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Kompaktes, zweikomponentiges Mikroplastik-Filtersystem von 3P Technik für Kunstrasenplätze


1. Komponente: der HydroShark
  

(22.4.2020) Eine Studie des Fraunhofer-Insti­tuts für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik (UMSICHT) schätzt, dass  Kunstrasenplätze in Deutschland jährlich bis zu 8.000 Tonnen Mikroplastik emittieren - das wäre Platz 5 der Mikroplastik-Verursacher, noch weit vor Mikroplastikfasern, die bei der Wäsche von Textilien anfallen. Die EU prüft daher bereits, ob sie Maßnahmen zur Verringerung dieser Emissionen vorschlagen soll. Nach aktuellem Stand der Diskussion steht die Schließung vorhandener Kunstrasenplätze nicht zur Debatte. Dennoch sind Vereine und Sportanlagenbetreiber verunsichert und suchen nach Alternativen, um die Mikroplastik-Emissionen zu minimieren - siehe dazu auch den Beitrag „Kork statt Mikroplastik im Kunstrasen“ vom 9.9.2019.

Mikroplastik wirksam zurückhalten

Neben dem Einsatz alternativer Infillmaterialien empfiehlt es sich, Auswaschungen mit Mikroplastikpartikeln nicht in Gewässer und/oder die Kanalisation einzuleiten. Vor diesem Hintergrund hat 3P Technik eine vergleichsweise kompakte zweistufige Anlage zur Behandlung des Abwassers von Kunstrasenplätzen entwickelt. Sie soll Kunststoff-Mikropartikel bis zu einer Größe von 50 µm „weitgehend“ zurückhalten können. Im Vergleich zu bisher oft eingesetzten Rückhaltebecken ist der Einbau kostengünstig und leicht umzusetzen. Zudem ist der Flächenbedarf gering. Und das System kann in das bestehende Leitungsnetz integriert werden. Auch eine deutliche Leistungsverbesserung bereits vorhandener Rückhaltesysteme sei möglich. Das gereinigte Wasser kann außerdem gesammelt und anschließend zur Bewässerung der Sportanlagen eingesetzt werden.

Die Anlage besteht aus zwei Komponenten:

  • Neu entwickelt ist die Sedimentationsanlage HydroShark (Bild rechts oben): In der ersten Stufe wird das Wasser tangential in der Mitte des Systems eingeleitet. Durch den „Teetasseneffekt“ sedimentieren Feststoffe in der Mitte der Rotationsbewegung und sinken in einen Schlammfang ab. Er ist durch einen Gitterrost und Strömungsbrecher hydraulisch vom Behandlungsraum getrennt, so dass es auch bei Starkregen nicht zu einer Rücklösung der abgesetzten Partikel kommen kann. In einem Außenring wird das Wasser anschließend gleichmäßig nach oben geführt. Das namensgebende Zackenwehr des HydroShark sorgt dann für eine möglichst homogene Strömung ohne Kurzschlussströmungen. Leichtstoffe wie Öle oder Pollen können nicht unter der Abscheidewand durchtauchen und werden daher effektiv zurückgehalten.
      
  • Das HydroSystem (Bild rechts) wird seit mehr als 20 Jahren in der dezentralen Abwasserbehandlung von Verkehrsflächen eingesetzt. Hier bewirkt ein hydrodynamischer Abscheider nochmals eine Sedimentation von Feststoffen in einem strömungsberuhigten Schlammfang. Danach passiert das Wasser im Aufstromverfahren die eingesetzten Filterelemente. Hier werden Schadstoffe wie Schwermetalle, Mineralölkohlenwasserstoffe und polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK) ausgeschieden und Nährstoffe wie Phosphate gebunden.

Die Qualität des gereinigten Wassers soll so hoch sein, dass es für die direkte Einleitung in die Versickerung oder Vorfluter geeignet ist.

Weitere Informationen zum Mikroplastik-Filtersystem für Kunstrasenplätze können per E-Mail an 3P Technik angefordert werden.

siehe auch für zusätzliche Informationen:

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