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Dachdeckerhandwerk: 2009 mit blauem Auge davongekommen

(27.6.2010) Der Zentralverband des Deutschen Dachdeckerhandwerks (ZVDH) hat bereits Ende April gemeldet, dass die Dachdecker vom Krisenjahr 2009 wirtschaftlich nicht verschont geblieben seien. "Dennoch sind wir mit einem blauen Auge davongekommen", so Ulrich Marx, Hauptgeschäftsführer des Verbandes. "Wir rechnen mit einem Umsatzrückgang von etwa 2 Prozent für das Geschäftsjahr 2009." Eine Umsatzsteigerung werde für das Jahr 2010 nicht erwartet. Insgesamt beurteilten gut 80 Prozent der Dachdeckerbetriebe ihre Ertragslage im vergangenen Jahr als ausreichend, wobei es deutliche regionale Unterschiede gebe.


Bild aus dem Beitrag "Betondach und Schieferdeckung über der Hochhausgrenze" vom 26.6.2010

Bezüglich der wirtschaftlichen Aussichten für das Jahr 2010 geben sich die Dachdecker verhalten optimistisch. Nach einem der härtesten und längsten Winter der letzten Jahre gelte es, das zwischenzeitlich angewachsene Auftragspolster abzuarbeiten. Insgesamt lägen die Auftragsreichweiten deutlich höher als im vergangenen Jahr. Während im Jahr 2009 Aufträge durchschnittlich für 2,3 Monate vorhanden waren, seien es heute (Stand Ende April) 3,2 Monate. Man solle sich aber von den gut gefüllten Auftragsbüchern nicht täuschen lassen: "Sie sind überwiegend dem langen Winter und der dadurch entstandenen Zwangspause geschuldet, in der keine Aufträge abgearbeitet werden konnten," erklärt Marx. Aber auch das Konjunkturpaket II habe den Dachdeckern Aufträge beschert. Immerhin 41 Prozent der Dachdeckerbetriebe konnten bereits Aufträge aus dem Konjunkturpaket II generieren. "Das Maßnahmenpaket kann für uns als Erfolg bezeichnet werden," so das Resümee des Hauptgeschäftsführers.

Auffällig sei, dass selbst im öffentlichen Sektor offenbar aufgrund der leeren Kassen trotz Konjunkturpaket die erforderlichen "echten" Sanierungen zugunsten von Reparaturaufträgen in die Zukunft verschoben werden. Den Gemeinden fehle einfach das Geld und es werde eher repariert als saniert. Immerhin trage die leichte Auftragszunahme im öffentlichen Sektor dazu bei, den durch die Wirtschaftskrise ausgelösten Rückgang im Gewerbebau etwas zu kompensieren. Eine geringe Auftragszunahme sei auch im Bereich privater Bau zu beobachten, die im Wesentlichen den Bereich Sanierung betreffe. Hier machten sich die KfW-Programme der Bundesregierung zur energetischen Sanierung positiv bemerkbar. Eine Verstetigung dieser Maßnahme würde einen weiteren Sanierungsschub auslösen, der Umwelt und Klima schone und in Deutschland Arbeitsplätze sichere.

Unter der viel beschworenen Kreditklemme leide das Dachdeckerhandwerk nur zum Teil. Nur 20 Prozent der Dachdeckerbetriebe beklagten Erschwernisse bei der Kreditaufnahme, gut 40 Prozent der Betriebe habe damit keine Schwierigkeiten gehabt.

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