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Subsidenz / absinkende Erdoberfläche - ein weltumspannendes Problem kartiert

(19.1.2021; pte) Das lokale Absinken der Erdoberfläche, auch Subsidenz genannt, hat in vielen Fällen nicht nur umweltbezogene, sondern auch schwerwiegende sozioökonomische Auswirkungen zur Folge. Zu diesem Schluss kommen u.a. auch Forscher der Università di Padova , des Istituto delle Ricerche per la Protezione Idrologica und des Istituto di Geoscienze e Georisorse.

LaSII UNESCO - Global Subsidence Map

Hauptgrund: Ausbeutung

„Unser Ansatz geht die Problematik global als Ganzes an“, berichtet Projektleiter Pietro Teatini. Dieses inzwischen weitverbreitete Phänomen hat nicht nur den Einsturz von Gebäuden und Infrastrukturen, sondern auch ein erhöhtes Überschwemmungsrisiko zur Folge. Als Ursache gilt vor allem die übermäßige Ausbeutung des Untergrundes durch die Förderung von Mineralien und anderen Bodenschätzen. In vielen Teil der Welt werden Subsidenzen von mehr als 25 cm pro Jahr erreicht. In Indonesien wird dies Regierungsplänen zufolge sogar zur Verlagerung der Hauptstatdt Jakarta auf die Insel Borneo führen.

„Besonders beunruhigend ist die Tatsache, dass es sich um einen schleichenden und sehr langwierigen Vorgang handelt, der das Leben in den vor allem von ärmeren Menschen bewohnten Metropolen beeinflusst“, kommentiert Herr Teatini. In Zahlen ausgedrückt seien das über 1,2 Mrd. Menschen in 21% der weltweiten, überwiegend auf Asien verteilten Großstädte. Wirtschaftlich betrachtet, ginge es um 8,17 Bio. Dollar, was rund 12% des weltweiten BIP entspricht. Laut einer am Simulationsmodell erarbeiteten Vorhersage bis zum Jahr 2040 leben bis dahin 635 Mio. Menschen in Gebieten mit erhöhter Überschwemmungsgefahr.

Italien großflächig betroffen

„Wir haben eine globale Landkarte erarbeitet, in der die Subsidenz in Abhänigkeit von geologischen, geomorphologischen, klimatischen und humanbedingten Faktoren dargestellt wird“, so Teatini. Auf Italien angewandt, zeige die Klassifizierung, dass fast 200 km Küstenstrecke entlang der oberen Adria unter oder am Durchschnittsniveau des Meeresspiegels liegen. Für Städte- und Territorialplaner sei dieses Wissen wichtig, um die Folgen des Phänomens auch in Hinblick auf den fortschreitenden Klimawandel zu lindern. Die Studie ist Teil des UNESCO-Programms „LaSii“. Details wurden in „Science“ publiziert.

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