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Energetische Innendämmung mit Foamglas T3+

(8.1.2026) In Marl wird ein Schulgebäude aus der Nachkriegsmoderne zu einer öffentlichen Begegnungsstätte umgebaut. Unter dem Namen „Marschall 66” entsteht aus dem seit 2002 leerstehenden Gebäude ein „Dritter Ort” für Bildung und Kultur. Die energetische Sanierung erfolgt bestandsgerecht von innen. Ausschlaggebend für die Materialwahl waren Anforderungen aus Denkmalschutz, Energieeffizienz, Brandschutz und Dauerhaftigkeit.

Der nichtbrennbare, diffusionsdichte Innendämmstoff Foamglas T3+ ermöglicht eine energetische Sanierung von innen unter Wahrung des Denkmalschutzes. (Bild: OC Foamglas) 

Das Gebäude an der Kampstraße in Marl (Nordrhein-Westfalen) war seit 2002 ungenutzt. Die Architektur ist durch klare Linien und funktionale Gestaltung geprägt. Mit dem Projekt „Marschall 66” wird es nun als multifunktionales Kultur- und Erlebniszentrum reaktiviert. Der Name verweist auf den Architekten und Stadtplaner Günther Marschall sowie auf das Baujahr 1966.

Für Planung und Umsetzung des Umbaus ist das Architekturbüro Feja + Kemper aus Recklinghausen verantwortlich. Das Vorhaben ist Teil des Integrierten Stadtentwicklungskonzepts ISEK 2030+, mit dem die Stadt Marl ihre Innenstadt weiterentwickelt. In direkter Nachbarschaft zum Grimme-Institut werden künftig unter anderem Skulpturenmuseum, Stadtbibliothek, Kleinkunstbühne, Museumscafé sowie Angebote der Volkshochschule und Musikschule in dem Gebäude gebündelt. Der Spatenstich erfolgte im Februar 2024, die Fertigstellung ist für Juni 2026 vorgesehen.

Das seit 2002 leerstehende Nachkriegsmoderne-Gebäude zeichnet sich durch klare Linien sowie funktionale Architektur aus und erhält durch die Sanierung neues Leben. (Bild: Susan Feind) 

Energetische Ertüchtigung im Bestand

Vor der neuen Nutzung waren umfangreiche Sanierungsmaßnahmen erforderlich, insbesondere im Bereich der Energieeffizienz. Da die Fassade aus denkmalpflegerischen Gründen erhalten bleiben musste, wurde eine Innendämmung umgesetzt. Zum Einsatz kam der nichtbrennbare und diffusionsdichte Dämmstoff Foamglas T3+. Insgesamt wurden rund 700 m² Wandflächen mit 80 mm starken Schaumglasplatten gedämmt. Zusätzlich erhielten Fensterlaibungen und Unterzüge auf etwa 430 m² eine Dämmung mit 40 mm starken Platten.

Mechanisch belastbar und formstabil

Die Schaumglasplatten verfügen über eine Druckfestigkeit von mindestens 500 kPa. Dies ist insbesondere in Bereichen wie Fensterlaibungen und Wandanschlüssen relevant, die erhöhten mechanischen Belastungen ausgesetzt sind. Zudem bleibt Foamglas T3+ auch bei Temperatur- und Feuchteeinwirkung formstabil. Die konstante Maßhaltigkeit ermöglicht eine präzise Verarbeitung, auch auf unebenen Bestandsflächen. Die verwendeten Platten im Format 60 × 45 cm unterstützten einen zügigen Baufortschritt.

Nichtbrennbar und brandschutzgerecht

Da das Gebäude künftig öffentlich genutzt wird, spielte der Brandschutz eine zentrale Rolle. Foamglas T3+ ist nichtbrennbar und entspricht der Baustoffklasse A1 nach DIN EN 13501-1. Im Brandfall entstehen weder Rauch noch toxische Gase, und eine Brandausbreitung über die Dämmschicht wird verhindert. Damit erfüllt das System die hohen Anforderungen an den vorbeugenden Brandschutz in öffentlichen Gebäuden.

Einfache Verarbeitung ohne Zusatzschichten

Nach entsprechender Vorbehandlung schadstoffbelasteter Bereiche wurden die Dämmplatten direkt auf das bestehende Mauerwerk geklebt. Das System kommt ohne zusätzliche Dampfbremse oder kapillaraktive Ausgleichsschichten aus und reduziert dadurch den planerischen und konstruktiven Aufwand. Die raumseitige Oberfläche wurde je nach Nutzung mit Gipskartonplatten oder Gipsputz ausgeführt.

Marschall 66 wird künftig als „Dritter Ort” vielfältige kulturelle und bildungspolitische Angebote vereinen. (Visualisierung: Feja + Kemper Architekten) 

Bautafel

Weitere Informationen können per E-Mail an Foamglas angefordert werden.

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