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WC versorgt sich selber mit Strom

(1.4.2008) Kaum noch ein Örtchen, an dem man keinen Strom benötigen würde. Aber noch immer ist beispielsweise im Bereich der Toilettenschüssel der Stromanschluss nicht Standard - schade, wenn man irgendwann einmal auf ein Dusch-WC umsteigen möchte. Aber auch kleine Stromverbraucher tummeln sich inzwischen am stillen Örtchen, wie z.B. elektronische Betätigungsplatten für die Toilettenspülung. Der skandinavische Sanitäranbieter TFOS-MMID hat sich nun etwas einfallen lassen, um elektrische Energie vor Ort verfügbar zu machen, ohne deshalb auf Batterien zurückgreifen zu müssen. Er hat sich dabei offensichtlich die EnOcean-Technologie zum Vorbild genommen, die bereits seit geraumer Zeit mit batterieloser Funktechnologie für die Gebäudetechnik etabliert ist.

Während EnOcean kinematische Energie aus dem Betätigen eines Lichtschalters oder eines Fenstergriffes gewinnt und in elektrische Energie umwandelt, die ausreicht, um ein Funktelegramm abzusetzen (siehe Beitrag "Batterielose Funktechnik flexibilisiert Gebäude-Architektur" vom 28.6.2007), hat TFOS-MMID den Toilettensitz als Energiespender für sich entdeckt. Die Idee dazu kam dem Sanitäranbieter laut eigenen Angaben beim Testen der Absenkungsautomatik der WC-Sitz-Reihe DA-08: Warum sollte nämlich die bisher verpuffte Bremsenergie, die beim gedämpften Senken des Toilettendeckels frei wird, nicht sinnvoll genutzt werden können? Und so entstand ein Toilettendeckel, der über einem kleinen Stromgenerator und einem LI-Akku verfügt.

Ursprünglich hatten die TFOS-MMID-Entwickler gehofft, mit der gewonnenen Energie sogar ein Dusch-WC sinnvoll betreiben zu können. Nach und nach mussten sie aber erkennen, dass die Energie-Ausbeute dafür auf absehbare Zeit zu gering ist. Trotzdem aber konnten bereits einige interessante Anwendungen realisiert werden:

  • So reicht der Strom beispielsweise aus, um bei einem großen Geschäft automatisch ein Magnetventil zur zentralen Entlüftung zu öffnen (und nach 10 Minuten wieder schließen), um unangenehme Düfte direkt vom Tatort aus über das Spülwasserrohr abzuführen - eine entsprechender Unterputzspülkasten ist allerdings Voraussetzung.
  • Die eingebaute Elektronik kann die Absenkungsautomatik nach einer frei definierbaren Zeit selber in Gang setzen, damit nie mehr ein geöffneter Toilettendeckel den Hausfrieden stört.
  • Vermutlich ebenso erfreulich für die Hausfrau dürfte die eingebauten Photozelle sein, die im Fall der Fälle einen Signalton initiiert und damit an den Gebrauch der Toilettenbürste erinnert.
  • Denkbar sind auch beleuchtete WCs - energiesparenden LEDs sei Dank. Licht im Klo muss dabei gar nicht als Gag verstanden werden, vielmehr wird sich jeder schlaftrunkene Nutzer über ein gedämpftes Orientierungslicht freuen. Geprüft wird zudem noch, ob mit UV-Licht Bakterien neutralisiert werden können.

Eine weitere Einsatzmöglichkeit für die Mini-Energie ist bereits in der Entwicklung: Der Strom soll eine kleine Laboreinheit betreiben, die in das WC integriert wird und regelmäßig aus dem Urin automatisch einige wichtige Daten, wie z.B. den Zucker-Wert, ermittelt und so bei der Früherkennung von Krankheiten hilft. Man darf gespannt sein, was den Skandinaviern noch einfällt, um aus wenig Energie viel zu machen. Möglicherweise wollen sie in den Spülwasserkanal auch noch eine kleine Wasserturbine einbauen - anstatt eines üblichen Druckverminderers, um dann wirklich ausreichend Energie zur Verfügung zu haben.

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