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Wenn Beton wie Honig fließt: Selbstverdichtender Beton (SVB) wartet auf architektonische Herausforderungen

(5.7.2005) Im Vergleich zu herkömmlichem Rüttelbeton weist Selbstverdichtender Beton (SVB) eine höhere Festigkeit auf. Er ermöglicht zudem ausgefallene geometrische Formen, verfügt über eine bemerkenswerte Verarbeitbarkeit, reduziert die Lärmbelästigung beim Einbau und erlaubt eine optimale Qualitätssicherung. Das Institut für Bauforschung (ibac) der RWTH Aachen führte 2001 unter der Leitung von Univ.-Prof. Dr.-Ing. Wolfgang Brameshuber die Untersuchungen für die ersten Allgemeinen Bauaufsichtlichen Zulassungen für den neuen Baustoff durch und entwickelte der Baustoff in Kooperation mit Unternehmen der Bauwirtschaft systematisch weiter. Inzwischen sind knapp zwei Drittel der deutschen Zulassungen erwirkt und in die Praxis eingeführt. „Wenn die Rezession in der Bauwirtschaft beendet ist und wieder mehr gebaut wird, ist auch mit einem vermehrten Einsatz von Selbstverdichtendem Beton zu rechnen“;, erwartet Dipl.-Ing. Stephan Uebachs, der sich am ibac mit dem Superbeton beschäftigt.

Selbstverdichtender Beton wurde erstmals in Japan verwendet und kam über Skandinavien Mitte der 1990er Jahre nach Deutschland. Hier nahmen sich die Aachener Bauforscher 1999 der zähen Masse an: Zuerst wurden die Fließeigenschaften in der rechnergestützten Simulation und im Laborversuch analysiert. Dann erfolgte in Abstimmung mit Bauunternehmen die Beantwortung ganz konkreter Fragen:

  • Wie läuft der Betoniervorgang ab?
  • Wie entweicht die Luft aus dem zähen Fluid?
  • Welche Korngröße muss der Selbstverdichtender Beton aufweisen?
  • Wie wirken sich die Hochleistungsfließmittel der dritten Generation aus, die im speziellen Verhältnis beigemischt werden?

„Wir haben neue Konzepte für die Mischungszusammensetzung und Verfahrenstechniken für den Selbstverdichtenden Beton entwickelt, Wirtschaftlichkeitsuntersuchungen und Untersuchungen zu den mechanischen Eigenschaften durchgeführt,“ erinnert sich Stephan Uebachs. Das Ergebnis ist ein Beton, der nicht mehr lautstark gerüttelt werden muss, damit der Beton die Stahlbewehrung optimal umschließt und in jede kleinste Ecke der Betonschalung vordringt, sondern ein selbstverdichtendes Material, das wie Honig fließt und bei sorgfältiger Arbeit viele Vorzüge bei gleichen Kosten erwarten lässt.

„Der SVB ist nach der Ausschalung nicht nur schöner anzuschauen, weil eine deutlich bessere Sichtbetonqualität erzielt wird“, argumentiert Uebachs. „Er bedarf auch einer geringeren Nachbearbeitung.“ Weitere Vorteile: Weil der Rüttelvorgang entfällt, sind die Personalkosten für den Betoniervorgang und die Belastungen für das Personal und die Schalung geringer. Außerdem können komplexe Bauteile in einem Arbeitsgang verwirklicht werden, ganz abgesehen von der Möglichkeit, ausgefallene Bauformen zu realisieren. Durch die erhöhte Dichtigkeit des Betons steigt auch seine Dauerhaftigkeit. „Wenn der Selbstverdichtende Beton sorgfältig ausgeführt wird, ist er - besonders bei lohnaufwendigen Aufgaben wie etwa Stützen - auch noch wirtschaftlicher als herkömmlicher Rüttelbeton. Dies alles macht ihn zu einem idealen Baustoff, dessen Potential noch längst nicht ausgeschöpft ist“, resümiert Stephan Uebachs.

Aufgrund der Rezession in der Bauwirtschaft herrscht zwaraktuell starke Zurückhaltung. Doch namhafte Architekten wie Zara Hadid oder Tadao Ando haben die Möglichkeiten der neuen Betontechnologie längst erkannt: Ein beeindruckendes Beispiel lieferte der Japaner Ando auf der Museumsinsel Hombroich bei Neuss ab. Seine Kollegin Hadid baute jüngst in Wolfsburg mit Hilfe des SVB das Phæno Science Center Wolfsburg. Auch die Verbindungselemente der in der Öffentlichkeit stark beachteten Dachkonstruktion des Werkhofs am Aachener ibac sind aus SVB.

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