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Futuristische Deckenskulptur im Stuttgarter „H’ugo’s“ als Schmaus für Augen und Ohren

(13.7.2017) Im Stuttgarter Szenelokal „H’ugo’s“ erwarten die Gäste nicht nur kulinarische Leckerbissen, sondern auch ein besonders Ambiente, das insbesondere durch eine auffällige Deckenskulptur geprägt wird: Wie ein starker Ast eines Baumes überspannt sie den weitläufigen Gastraum, kleinere Zweige „sprießen“ in alle Richtungen und münden in stilisierten Blüten:

Dass die von Architekt Steffen Haas entworfene und entwickelte Deckenskulptur nicht nur für eine spannende Raumdramaturgie sorgt, sondern durchaus funktional relevant ist, betonte Herbert Wanner im Rahmen seiner Bewerbung zur 10. Rigips Trophy. Der Standortleiter der Heinrich Schmid GmbH & Co. KG aus Pfullingen und sein Trockenbauteam überzeugten die Experten der Fachjury und wurden so zum würdigen Gewinner der Wettbewerbskategorie Funktion & Design.

Das H’ugo’s an der Friedrichstraße im Herzen von Stuttgart (siehe Google-Maps) ist sowohl Restaurant als auch Bar und Lounge - dafür sorgen ausgezeichnete Köche auf der einen und ein versierter Barkeeper sowie die außergewöhnliche Raumgestaltung auf der anderen Seite. „Wie so oft in unserem Metier standen am Anfang kahle Räume: 420 m² Fläche im Erdgeschoss, dazu noch einmal 100 m² im Untergeschoss. Eine große Glasfassade, Wände aus Stahlbeton, die Decke aus Massivbeton“, erinnert sich Herbert Wanner. Der Künstler würde sagen: die perfekte Leinwand für ein großes Meisterwerk - siehe Bild.

Doch vor der Umsetzung der architektonischen Entwürfe galt es zunächst einige logistische Herausforderungen zu lösen. „Die Räume liegen nicht nur direkt an der Ausgeh- und Flaniermeile der Stadt, sondern auch unmittelbar gegenüber von ,Stuttgart 21’. Wer diese Großbaustelle kennt, weiß um ihre Auswirkungen auf die Verkehrswege und Zufahrtsmöglichkeiten rund herum. Das von uns benötigte Material konnten wir daher in der Regel nur vor 6 Uhr morgens oder nach 20 Uhr anliefern lassen“, so Herbert Wanner.

Schallschutzdecke schützt Büroetage

Zu Beginn der Arbeiten war vor allem Schallschutz-Know-how gefragt, denn um die über den Gastronomieräumen liegende Büroetage vor Lärm aus Bar, Restaurant und Küche zu schützen, wurde eine leistungsstarke, schalldämmende Deckenkonstruktion benötigt. „Hierfür haben wir eine niveaugleiche Unterkonstruktion aus Rigips CD-Profilen an Schwinghängern schallentkoppelt circa 100 mm tief abgehängt. Anschließend wurde eine 40 mm starke Mineralwolledämmung aufgelegt und die Unterkonstruktion dann zweilagig mit der Schallschutzplatte „Rigips Die Blaue“ beplankt:


alle Fotos © Rigips

Die umlaufenden Wandanschlüsse wurden ebenfalls schallentkoppelt ausgeführt. Zu beachten waren dabei diverse Ausklinkungen in der Beplankung etwa für Brandmeldeanlagen und einige Rohrführungen“, erläutert Herbert Wanner.

Anschließend wurden die Trockenbauwände inklusive diverser Aussparungen sowie einige freistehende Wandelemente errichtet und sämtlich zweilagig mit „Rigips Bauplatten RB“ beplankt. Die Wände zu den angrenzenden Mieteinheiten wurden als F 90-Doppelständerwände mit 2 x 80 mm starker Dämmeinlage ausgeführt. Um einen bestmöglichen Schall- und Brandschutz zu gewährleisten wurde hier mit „Rigips Die Blaue RF“ beplankt, der für einen erhöhten Brandschutz faserarmierten Variante der Schallschutzplatte.

Innere und äußere Werte

Nun machte sich das Team von Heinrich Schmid an die Arbeiten für die Deckenskulptur: „In einem ersten Schritt haben wir die Umrisse der verästelten Skulptur im Maßstab eins zu eins geplottet. Die fertigen Papierschablonen haben wir auf dem Boden ausgelegt, die Flächen an der Decke eingemessen und anschließend den Plott an die Decke getackert. Entlang seiner Umrisse montierte unser Team dann 35/50-L-Winkel als Basis für alle weiteren Maßnahmen.


Sie gaben den Verlauf der Deckenskulptur vor und stellten gleichzeitig die Begrenzung sämtlicher darin befindlicher Technikeinbauten dar. Die Skulptur ist nämlich kein ,hohles’ Kunstwerk, sondern erfüllt viele wichtige Funktionen“, so Herbert Wanner.

Elektrische Leitungen, Datentechnik, Sprinkler- und Lüftungsleitungen, Lichttechnik, Lautsprecher – sie alle sollten in der verästelten Deckenkonstruktion nahezu unsichtbar untergebracht werden. Ermöglicht wird dies durch eine mehrfach abgewinkelte Stahl-Hilfskonstruktion, die auf der Grundlage einer statischen Berechnung und mit Hilfe von 10 mm dicken Gewindestangen an der Betonmassivdecke befestigt wurde - wofür die Gewindestangen durch die Schallschutzdecke hindurch geführt wurden:

  

Bauteile einer Deckenblüte (vergrößern)

Im nächsten Schritt installierte das Team umlaufend Schienenläufer, an denen die Trockenbauprofis dann Rigips CD-Profile befestigten. „Diese Stahl-/Profil-Unterkonstruktion bildet eine Art großen Technikkanal, der die notwendigen Leitungen komplett aufnimmt. Die CD-Profile haben wir dann mit individuell angepassten Formteilen aus ,Rigips Bauplatten RB’ mit V-Fräsung einlagig beplankt. Wobei vergleichsweise wenig vorgefertigt wurde, circa 80 Prozent der Formteile wurden vor Ort erstellt. Die Idee dieses Konstruktionsaufbaus haben wir ein wenig an den Flugzeugbau angelehnt. Das erkennt man besonders gut auch an den unterschiedlich großen ,Deckenblüten’ am Endpunkt der einzelnen Äste.“

Licht- und Soundtechnik elegant verborgen

Auch diese Blüten wurden mit Hilfe einer Stahlkonstruktion und darauf montierten CD-Profilen so ausgebildet, dass ausreichend große Hohlräume entstanden, um die Sound- und Lichtanlagentechnik aufzunehmen. Letztere spielt auch eine entscheidende Rolle für die Ästhetik der fertig ausgebauten Räume: Je nach Tageszeit oder passend zu einem Veranstaltungsmotto kann das Farbenspiel der LED-Lichtsysteme variiert werden, wodurch sich im gesamten Raum sehr unterschiedliche Stimmungsbilder schaffen lassen. Die Tiefe und damit das Volumen der stilisierten Äste und der Sound-/Licht-Blüten variieren zwischen 170 mm und 1.100 mm (siehe Grafik weiter oben), was die dreidimensionale Anmutung noch einmal verstärkt. Wie bei einem echten Baum verlaufen die Äste mutmaßlich willkürlich durch den Raum, sind unterschiedlich dick und hängen, mal weit, mal näher über den Köpfen der Restaurantgäste.


„Die Installation der gesamten Skulptur erfolgte in nur drei Wochen durch drei besonders erfahrene Mitglieder unseres Teams. Sobald ein Teilstück fertig war, haben zwei Mitarbeiter dieses mit Malervlies und in mehrfachen Spachtelgängen auf Q4 gebracht. Da gerade das Licht- und Farbenspiel für das Ambiente in den Räumen eine wichtige Rolle spielt, durften die Oberflächen natürlich keinerlei Unebenheiten aufweisen“, so Herbert Wanner.

Auch wenn die aufwändige Deckenkonstruktion die Blicke der Besucher auf sich zieht, sorgen für die einzigartige Atmosphäre im H’ugo’s doch noch zahlreiche weitere Details wie etwa das 3.500 Liter fassende Aquarium, das große Teile der Küche quasi transparent vom Gastraum trennt. Hier wurde viel Stahl zur Lastabtragung eingebracht.

„Gestaltete Funktion“ überzeugt auch bei der International Trophy

Die qualitativ hochwertige Ausführung solcher Details und natürlich die gekonnte Umsetzung der architektonisch außergewöhnlichen Deckenskulptur zeugt - so die Meinung der Juroren der Rigips Trophy - von der langjährigen Erfahrung der Mitarbeiter der Heinrich Schmid GmbH & Co KG. Darüber hinaus zeige dieses Projekt auf besonders anschauliche Weise, wie der moderne Trockenbau die Integration notwendiger Technik quasi als „gestaltete Funktion“ unterstützen kann. Eine Jurybegründung und ein Lob, das auch auf internationaler Ebene Widerhall fand: Herbert Wanner und sein Team gingen nicht nur in Deutschland als Sieger aus der 10. Rigips Trophy hervor, sondern wurden kurze Zeit später auch zu den Gewinnern im Rahmen der 10. Saint-Gobain Gypsum International Trophy gekürt. Auf der feierlichen Galaveranstaltung in Prag wurde das Team mit der Siegtrophäe in der Wettbewerbskategorie „Einkaufsstätten/Gewerbebau“ ausgezeichnet und damit zu „Weltmeistern des Trockenbaus“ gekrönt.

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