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Betonunternehmen: Chancen in einem schwierigen Umfeld

(7.8.2002) "Realitäten erkennen, Zukunft gestalten" - so fasste Moderator Thomas Zawalski, Leiter Marketing & Vertrieb, das Anliegen der "Bauvisionen 2002", einer Podiumsdiskussion, zusammen. Rohrbach Zement hat auch dieses Jahr wieder Geschäftspartner und zukunftsorientierte Mittelständler aus der Beton- und Fertigteilindustrie ins Werkforum nach Dotternhausen eingeladen. Themenschwerpunkte waren Rating/Basel II und Kooperationen.

Das Sommerwetter täusche nicht über den eisigen Konjunkturwind hinweg, sagte Gerhard Rohrbach, geschäftsführender Gesellschafter von Rohrbach Zement. "Wenn wir glauben, wir kommen aus dieser Rezession heraus wie aus allen anderen zuvor, dann täuschen wir uns", so der Hausherr. Die Teilnehmer richteten den Blick auf die Chancen, die sich der Bauwirtschaft in einem schwierigen Umfeld bieten. Im Mittelpunkt standen zum einen Wege der Finanzierung nach der Neufassung der internationalen Richtlinien zur Vergabe von Krediten (Basel II). Zum anderen wurden Kooperationen als ein Ausweg aus der bedrängenden Marktlage aufgezeigt.

"Wenn wir, der hier versammelte Mittelstand, nicht selbst den Willen und die Kraft zur Gestaltung unserer Zukunft aufbringen, dann besteht die Gefahr, dass wir von Banken und Konzernen gestaltet werden", so Klaus Rinderspacher, Geschäftsführer der OMK Oberschwaben Moraene-Kies GmbH. Er stellte auf den "Bauvisionen 2002" Kooperationen als wesentliches Element der Zukunftsgestaltung vor und berichtete von seiner Erfahrung während der Gründung der OMK 2001. Klaus Rinderspacher: "Wir sind überzeugt, dass wir uns mit der OMK trotz der für die nächsten zehn Jahre unverändert kritischen Geschäftsaussichten gut positionieren können." Dabei ist das kurzfristige Ziel der Kooperation nicht die Ertragssteigerung, sondern die Stabilisierung der derzeitigen Marktstellung. Rationalisierungspotenziale machen die Gesellschafter der OMK in der gesamten Wertschöpfungskette aus - von der Rohstoffsicherung über die Fuhrparkdisposition und Produktentwicklung bis zur Finanzierung.

Unternehmensstrukturen an veränderte Verhältnisse anpassen

Wer sich wie die Gesellschafter der OMK zu einer Kooperation entschließt, muss eine kartellrechtliche Genehmigung einholen. Die juristischen Hintergründe erläuterte Dr. Matthias Karl, Rechtsanwalt in der Stuttgarter Kanzlei Gleiss Lutz Hootz Hirsch, der betonte, dass nach den kartellrechtlichen Rahmenbedingungen maßgeschneiderte Kooperationslösungen möglich seien. Als optimale Struktur empfahl er die Fusion, weil diese Verbindung zu einer neuen unternehmerischen Einheit juristisch unbedenklich ist.

Möglich sind außerdem Mittelstands- und Rationalisierungskartelle. Mittelstandskartelle werden genehmigt, wenn sie den Markt nicht beeinträchtigen, d.h. wenn der Anteil am sachlich und räumlich relevanten Markt unter 15 Prozent liegt. Bei Rationalisierungskartellen müssen die beteiligten Unternehmen die zu erwartenden Vorteile nachweisen. Entscheidend für die maßgeschneiderte Form sei eine klare Konzeption des beabsichtigten Zusammenschlusses, so Dr. Matthias Karl. Diese rechtlichen Hürden zu überwinden, um neue Wege der Zusammenarbeit auch unter Wettbewerbern zu erproben, empfahl Gerhard Rohrbach. "Wir müssen unsere Strukturen an die veränderten Verhältnisse anpassen. Keiner weiß, ob er noch existiert, wenn endlich wieder mehr Menge auf dem Markt abzuschöpfen ist." Da in der Baubranche das Mengengeschäft kaum mehr Möglichkeiten biete, solle über Kooperationen beziehungsweise Fusionen nachgedacht werden.

Auch beim Thema Finanzierung bieten Zusammenschlüsse einzelner Marktteilnehmer Vorteile. Reinhold W. Schlegel, Gesellschafter der Balinger RWS Schlegel Treuhand GmbH, informierte die mittelständischen Branchenvertreter über die Auswirkungen von Basel II, die Neufassung der internationalen Richtlinien zur Vergabe von Krediten. Spätestens im Jahr 2006 sind Finanzdienstleister dazu verpflichtet, Unternehmer vor der Vergabe von Krediten einem Rating zu unterziehen. "In dieser Verpflichtung liegt jedoch auch eine Chance für den Mittelstand. Das einzelne Unternehmen erhält eine ausführliche Qualitätseinschätzung und Risiken werden aufgedeckt." Wenn Gefahren wie bei der OMK Oberschwaben Moraene-Kies GmbH auf mehrere Gesellschafter verteilt sind, erleichtert das die Gewährung eines Kredits. Dass sich daraus ein entscheidender Wettbewerbsvorteil ergibt, verdeutlichte Reinhold W. Schlegel mit den Worten des Autors und Börsenexperten André Kostolany: "Ohne Kredit gibt es keinen wirtschaftlichen Fortschritt - das wissen wir - und das Geld, auch das fremde, ist der Heizstoff der Wirtschaft und der Unternehmen."

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