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Pflasterklinker oder Betonstein? Studie zu CO₂-Emissionen und Ressourcenverbrauch

(11.11.2011) Schon vor längerer Zeit hatte sich die niederländische Metropole Amsterdam aus ästhetischen Gründen für den Einsatz von Pflasterklinkern in sämtlichen Tempo-30-Zonen entschieden. Im Jahr 2009 wurde dann das niederländische Umweltingenieurbüro Tauw Group, Deventer, von der Stadtverwaltung beauftragt, eine vergleichende Untersuchung diverser Bodenbeläge vorzunehmen, die keine Stufe der Wertschöpfungskette außer Acht lässt: angefangen bei der Produktion über die Verarbeitung, Wartung, den Rückbau und logistische Prozesse bis hin zum Recycling.

Lebensdauer entscheidend

Die Autoren der Studie „Beoordeling duurzaamheid bestratingmateriaal“ (Mai 2010) kommen bei einer zugrunde gelegten Nutzung von 100 Jahren zu dem Schluss, dass Pflasterklinker von allen untersuchten Belägen in Sachen CO₂-Emission und Ressourcenverbrauch das beste Ergebnis liefern. Hauptursache sei ihre hohe Lebensdauer, denn die Tauw-Autoren setzen bei Pflasterklinkern eine Nutzungsdauer von 100 Jahren an und rechnen beim normalen Gebrauch mit einer 20-prozentigen Austauschrate in diesem Zeitraum. Positiv ins Gewicht falle zudem, dass Pflasterklinker auf Grund ihrer hohen Widerstandsfähigkeit und Farbechtheit wiederverwendet werden können - siehe aber auch Beitrag "SLG-Broschüre mit vergleichender Ökobilanz von repräsentativen Verkehrsflächen" vom 2.8.2012.

Demgegenüber schreiben die Autoren der Studie Betonpflaster eine technische Lebensdauer von 40 Jahren zu; danach müssten die Steine recycelt werden. Außerdem könnten im Falle einer nach 20 Jahren nötigen Straßensanierung auf Grund des höheren Verschleißes und der mangelnden Farbechtheit deutlich weniger Steine wiederverwendet werden. Die Austauschrate liege im Vergleich zu Pflasterklinkern dreimal höher.

Bild rechts: Die Anrainer der Braunschweiger Rudolf-Wilke-Straße (siehe Bing-Maps und/oder Google-Maps) entschieden sich für Penter-Klinker „Braunbunt“. Die Hochkantverlegung in der Straßenkreuzung sorgt dafür, auftretende Scherkräfte abzutragen.

energieintensive Klinker-Herstellung wird relativiert

Der energieintensive Brennprozess bei der Herstellung von Pflasterklinkern wird in der Bewertung der Fachleute relativiert, indem sie den hohen Energieverbrauch bei der Zementherstellung für die Produktion von Betonpflaster ebenfalls einbeziehen. So sei dieser für nicht weniger als 90 Prozent der CO₂-Emissionen in der energetischen Bilanz von Beton verantwortlich.


Überall, wo es auf Farbechtheit ankommt, empfehlen sich Pflasterklinker. Weil die Pigmente im Ton enthalten sind, ist ein Auswaschen der Farben - etwa durch aggressives Salzwasser oder UV-Strahlung - nicht möglich. Auch deshalb entschied sich die Gemeindeverwaltung von Westerland/Sylt für 'Bockhorner Bunt 04'. (Bild vergrößern)

Bezogen auf die Stadt Amsterdam errechneten die Autoren ein Einsparpotenzial von 237 Kilotonnen CO₂ bei einer vollständigen Pflasterung mit Klinkern. Das entspräche dem jährlichen Kohlendioxidausstoß von etwa 26.000 Haushalten.

Weitere Informationen zu Pflasterklinkern können per E-Mail an Wienerberger angefordert werden.

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