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Planung von Schranken und einer Parkraumbewirtschaftung

(17.1.2020) Parkraum ist immer häufiger ein knappes Gut. Dort, wo ein Defizit an Stellplätzen besteht oder verschiedene Nutzergruppen um den knappen Parkraum konkurrieren, sorgen Schranken und gegebenenfalls Bezahlsysteme für die Regelung von Zu- und Ausfahrt. Die Wahl des richtigen Systems hängt vom Einsatzzweck und den baulichen Voraussetzungen ab.

alle Fotos © Hörmann 

Sperrbreiten von bis zu zehneinhalb Metern

Die Art der verwendeten Schranke wird von Sperrbreite, Einfahrtshöhe und Öffnungsfrequenz bestimmt. Grundsätzlich zu unterscheiden sind Rund-, Flach-, Knick- und Achtkantbäume. Aufgrund ihres statisch günstigen Profils und der beidseitigen Anbindung an das Schrankengehäuse können beispielsweise Achtkantbäume von Hörmann wesentlich breitere Einfahrten absperren. Unter diesen Voraussetzungen lassen sich mit einem einzigen Achtkantbaum Sperrbreiten von bis zu 10,5 m realisieren. Beidseitig angebundene Rundbäume ermöglichen Sperrbreiten von gut 6 m. Damit lassen sich auch breite Einfahrten wie zum Beispiel zu Werksgeländen mit nur einer Schranke versperren.

Je nach Länge und Gewicht des Schrankenbaums variieren auch die Schließ- und Öffnungszeiten. Während ein langer Achtkantbaum bis zu zwölf Sekunden zum Öffnen benötigt, dauert dieser Vorgang bei einem sechs Meter langen Rundbaum höchstens acht Sekunden. Dementsprechend empfehlen sich diese Schranken für bis zu 240 bzw. 1.600 Zyklen pro Tag.

Kleinere und leichtere Schranken mit Sperrbreiten von <3,8 m schaffen hingegen bis zu 5.000 Zyklen pro Tag und öffnen innerhalb von nur zwei bis drei Sekunden. Somit eignen sie sich besonders gut für stark frequentierte Parkplätze oder Parkhäuser. Neben Rundbäumen kommen hier vor allem Flachbäume mit rechteckigem Profil zum Einsatz.

Vermeidung von Beschädigungen

Ein Vandalismusschutz sorgt dafür, dass Schranken bei unrechtmäßiger Bedienung - zum Beispiel durch gewaltsames Hochdrücken - nicht beschädigt werden. Somit entfallen Reparaturkosten und die Schranken bleiben funktionsfähig.

Darüber hinaus verfügt die Unterseite der Flachbäume über ein Dämpfungsprofil zum Absichern der unteren Schließkante des Schrankenbaums. Die weiche Oberfläche in Verbindung mit der Reversierfunktion senkt das Verletzungs- beziehungsweise Beschädigungs-Risiko infolge von Berührungen. Um ungewollte Berührungen nahezu komplett auszuschließen, empfiehlt sich eine Lichtschranke zum Absichern des Bereiches unter dem Schrankenbaum.

Dauer- und/oder Kurzzeitparker?

Ebenfalls entscheidend für die Planung eines Parkraums ist die Art der Parker: Dauerparker mieten Parkplätze über einen längeren Zeitraum und zahlen die fällige Miete meistens im Voraus. Kurzparker zahlen hingegen minuten- oder stundengenau im Nachhinein oder kurz vor dem Einparken.

Hinsichtlich der Zufahrtsberechtigungen reicht die Bandbreite von der einfachen Lösung mit stationären oder mobilen Bedienelementen (Handsendern) bis zur Systemlösung mit Ausweismedien.

Ein RFID-Weitbereichsleser kann einen RFID-Windschutzscheibenaufkleber (hier unter dem Rückspiegel) erfassen und bei Berechtigung die Ein- oder Ausfahrt freigeben. 

Öffnen per Smartphone, ... und Nummernschilderkennung

Die stationären Bedienelemente befinden sich an einer Kontrollsäule, die vor der Schranke montiert wird. Hier legitimiert sich der Fahrer durch Codeeingabe, Fingerabdruck oder einen QR- beziehungsweise Barcode. Als weitere Möglichkeit bieten sich RFID-Transponderkarten an. Alternativ kann die Schranke bei modernen Lösungen auch mit einem QR-Code auf dem Smartphone bedient werden. Dabei wird das Smartphone berührungslos vor den Leser am Kontrollgerät gehalten.

Eine weitere Möglichkeit bieten sogenannte RFID Weitbereichsleser. Hierbei wird ein RFID Windschutzscheibenaufkleber durch die Leseeinheit erfasst und gibt bei Berechtigung die Ein- oder Ausfahrt frei. Einfach funktioniert auch die Nummernschilderkennung: Eine Kamera scannt das Nummernschild des Fahrzeugs, das zuvor im Ausweis­management-System freigeschaltet werden muss. Ein separates Ausweismedium ist dann nicht erforderlich:

Bei allen Erfassungsmethoden spielt das optionale Ausweismanagement-System eine zentrale Rolle. Es definiert, welche Benutzer mit welchen Ausweismedien, welche Schranken zu welchen Zeiten passieren dürfen. Bei der von Hörmann entwickelten Lösung wird hierzu ein mobiles oder stationäres Endgerät über einen Web-Browser mit der IP-Adresse der Schranke verbunden. Dies erfolgt entweder direkt mit der Schranke oder über das lokale Netzwerk per LAN oder WLAN.

Schranken mit eigenem Web-Server

Die Spitze der Entwicklung markiert derzeit die optionale Anbindung über einen Web-Server. So können mehrere Schrankenanlagen zentral von einem beliebigen Ort weltweit verwaltet werden. Neben der Konfiguration und der Verwaltung des Ausweismanagements bietet dieses Konzept zusätzlich die Fernsteuerung der Schranke inklusive Statusabfrage, so dass vor Ort kein Personal zur Betreuung notwendig ist. Zudem überwacht das System die Funktion der Schranke und sendet automatisch Störungsmeldungen, die unverzüglich an den Servicetechniker weitergeleitet werden können. Durch die Störungsanalyse aus der Ferne werden Reparaturzeiten vor Ort minimiert und Doppeleinsätze vermieden, weil der Servicetechniker alle benötigten Ersatzteile bereits mitbringt.

Die Qual(?) der Wahl

Die Auswahl des passenden Systems richtet sich nach der Art der Parkplätze: Be­sucher- und Mitarbeiterparkplätze können zum Beispiel durch eine Kombination aus Park- und Ausweismanagement flexibel genutzt werden. Für Mitarbeiter kann die Ein- und Ausfahrt durch stationäre Bedienelemente und RFID-Karten erfolgen, während die Ein- und Ausfahrt für Kunden über Barcode-Tickets verwaltet werden kann.

Bei Hotelparkplätzen ermöglicht ein individuelles Ausweismanagement das Befahren der Tiefgarage oder der Hotelparkplätze für einen definierten Zeitraum. Auch hier könnten RFID-Karten oder Barcode-Tickets zum Einsatz kommen. Ähnlich funktionieren die Zufahrtsberechtigungen bei Freizeitstätten und Campingplätzen. Für Dauernutzer werden die Berechtigungen für das Ein- und Ausfahren durch ein zeitgesteuertes Ausweismanagement geregelt. Während der Ruhezeiten oder außerhalb der Öffnungszeiten kann die Zufahrt systemseitig gesperrt werden.

Für Zufahrten zu Garagenhöfen oder Tiefgaragen von Wohnanlagen empfiehlt sich ein Dauerparkersystem mit Handsendern, mit denen gleichzeitig die Garagentore bedient werden können. Für Dauerparker kommen neben RFID-Karten und Handsendern aber auch Systeme mit Nummernschilderkennung oder RFID Weitbereichsleser in Betracht.

Bezahlen und Vergüten

Für bewirtschaftete Parkräume wie zum Beispiel Parkhäuser benötigt man neben den Ein- und Ausfahrstationen, bestehend aus Schranken und Ein- und Ausfahrterminal, auch die zugehörigen Kassenautomaten. Diese können mit individuellen Bezahlsystemen (Bargeld, Kredit- und EC-Karten) betrieben werden. Einkaufszentren benötigen außerdem ein Parkplatzmanagement mit integriertem Vergütungssystem. Mit Parkticketlochern, Vergütetickets, Online-Vergü­te­stationen oder Vergütedruckern können Kunden für getätigte Einkäufe belohnt werden, indem die Parkgebühren rabattiert werden. Auf diese Weise sorgen moderne Lösungen für Zufahrtskontrolle und Kassensysteme für eine bessere Kundenbindung im Einzelhandel.

Alle Daten der Ein- und Ausfahrten können vom Betreiber ausgewertet werden. So kann komfortabel nachvollzogen werden, wie lange beispielsweise Fahrzeuge geparkt werden oder wie das Vergütungssystem genutzt wird.

Als einer der wenigen Komplettanbieter ist Hörmann seit 2018 in diesem Geschäftsfeld aktiv - siehe auch Beitrag „Hörmann übernimmt Hersteller von Parkraummanagement-Systemen“ vom 28.1.2018. Weitere Informationen zu Schranken und einer Parkraumbewirtschaftung können per E-Mail an Hörmann gerichtet werden.

siehe auch für zusätzliche Informationen:

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