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Krebsgefahr durch importierte Steinkohlenbriketts

  • Billig-Briketts aus Belgien weisen hohe Schadstoffkonzentrationen auf

(9.11.2004) Aus dem benachbarten Belgien importierte Steinkohlenbriketts weisen zum Teil gefährlich hohe Konzentrationen von Schadstoffen auf, die nach deutschem Recht verboten sind. Das geht aus einem unabhängigen Prüfbericht hervor, den die Rheinbraun Brennstoff GmbH, Köln, in Auftrag gegeben hat.

Die von einem akkreditierten Prüflabor untersuchten Proben wiesen insbesondere stark erhöhte Konzentrationen polyzyklischer aromatischer Kohlenwasserstoffe (PAK) auf. Bei den untersuchten Brikettkohlen lag der Wert für das krebserregende Benzo(a)pyren bei 1.000 mg/kg - und damit weit über allen zulässigen Grenzwerten. Auch alle anderen PAKs lagen weit darüber - so zum Beispiel das ebenfalls kanzerogene Fluoranthen mit 1.760 mg/kg. Zudem wurde das verbotene Teerpech als Bindemittel identifiziert.

Bei der Rheinbraun Brennstoff GmbH betrachtet man die Ergebnisse mit Sorge. "Leider", so Karlheinz Jansen, Geschäftführer der SJ Brikett- und Extrazitfabriken in Hückelhoven, "fehlt uns jede rechtliche Handhabe, um dagegen vorzugehen. Die Importeure machen sich eine Gesetzeslücke zunutze, nach der die Briketts in Deutschland zwar verkauft, nicht aber als Brennstoff eingesetzt werden dürfen." Insbesondere in Nordrhein-Westfalen und im Großraum Berlin werden sie zurzeit verstärkt angeboten. Ahnungslose Verbraucher, die die vermeintlich günstige Ware erwerben, verstoßen aber gegen bestehende Vorschriften, wenn sie sie auch als Heizmaterial nutzen. Darüber hinaus setzen sie sich einer akuten Gesundheitsgefahr aus.

In einer Vergleichsprobe von Anthrazit-Briketts der rheinischen SJ Brikett- und Extrazitfabriken lagen die Benzo(a)pyren-Werte bei weniger als 0,5 mg/kg. Auch alle übrigen PAKs blieben unter 1 mg/kg. Für die SJ-Briketts werden entweder Bitumen (Nußbriketts) oder Zuckerrohr-Melasse mit Kartoffelstärke als Bindemittel verwendet. Die bei SJ gefertigten Produkte sind eindeutig über die eingeprägten Buchstaben "S" und "J" zu erkennen. Besonders gut erkennbar ist das rauchlos verbrennende "Extrazit" an seiner silbernen Farbe. Extrazit und Nußbriketts sind europaweit zugelassene Brennstoffe, die insbesondere alle Anforderungen der deutschen BImschV (Verordnung über Kleinfeuerungsanlagen zur Durchführung des Bundes-Immissionsschutzgesetzes) erfüllen.

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