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Ressourcenschonung mit BIM ... aus Sicht von Wilos Technologievorstand Dr. Markus Beukenberg


Dr. Markus Beukenberg, Technologievorstand der Wilo SE (Bild vergrößern)
  

(24.6.2017) Im Rahmen der Auftaktkonferenz der „IRBau - Initiative Ressourcenschonende Bauwirtschaft“ (siehe Beitrag vom 11.6.2017) sprach u.a. auch Dr. Markus Beukenberg. Der Technologievorstand der Wilo SE thematisierte die Möglichkeiten zur Ressourcenschonung in der technischen Gebäudeausrüstung (TGA) ... und über BIM:

„Wir haben ein Rohstoffproblem“

„Wenn wir über eine sichere, umweltverträgliche und wirtschaftlich erfolgreiche Zukunft sprechen, wird in diesem Zusammenhang die Energiewende genannt. Dabei ist die Umsetzung der Energiewende nicht das eigentliche Problem. ... Die Sonne liefert uns ausreichend Energie und wir lernen mehr und mehr, diese Quelle nutzbringend einzusetzen. Das Problem liegt in den Materialien, die uns die Erde liefert. Wir haben ein Rohstoffproblem.“ In seinem Vortrag ging Beukenberg auf den Produktlebenszyklus von TGA-Komponenten ein, wenn diese unter Aspekten des BIM mit dem Schwerpunkt Recycling berücksichtigt werden.

Wird der Produktlebenszyklus aus der nicht rein finanziellen Sicht betrachtet, so fehlt auf Produktebene ein wichtiger Aspekt: nach der so genannten „Degeneration“ des Produktes, also dem Ende des Lebenszyklus, bleibt der Abfall. Oft wird nicht berücksichtigt, dass dabei seltene Ressourcen entsorgt und somit vergeudet werden. In Mobiltelefonen sind beispielsweise über vierzig verschiedene, chemische Elemente enthalten - gerade mal neun davon werden recycelt. In diesem Zusammenhang verwies der Wilo-Technologievorstand u.a. auf Produktmodularisierung. Hierbei wird das Produkt bereits während der Entwicklung mit einer geeigneten Gliederung versehen, um so die Abhängigkeiten zwischen den Elementen zu reduzieren.

Und daher rührt auch der Zusammenhang mit BIM: In modernen Gebäuden finden sich zehnmal mehr TGA-Komponenten als Architekturbauteile - diese haben inzwischen einen bemerkenswert großen Einfluss auf die Kosten, da sie regelmäßig ausgetauscht und modernisiert werden müssen. Ohne die technische Gebäudeausrüstung wäre zudem keine Einbindung in die Methoden der Energiewende möglich, wie Beukenberg weiß: „Jetzt sind Innovationen gefordert! Produktstrategien müssen zukünftig anders aufgestellt und völlig neu ausgerichtet werden: Wir können enorme Synergien schaffen, indem wir uns (auch mit Hilfe von BIM) vorab über die Wiederverwendung der Produkte bzw. deren Komponenten Gedanken machen.“

„Design for Disassembly“ (D4D)

Eine dieser Strategien ist als „Design for Disassembly“ (D4D) bekannt: hier wird während der Entwicklung bereits die zukünftige Demontage zu Reparaturzwecken, zur Prüfung oder für das Recycling berücksichtigt.

Recyclingaktivitäten sorgen für Einsparungen und schonen Ressourcen, ganz im Sinne der Leitlinie „Vermeidung und Verwendung vor Verwertung und Entsorgung“. So können die in den Rotoren enthaltenen Magnete problemlos entnommen und wiederverwendet werden, was zu einer Schonung von „Seltenen Erden“ führt. U.a. werden hier auch Verfahren zur Aufarbeitung von gesinterten oder heißgepressten und kunststoffgebundenen Magnetwerkstoffen entwickelt.

Abschließend gab der Technologievorstand des Dortmunder Unternehmens einen Ausblick auf die Anforderungen an die Produkte und welche Chancen durch BIM entstehen: „Wir müssen uns der Verantwortung, die wir tragen, bewusst werden. Neben einem modularen Aufbau sollten Produkte zukünftig über den ganzen Produktlebenszyklus dokumentiert werden, eine erhöhte Kommunikationsfähigkeit und offene Schnittstellen für eine noch bessere Kompatibilität besitzen. Wir haben die Fähigkeit, Produkte und Serviceleistungen auf den Markt zu bringen – jetzt sollten wir damit beginnen, den Produktlebenszyklus weitestgehend auch selbst in die Hand zu nehmen.“

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