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Temporäre Gebäude für Architekten ein wachsender Markt

(27.1.2022) Die Zeiten sind längst vorbei, in denen temporäre Gebäude nur in Notsituationen als vorübergehende Behelfsbauten eingesetzt wurden - angefangen bei „fliegende Bauten“ in der Veranstaltungsarchitektur bis hin zu den bekannten unansehnlichen Container-Stapel auf Baustellen. Knappe Ressourcen, der Klimawandel aber auch eine immer schwieriger werdende wirtschaftliche Planbarkeit bei Bauprojekten lenken den Blick vermehrt auf alternative, nachhaltigere Konzepte - und damit auch auf temporäre, jedoch qualitativ hochwertige Gebäude. Die Definition für „temporär“ reicht dabei von „wenigen Tagen“ bis hin zu „mehreren Jahren“.

Foto aus dem Beitrag „Satellitensteuerung aus u.a. dreiunddreißig 14 Meter langen Raummodulen“ vom 15.9.2017

Planten Architekten lange Zeit gerne und traditionsgemäß „für die Ewigkeit“, so wandeln sich ihre Bauaufgaben und Interessen nun zusehends. Denn eines zeichnet sich ab: Ein großer Teil zukünftigen Bauens wird in sehr flexiblen, hochgradig wandelbaren und nachhaltigen, weil wiederverwertbaren Architekturen liegen.

Das bedeutet jedoch nicht, dass Architekten dabei in Bezug auf ihre kreative Entwurfsleistung Abstriche machen müssen. Im Gegenteil: Wer kreativ und ideenreich plant, kann bei temporären Bauten außerordentliche Ergebnisse erzielen - auf diese Feststellung legt man beispielsweise bei FAGSI mit Blick auf viele abgeschlossene Projekte Wert.

Muss gute Architektur ewig währen?

Gute Architektur hat nicht primär mit der Standdauer eines Gebäudes zu tun. Temporäre Gebäude stellen vielmehr eine eigene Typologie innerhalb der Architektur dar. Ihre Beauftragung bedeutet für Architekten inzwischen einen wachsenden Markt. Denn selbst bei der Errichtung temporärer Strukturen haben Auftraggeber erkannt: Auf gute Gestaltung, flexible Funktion, hohe Qualität und - ja - sogar eine gewisse Dauerhaftigkeit will man auch beim Bauen auf Zeit nicht verzichten.

Temporäre Räume sind vielfach keine Notlösungen mehr. Sie bergen stattdessen vielseitige, interessante Aspekte für die moderne Architektur und erleichtern die Umsetzung ganz neuer, manchmal experimenteller, vor allem aber nachhaltiger Ideen.

Temporäres Bauen für Arbeit und Bildung

Raumbedarf entsteht häufig kurzfristig und muss darum ebenso kurzfristig gelöst werden. Schnell eine Kita errichten, eine Unterkunft für Geflüchtete bereithalten oder zusätzliche Räume für die Nachmittagsbetreuung in Schulen schaffen: Welche Stadt und Kommune kennt diese Anforderungen nicht?

FAGSI hat sich innerhalb der ALHO-Gruppe auf mobile Räume spezialisiert und unterstützt Architekten dabei, mit Hilfe von individuell gestaltbarer Containerbauweise ihre Anforderungen wirtschaftlich und anspruchsvoll zu erfüllen. Das bedeutet, individuelle Architektur aus standardisierten Raumeinheiten zu schaffen. Standardisiert bauen heißt aber keineswegs, dass Kunden ein 08/15-Gebäude erhalten (müssen).

Resa Canli, verantwortlicher Bauleiter auf der FAGSI-Baustelle im Münchner Lamento-Areal, auf dem 2020 inspirierende Ateliers in FAGSI Containerbauweise für Münchner Künstler entstanden, berichtet: „Architektonisch konnten wir bei der Realisierung der Ateliers auf dem Kreativ Areal München sehr vieles anders machen, als wir es bei unseren FAGSI Gebäuden sonst gewohnt sind. Zu nennen sind hier beispielsweise ...

  • außergewöhnliche Grundrisse,
  • außenliegende Zugänge über die Terrassen,
  • bodentief verglaste Fensterflächen und auch
  • Dachterrassen auf den Flachdächern, die den Mietern zusätzliche Arbeits- und Erholungsfläche im Freien bieten.“

Wie man mit Containern als Architekt sehr kreativ planen und bauen kann, zeigte auch Marion Rehberger 2019 in Ketsch, indem sie als Gemeindearchitektin einen Hort für 40 Kinder realisierte. Die Raumtiefe der Gruppenräume von etwa 9 m stützenfrei auszuführen, war auch für FAGSI durchaus eine Herausforderung, mit dem Einsatz entsprechend dimensionierter Container aber gut zu lösen.

„Dass man als Architekt beim Bau einer Containerlösung ja eigentlich nichts mehr zu tun hat und vom Containerspezialisten eine ‚fertige Kiste’ hingestellt bekommt, ist ein Vorurteil, das mich ärgert“, sagt die Architektin. „Das stimmt so ganz und gar nicht“, stellt sie richtig. „Die Entwurfsarbeit eines Containergebäudes unterscheidet sich nicht von dem eines konventionellen Bauwerks – auch hier muss und kann das Raumprogramm mit all seinen Anforderungen kreativ und hochwertig in einen Grundriss übersetzt werden. Die Unterschiede liegen nur darin, dass man sich innerhalb eines gewissen Rasters bewegen und nahezu alle Planungsentscheidungen bereits sehr, sehr früh treffen muss.“

Alles aus einer Hand – auch für Architekten vorteilhaft

Mehrstöckige Container-Bauten sind mit bis zu drei Geschossen möglich. Nach der Montage sind die Anlagen sofort bezugsfertig. Auf Wunsch wird das Gebäude auch schlüsselfertig erstellt - inklusive Genehmigungsplanung, Bauantrag, bauphysikalischer Nachweise, Gründung, sämtlicher Anschlüsse wie Elektrik, Warmwasser und Heizung, mit fertiger Möblierung und sogar samt Außenanlagen, Zufahrten und Parkplätzen. Für Architekten bedeutet dies: Nach der individuellen Entwurfsleistung legt der Planer die Realisation des Gebäudes von „Unterkante Fundament bis Oberkante Blitzschutz“ gänzlich in die Hände des Komplettanbieters. Das spart Zeit, Geld und Nerven.

Drei Baureihen für unterschiedliche Anforderungen

Damit Vielfalt mit Containern möglich ist und auf jede Gebäudeanforderung individuell eingegangen werden kann, bietet FAGSI für die Realisierung der Bauprojekte Container unterschiedlicher Baureihen an ...

  • vom energieeffizienten Container ProENERGY, der speziell für Standzeiten von über zwei Jahren entwickelt wurde,
  • über den bewährten ProBASIC
  • bis hin zur wirtschaftlichen Standardlösung ProECO.

Circular Economy mit nachhaltigen Lösungen

Nachhaltigkeit über den gesamten Lebenszyklus eines Gebäudes hinweg zu gewährleisten, wird zum zentralen Kriterium in der Verantwortung für unsere Gesellschaft wer­den - von Unternehmen ebenso wie von Städten und Gemeinden. Zumal lebenswerte, wiederverwertbare, recycelbare Gebäude heute ohne Qualitätsverlust wirtschaftlich zu realisieren sind: Materialien im und am Bauwerk werden so verbunden, dass man sie leicht wieder trennen kann. Stahlrahmen, Verkleidung, Fenster, Fassaden, Boden, Wände: Statt zu kleben und auszuschäumen, wird vorrangig geschweißt, geschraubt und gesteckt.

Die einzelnen Container werden industriell mit optimiertem Ressourceneinsatz gefertigt. Dank der Vorfertigung von bis zu 90% wird nicht nur der Abfall auf der Baustelle auf ein Minimum reduziert - nach der Nutzung wird das Containergebäude rückstandslos zurückgebaut. FAGSI nimmt die mobilen Räume wieder zurück und stellt sie aufbereitet und runderneuert einem anderen Kunden zur Nutzung auf Zeit zur Verfügung.

Eine besondere Lektion in Sachen Nachhaltigkeit wurde 2019 den Schülern der Privatschule Munich International School in Starnberg direkt auf ihrem Schulgelände geboten: Hier konnten sie erleben, wie Raum-Container, die zuvor noch den FAGSI Stand auf der Messe BAUMA in München bildeten, einen neuen Einsatzzweck bekamen und zur neuen Schulbibliothek aufgebaut wurden. Das hochwertige, zweistöckige Interims-Gebäude wird solange zur Verfügung stehen, bis die bisherige Schulturnhalle zum neuen Innovationszentrum mit Bibliothek, flexiblen Klassenräumen und Kleingruppenbereichen umgebaut sein wird - siehe auch Beitrag „Gestern Messestand, heute Schulbibliothek - ein Trick der Containerbauweise“ vom 1.11.2019.

zweigeschossige Interims-Schulbibliothek in Starnberg (Foto © ALHO Holding GmbH) 

FAGSI-Kunden nutzen die Gebäude exakt so lange, wie sie diese tatsächlich auch benötigen. Das können nur wenige Monate sein, wie es häufig während Neubau oder Sanierung beispielsweise von Büro- oder Schulgebäuden der Fall ist. Aber auch Standzeiten von mehreren Jahren sind durchaus üblich. Und wenn die Container nach zahlreichen Nutzungszyklen nicht mehr vermietet werden können, werden sie nahezu vollständig recycelt.

Weitere Informationen zur Containerbauweise können per E-Mail an FAGSI angefordert werden.

siehe auch für zusätzliche Informationen:

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