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Zinsen bleiben vorerst auf höherem Niveau

(23.6.2007) Im Verlauf der letzten Woche ist es zwar zu einer Stabilisierung bei den Kapitalmarktzinsen gekommen, dies allerdings auf hohem Niveau. Damit sind die langfristigen Zinsen in den vergangenen sechs Wochen um 0,50% angestiegen und die zehnjährigen Pfandbriefsätze liegen knapp unter 5%. Der ifo-Geschäftsklima-Index des Instituts für Wirtschaftsforschung ist ebenfalls in der letzten Woche zwar leicht schwächer bekannt gegeben worden, bestätigt aber auf dem hohen Niveau die aktuell starke Konjunktureinschätzung der Unternehmen. Die Erwartung weiterer Leitzinserhöhungen führt vorerst zu einer zurückhaltenden Positionierung der Marktteilnehmer am Anleihemarkt.

Nachhaltiges Kaufinteresse ist auch auf den nunmehr erhöhten Renditeniveaus noch nicht aufgekommen. Auch in den USA bleiben die langen Laufzeiten unter Druck, während die kürzeren Laufzeiten stärkere Nachfrage gesehen haben. In der Folge hat die Zinsstrukturkurve in den USA nach vielen Monaten wieder ins Positive gedreht und der Renditeabstand zwischen zwei- und zehnjährigen Staatsanleihen hat +23 Basispunkte erreicht. Auch die Zinskurve in Euroland hat wieder an Steigung gewonnen und spiegelt damit auch die Befürchtung steigender Inflationsraten wider. Interhyp geht davon aus, dass sich die zehnjährigen Pfandbriefsätze in den nächsten Wochen knapp unter 5,0% einpendeln werden. Mit einer nachhaltigen Entspannung am Zinsmarkt rechnet Interhyp aber noch nicht.

Immobilienkäufer und Umschuldungskunden, die in den nächsten Wochen ihre Konditionen festzurren müssen, sollten daher nicht zu lange warten. Die Zinsstrukturkurve ist zwar etwas steiler geworden, im historischen Vergleich aber immer noch sehr flach. Damit ist auch die Risikoprämie für lange Laufzeiten relativ gering. Auch für Anschlussfinanzierungen gilt diese Empfehlung. Die flache Zinsstrukturkurve macht Forward-Darlehen sehr günstig, da die Forward-Aufschläge noch gering sind. Auch dieses Fenster wird von immer mehr Kunden genutzt, da flache Zinskurven immer nur temporäre Erscheinungen am Zinsmarkt sind. Prolongationsangebote der bestehenden Bank sollten dabei unbedingt mit dem Markt verglichen werden. Die Aussichten für den Wohnimmobilienmarkt werden vor dem Hintergrund der positiven Konjunkturentwicklung, einer nachhaltigen Verbesserung am Arbeitsmarkt und zu erwartenden Lohnsteigerungen, signifikant besser. Die aktuelle Sondersituation, dass historisch immer noch niedrige Zinsen und Immobilienpreise, die sich in den vergangenen 15 Jahren nur seitwärts bewegt haben, aufeinander treffen, könnte schon bald der Vergangenheit angehören.

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