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Brandschutz ist Denkmalschutz

  • Spezial-Löschanlagen schützen Kunstwerke vor der Zerstörung

(18.3.2004) Verheerende Brände haben immer wieder Kulturgüter von unschätzbarem Wert unwiederbringlich zerstört. Erst vor wenigen Wochen konnte das 1997 ausgebrannte Opernhaus "La Fenice" in Venedig nach aufwändigen Restaurierungsarbeiten wieder eröffnet werden. Große Museen, Archive und Bibliotheken, aber auch Burgen und Schlösser, Kirchen und Klöster sowie historische oder denkmalgeschützte Gebäude jeder Art sind in besonderem Maße brandgefährdet. Das hängt oft schon mit der Bauweise zusammen, die unter brandschutztechnischen Gesichtspunkten aus vielerlei Gründen problematisch ist. Bereits die für viele alte Gebäude so charakteristischen offenen Verbindungen zwischen Geschossen und Gebäudeteilen tragen im Brandfall wesentlich zu einer schnellen Ausbreitung von Feuer und Rauch bei. Eine weitere Problematik: Holz ist der elementare Baustoff in historischen Bauten.

Die häufigsten Brandursachen bei Baudenkmälern sind - neben der Brandstiftung - defekte elektrische Geräte und Anlagen sowie der fahrlässige Umgang mit offenem Feuer bei Renovierungs-, Reparatur- und Schweißarbeiten.

Nach wie vor kommt hier dem Löschmittel Wasser eine besondere Bedeutung zu. Moderne Sprinkleranlagen lassen sich inzwischen - auch mit Blick auf die Anforderungen und Einschränkungen des Denkmalschutzes - in historische Gebäude integrieren, ohne deren Charakter optisch zu beeinträchtigen.

Aber nicht nur die Baudenkmäler selbst, auch die darin aufbewahrten oder ausgestellten Kulturgüter müssen geschützt werden. In diesem höchst sensiblen Bereich können größere Mengen Wasser ebenso Schäden anrichten wie Hitze oder Ruß. Daher empfehlen sich in solchen Fällen Kohlendioxid, Argon oder Stickstoff bzw. daraus zusammengesetzte Gasgemische als geeignete Löschmittel, die keinerlei Rückstände und keine Feuchtigkeit verursachen. Die Wirkung von modernen Inertgas-Löschanlagen beruht auf der Verdrängung des Luftsauerstoffs, wodurch dem Feuer die Basis entzogen wird. Normalerweise beträgt der Sauerstoffgehalt der Luft 21%. Durch die gezielte Zufuhr von Gasen wie CO₂ - Brandschützer sprechen vom "Fluten" des Raumes - wird dieser Wert soweit abgesenkt, dass das Feuer erlischt. Gleichzeitig sinkt die Raumtemperatur, was das Erlöschen des Brandes begünstigt.

Vor dem Fluten werden Mitarbeiter und Besucher über optische und akustische Signale gewarnt, damit sie den Raum umgehend verlassen können. Inzwischen ist es möglich, durch geeignete Löschgase die diese Anlagen so auszulegen, dass der für Menschen kritische Grenzwert der verbleibenden Restsauerstoffkonzentration nicht unterschritten wird.

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