäudes zugeschnitten ist:

Türluftschleier
alle Fotos © Teddington

Da die Türen mehr als vier Meter hoch sind und Befestigungsbohrungen in den historischen Decken und Wänden unerwünscht waren, kam eine horizontal unter der Decke angebrachte Luftschleieranlage hier nicht infrage. Stattdessen entwickelte Teddington ein Konzept, in dem Geräte der E-Serie mit dem Convergo-Druckkammer-Düsensystem vertikal aufgestellt wurden - siehe dazu auch Baulinks-Beitrag „Convergo by Teddington: Venturi-Prinzip optimiert Luftschleiertechnik“ vom 18.4.2013.

In Sonderbauweise sollten Geräte mit der maximal verfügbaren Länge von drei Metern mit je einem weiteren, oben „aufsitzenden“ Gerät kombiniert werden, um die gesamte Höhe abzudecken. Dabei wird der untere Bereich, in dem sich die Besucher bewegen, beheizt, während die warme Luft oben im Umluftverfahren am Entweichen gehindert wird. Trotz extremer Außentemperaturen im russischen Winter (bis minus 25°C) konnten die Heizkosten der Isaakskathedrale dem Vernehmen nach „massiv gesenkt werden“.

Vorgestellt im Jahr 2011, wurden die Luftschleieranlagen 2015 schließlich genehmigt und montiert. Vorausgegangen waren Beratungen mit den örtlichen Denkmalschutzbehörden, um sicherzustellen, dass sich die Technik gut in das Erscheinungsbild einfügt - zumal für die Wärmezufuhr Löcher in den historischen Boden gebohrt werden mussten.

Um die wertvollen historischen Holztüren vor Rissen durch schwankende Temperaturen zu schützen, wurden zusätzliche Thermostate und Steuerungen integriert. Sie halten die Temperatur stabil und wurden über die elektronische Steuerung TLC 700 von Teddington mit der Gebäudeleittechnik verknüpft.


Sofort im Winter 2015/2016 hat sich das Konzept wohl schon bewährt: Gennadij Polunin, der für die Isaakskathedrale zuständigen Chefingenieur von GMP, freut sich jedenfalls: „Unsere Ein- und Ausgangsbereiche sind endlich effektiv vor Wind und Wetter geschützt. Der erwünschte Abschirmeffekt und der durch Teddington zugesicherte Komfort haben sich zu unserer vollsten Zufriedenheit eingestellt. Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Tatsache, dass wir nun eine Menge Energie einsparen und damit unsere Betriebskosten reduzieren werden.“

Weitere Informationen zu Türluftschleiern können per E-Mail an Teddington angefordert werden.

siehe auch für zusätzliche Informationen:

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