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WBN zeichnet CEMEX-Betriebe für Naturschutzleistungen aus

(22.10.2006) Der Wirtschaftsverband Baustoffe-Naturstein (WBN) zeichnet fünf Werke der CEMEX Deutschland AG für herausragende Leistungen im Naturschutz aus.

Libellen bevölkern die Kies-Rohböden, Kröten finden in Flachwasserzonen ideale Laichplätze, Enten durchziehen den Röhricht, die Ufervegetation besteht aus niederrheintypischen Schilfarten, aus Weiden und Erlen, und Uferschwalben nisten in den Steilwänden - dieses Naturidyll am Kiessee in Stenden zwanzig Kilometer westlich von Duisburg ist eines aus zweiter Hand, ein menschengemachtes Sekundärbiotop.

Wirtschaftsverband Baustoffe-Naturstein, Rohstoffgewinnung, Naturschutz, Artenschutz, Renaturierung von Kiesgruben, Steinbruch, Lagerstätten Genehmigungen und Umweltschutz LGU, Quarzkiesgrube, Naturschutzverbände, Rekultivierung
Das Kieswerk Stenden vom Kiessee aus gesehen. Die Ufer sind mit Röhricht und Laubbäumen bepflanzt, und die dichte Vegetation bietet vielen Tierarten einen Rückzugsraum.

Gerade Stätten der mineralischen Rohstoffgewinnung übernehmen heute im gesamten Bundesgebiet eine wichtige Aufgabe im Natur- und Artenschutz. Gefährdete Tier- und Pflanzenarten finden hier - teils mit erheblichen Aufwand angesiedelt, teils durch natürliche Sukzession - schon während des Abbaus wertvolle Rückzugsräume; nach dem Abbauende entwickeln sich oft einzigartige Biotope, die zu Naturschutzgebieten erklärt werden. Auf diesen Umstand möchte der Wirtschaftsverband Baustoffe-Naturstein e.V. mit seinem 2006 erstmals vergebenen Zertifikat öffentlichkeitswirksam hinweisen - und darauf, dass viele Unternehmen behördliche Rekultivierungs- und Renaturierungsauflagen nicht bloß einhalten, sondern übererfüllen.

Fünf Betriebe der CEMEX Deutschland AG erhielten Ende September und Anfang Oktober die Würdigung des WBN. Neben dem Kieswerk Stenden zeichnete der Arbeitgeber- und Wirtschaftsverband die Kieswerke Rogätz und Immelborn, den Steinbruch Piesberg und die Quarzkiesgrube Niederweimar aus. Martina Heßing, Biologin in Diensten des WBN, begutachtete die Werke und zertifizierte sie gemeinsam mit WBN-Geschäftsführer Raimo Benger.

Die Bewertungskriterien des Arbeitgeber- und Wirtschaftsverbandes umfassen: die naturschutzfachliche Leistung, ob heimische Tier- und Pflanzenarten auf dem Werksgelände von selbst einen Lebensraum finden oder gezielt angesiedelt worden sind; die Öffentlichkeitsarbeit des Betriebs und die Pflege der Beziehung zu den Anwohnern und zur Gemeinde; die Nachhaltigkeit der Produktion, ob Energie und Umweltgüter sparsam verwendet und Immissionen - etwa von Staub und Lärm - vermieden werden; die Einbeziehung der Werksmitarbeiter in die Rekultivierungsplanungen und ihr Engagement für die naturschutzfachlichen Ziele. Nicht zuletzt fließen ökologische Alleinstellungsmerkmale des Standorts in die Bewertung ein.

Der Wirtschaftsverband Baustoffe-Naturstein, vor allem in Niedersachsen, NRW und Rheinland-Pfalz aktiv, vertritt die Interessen seiner Mitgliedsunternehmen unter anderem in den Bereichen Rohstoffsicherung und Planungsrecht sowie Landes- und Regionalentwicklungsplanung. Martina Heßing: "Der Stellenwert des Naturschutzes hat über die Jahre und Jahrzehnte zugenommen. Die Umweltschutzauflagen im Zuge von Genehmigungsverfahren werden immer anspruchsvoller, und wir bieten den Unternehmen Hilfe. Zusätzlich vertritt der WBN seine Mitglieder gegenüber den am Ort aktiven Naturschutzverbänden und den Behörden. Wir helfen, Naturschützer und Behördenvertreter von der Qualität der Umweltschutzmaßnahmen in Kieswerken, Steinbrüchen und in Betrieben der tongewinnenden Industrie zu überzeugen."

Unter den Bedingungen steigender Umweltschutzanforderungen und strengerer Rekultivierungsauflagen tragen die Hauptproduzenten eine besondere Verantwortung. Innerhalb der CEMEX Deutschland AG - sie gehört zu CEMEX, einem der weltweit führenden Baustoffhersteller - koordiniert eine eigene Fachabteilung Lagerstätten, Genehmigungen und Umweltschutz (LGU) diese Aufgaben. Die Abteilung LGU ist vor allem verantwortlich für das Management zur Erlangung und Erhaltung aller Abgrabungsgenehmigungen. Sie pflegt den Kontakt zu Behörden, Ämtern, Verbänden u. a., sie begleitet Rekultivierungsmaßnahmen, führt die Eigenüberwachungen im Rahmen von Verfüllungen durch und verantwortet alle erforderlichen Aufgaben zur Lagerstättengeologie. Hinsichtlich der Bedeutung von Rekultivierungen führt der Leiter der Abteilung Dr. Manfred Sichting aus, dass deren Realisierung öffentliches Spiegelbild der Unternehmensphilosophie ist. Nachhaltigkeit und Biodiversität stellen Verpflichtungen dar, die aus Verantwortung für die Zukunft erwachsen. Deshalb setzt CEMEX je Standort etwa zwischen hunderttausend und eine Million Euro für den Umwelt- und Naturschutz ein.

Martin Freimuth, Projektmanager Naturschutz bei der LGU, begleitete die WBN-Biologin Martina Heßing zu den Besichtigungsterminen in den fünf CEMEX-Werken und stand für fachliche Erläuterungen zur Verfügung. Freimuth: "Schon seit den 1990er Jahren wurde deutlich, dass Rohstoffgewinnung nicht gleichbedeutend ist mit Naturschädigung. Im Gegenteil, Orte der Rohstoffgewinnung sind in vielerlei Hinsicht ideale Biotope. Die heute sonst sehr selten gewordenen Steilwände und Rohböden bieten vielen Rote-Liste-Arten einen Lebensraum, auch in aktiven Steinbrüchen und Nassabbau-Standorten. Alle unsere jetzt vom WBN ausgezeichneten Werke leisten deutlich mehr als üblich, und das ist ganz in Sinne unserer Unternehmenspolitik, nach der die soziale Verantwortung gegenüber Anliegern und Umwelt oberste Priorität hat. Dieses Unternehmensziel der Nachhaltigkeit macht für uns auch den Umgang mit den Behörden einfacher."

In seiner Würdigung des Kieswerks Stenden hebt der WBN besonders die gezielte Entwicklung von Rohbodenstandorten als Pionierlebensraum und von Flachwasserbereichen als Laichplätze für Amphibien hervor. Als Besonderheit des Kieswerks Immelborn wertete der WBN die Sicherung von 12,4 Hektar im Naturschutzgebiet Forstloch, im Steinbruch Piesberg überzeugte das Erhalten von Fledermauslebensräumen, Geotopen und kulturhistorisch bedeutsamen Bergbauzeugnissen. Das Alleinstellungsmerkmal der Quarzkiesgrube Niederweimar ist die Wiederherstellung flussauentypischer Strukturen und Lebensräume im Rahmen von Rekultivierungsmaßnahmen, und das Kieswerk Rogätz zeichnet sich aus durch die gezielte Anlegung von Flachwasserzonen zur Sicherung der Biodiversität im Biosphärenreservat Mittelelbe.

In Stenden wird seit vierzig Jahren Kies gewonnen, von 1991 an von der Readymix AG, Vorgängerin der CEMEX Deutschland AG. Das Kieswerk versorgt die CEMEX-Transportbetonwerke im westlichen Ruhrgebiet. Die Rekultivierungsarbeiten im Kieswerk Stenden koordiniert Jürgen Tarter, LGU-Projektleiter im Gebiet Mineralische Rohstoffe NRW der CEMEX Kies & Splitt GmbH. Nicht zuletzt war es seine Erfahrung im Umgang mit den Genehmigungsbehörden und Gemeindevertretern, die den Standort für weitere 22 Jahre sichern half: Der Betreibergesellschaft liegt eine Erweiterungsgenehmigung für eine angrenzende Fläche von 25 Hektar vor, auf der die Mitarbeiter des Kieswerks im kommenden Jahr mit dem Trockenabbau beginnen werden. Dann werden der alte Kiessee und seine Uferzonen gemäß dem Renaturierungsziel Naturschutznutzung der Tier- und Pflanzenwelt überlassen werden.

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