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Wie die Akustik der Elbphilharmonie von 15 km vorkomprimiertem Fugen-Dichtungsband profitiert

(13.7.2017) Seit Mitte Januar 2017 kann sich endlich jeder von der vielgerühmten Akustik des Großen Konzertsaals in der Hamburger Elbphilharmonie (siehe Google-Maps) überzeugen - sofern er eine Eintrittskarte ergattern kann. Zuvor forderte der renommierte Akustiker Yasuhisa Toyota von allen Beteiligten Höchstleistungen - und Mittendrin ein Anwendungstechniker von Tremco Illbruck, der mit seinem privaten Hintergrund als Musiker einen ganz eigenen Blick auf die vielen Fugen der „Weißen Haut“ warf.


Großer Saal der Elbphilharmonie (Foto © Michael Zapf)
  

„Weiße Haut“ im Großen Saal (Foto © Maxim Schulz; Bild vergrößern)

„Glasklar“, „imperial“, „knusprig“ - so wird die Akustik der Elbphilharmonie von jenen beschrieben, die das Glück hatten, bei den ersten Konzerten dabei zu sein. Mit höchster Spannung hatte das internationale Konzertpublikum diesen Tag erwartet. Kernelement des Großen Konzertsaals ist die „Weiße Haut“, die mit rund 10.000 individuell gefrästen Gipsfaserplatten den Schall bis zum letzten Sitz im obersten Rang trägt.

Keins der Berg-und-Tal-Muster auf der Oberfläche wiederholt sich, und mit einer Rohdichte von 1.500 kg/m³ sind die Werkstoffplatten fast so schwer wie Beton. Dabei darf kein auch noch so klanggewaltiges Stück die Saalbekleidung in Resonanz versetzen. Integrale und unvermeidliche Komponente des ganzen Systems sind die Fugen zwischen den Platten - siehe auch interaktiv (Maus bewegen bei gedrückter linker Taste) den Großen Saal in Google-Maps:

15 Kilometer Fugen

„Wie wollen Sie die Fugen schließen?“, ist eine Standardfrage am Bau. Im Zusammenhang mit der Bekleidung des Großen Konzertsaals und der beabsichtigten akustischen Wirkung hatte sie aber besondere Bedeutung. Nicht weniger als 15 km Fugen kommen zwischen den Platten der Bekleidung zusammen.

Für Frank Unglaub von Tremco Illbruck - vom Generalunternehmer Hochtief und dessen Nachunternehmer, der Firma Peuckert um Beratung gebeten - stand die akustische Wirkung der Abdichtung von Anfang an gleichberechtigt im Raum. Denn ohne perfekte Abdichtung der Fugen würde der Schall ungehindert hinter die Bekleidung gelangen und von dort, unkontrollierbar reflektiert, wieder in den Saal zurückstrahlen. Mehr noch als in energetischen und klimatischen Zusammenhängen ist hier die Fuge ein kleines Detail mit großer (akustischer) Wirkung.


Weiße Hautdecke (Foto © Oliver Heissner)

Geradlinige Fugen – komplexe Anforderungen

Hochtief beabsichtigte den akustischen Abdichtungsaufbau in zwei Ebenen auszuführen: eine Kombination aus Dichtband und Dichtstoff. Die erste Abdichtungsebene sollte auf Vorschlag von Tremco Illbruck das illbruck TP600 illmod 600 übernehmen. Das Band ermöglicht eine dauerhafte Abdichtung bei gleichzeitiger Dampfdiffusionsoffenheit -  nachgewiesen in einem über 20-jährigen Härtetest. In Hamburg waren allerdings zwei weitere Eigenschaften ausschlaggebend:

  • hohes Raumgewicht für optimalen Schallschutz und
  • Schwerentflammbarkeit (B1), auf die es wie bei den Werkstoffplatten auch in der Fuge ankommt.

Darüber hinaus passt sich das Band lückenlos an schwankende Fugenbreiten an. Dies ist besonders an den Verbindungsstellen wichtig, wo die Platten ausgenommen sind und damit noch breitere Fugen aufweisen:


Foto © Tremco Illbruck

Wie zwischen den Platten übernimmt das offenzellige Schaumstoffband auch hier eine saubere akustische Entkoppelung der einzelnen Elemente voneinander und sorgt zusätzlich für Schalldämpfung.

Für die zweite Abdichtungsebene wurde eine Silikonierung gewählt, die schwer entflammbar und mit ebenfalls hohem Raumgewicht das Band TP600 ergänzt.


Yasuhisa Toyota (Foto © Bertold Fabricius)

Weitere Informationen zu Fugendichtbändern können per E-Mail an Tremco Illbruck angefordert werden.

siehe auch für zusätzliche Informationen:

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