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Pflegezentrum in Pfullendorf: Serielle Badfertigung mit Systemlösungen von Geberit

(5.2.2026) Der wachsende Pflegebedarf in Deutschland verlangt nach neuen Konzepten für den Bau von Pflegeeinrichtungen. Gleichzeitig verschärfen Fachkräftemangel und stark gestiegene Baukosten die Rahmenbedingungen für Bauträger und Betreiber. Wie sich dennoch wirtschaftliche, zukunftsfähige und qualitativ hochwertige Pflegeimmobilien realisieren lassen, zeigt das Projekt „Residenz am Roten Bühl” in Pfullendorf. Das neue Wohn- und Pflegezentrum setzt konsequent auf serielle Bauweise und industriell vorgefertigte Bäder, ausgestattet mit Sanitärtechnik von Geberit.

Die Badmodule werden im Werk inklusive Rohrleitungen, Sanitärobjekten und elektrischer Anschlüsse vollständig vorgefertigt. (Bild: Geberit) 

Auch in Pfullendorf ist der Bedarf spürbar: Bis 2030 rechnet die Kommune mit rund 200 Menschen, die stationär gepflegt werden müssen. Derzeit stehen lediglich 63 Plätze zur Verfügung. Vor diesem Hintergrund wurde die „Residenz am Roten Bühl” mit 75 stationären Pflegeplätzen in fünf Wohngemeinschaften sowie 23 barrierefreien Servicewohnungen geplant.

Die vorgefertigten Badmodule werden noch vor dem Betonieren der Decken per Kran in den Rohbau eingesetzt. (Bild: Geberit) 

Serielle Bauweise mit industrieller Vorfertigung

Realisiert wird das Projekt von der KIAG Grundbesitz GmbH in Zusammenarbeit mit dem Modulbadhersteller GVG Sanitärsysteme GmbH. Zum Einsatz kommen vollständig vorgefertigte Badmodule, die bereits im Werk inklusive Rohrleitungen, Sanitärobjekten und elektrischer Anschlüsse montiert werden. Die Module werden wettergeschützt verpackt, just-in-time zur Baustelle geliefert und noch vor dem Betonieren der Decken per Kran in den Rohbau eingebracht. Anschließend erfolgt die Endpositionierung per Hubwagen. Auf der Baustelle müssen lediglich die Anschlüsse an Steig- und Fallleitungen sowie die Elektroverbindungen hergestellt werden.

Durch den hohen Vorfertigungsgrad lassen sich Bauzeiten deutlich reduzieren. Für den Anschluss eines Fertigbades werden ein bis zwei Stunden benötigt, während bei konventioneller Bauweise rund 15 bis 16 Stunden anzusetzen wären. Gleichzeitig sinkt der Personalbedarf auf der Baustelle erheblich – ein entscheidender Vorteil angesichts des Fachkräftemangels im SHK-Handwerk.

Geberit FlowFit und Mapress Therm werden unter der Decke installiert – schnell, sicher und perfekt aufeinander abgestimmt. (Bild: Geberit) 

Durchgängige Systemlösung für Versorgung und Entwässerung

Für die Sanitärtechnik entschied sich das Projektteam für eine durchgängige Systemlösung. In der Trinkwasserversorgung kommt ein Mehrschichtverbundrohrsystem zum Einsatz, das eine vereinfachte Pressverbindung mit nur einer Pressbacke für mehrere Dimensionen ermöglicht. Drehbare Pressstellen erleichtern die Montage in beengten Situationen.

Die Heizungsinstallation in den Steigzonen erfolgt mit einem Edelstahlsystem für geschlossene Heiz- und Kühlkreisläufe. Für die Entwässerung werden schallgedämmte Rohrsysteme eingesetzt, die eine sichere Steckmontage ermöglichen und hohe Schallschutzanforderungen für Pflegeeinrichtungen erfüllen.

Die 4 m² großen, barrierefreien Bäder verbinden ein hochwertiges Ambiente und klare Farbkontraste für Menschen mit Seheinschränkungen mit optimaler Hygiene, Pflegeleichtigkeit und Sicherheit. (Bild: Geberit) 

Barrierefreie Bäder mit hohem Hygienestandard

Die rund 4 m² großen Bäder erfüllen die Anforderungen der DIN 18040. Schwellenlose Duschbereiche, eine fugenlose PU-Beschichtung mit Wandanschluss sowie gezielte Bodenabsenkungen sorgen für sichere Entwässerung und erleichtern die Reinigung.

Alle Sanitärelemente wurden bereits in der Planungsphase aufeinander abgestimmt. Dazu zählen unter anderem Vorwandsysteme, Spülkästen, Waschtische sowie spülrandlose Dusch-WCs. Diese enge Verzahnung ermöglichte eine präzise Vorfertigung der Module und eine schnelle, passgenaue Montage auf der Baustelle.

Durch den flächendeckenden Einsatz von Dusch-WCs entsteht in Pfullendorf das erste Wohn- und Pflegezentrum in Deutschland mit dieser Ausstattung. Dies erhöht die Selbstständigkeit der Bewohner und entlastet gleichzeitig das Pflegepersonal im Alltag.

Wirtschaftlichkeit über die Bauphase hinaus

Neben verkürzten Bauzeiten und reduziertem Montageaufwand bietet das serielle Baukonzept auch langfristige Vorteile im Betrieb. Die eingesetzten Systeme zeichnen sich durch hohe Produktqualität und langfristige Ersatzteilsicherheit aus. Wartung und Instandhaltung lassen sich dadurch zuverlässig planen. Der Bezug der „Residenz am Roten Bühl” ist für das erste Quartal 2026 vorgesehen.

Weitere Informationen können per E-Mail an Geberit angefordert werden.

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