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Dena empfiehlt branchenspezifische Lösungen für mehr Energieeffizienz bei Nichtwohngebäuden

(4.11.2018) Nichtwohngebäude werden hinsichtlich ihrer Energieeffizienz bisher zu wenig differenziert betrachtet. Die Unterschiedlichkeit der Branchen müsse sich stärker in Politik, Information, Beratung und Förderung niederschlagen - das empfiehlt die Deutsche Energie-Agentur (dena) auf Basis von vier Analysen zu Handels-, Büro-, und Hotelimmobilien sowie kommunalen Gebäuden. Immerhin sind Nichtwohngebäude insgesamt für ein Drittel des Gebäudeenergieverbrauchs in Deutschland verantwortlich.

Laut Andreas Kuhlmann, Vorsitzender der dena-Geschäftsführung, zeigen die Analysen deutlich, dass es das typische Nichtwohngebäude gar nicht gibt: „So verschieden die Ausgangssituationen und Hemmnisse der untersuchten Branchen sind, so unterschiedlich agieren sie in Sachen Nachhaltigkeit und Klimaschutz. Beim Handel passiert schon recht viel, auch Hotels und Kommunen sehen immer mehr die Notwendigkeit, in Energieeffizienz zu investieren. Bei Büroimmobilien hingegen ist noch sehr viel Luft nach oben.“

Aktuell werde insbesondere in technische Maßnahmen wie beispielsweise in Beleuchtung oder Klimatisierung investiert; auch weil sich diese Investitionen schnell rechnen. Weitere Ansätze zur Reduzierung des Energiebedarfs von Nichtwohngebäuden würden aber nur vereinzelt stattfinden. Vor dem Hintergrund des Ziels eines klimaneutralen Gebäudebestands bestehe hier noch deutlicher Nachholbedarf.

Unterschiedliche Voraussetzungen - unterschiedliche Bedürfnisse - ähnliche Probleme

Im Einzelhandel herrscht hoher Konkurrenzdruck. Die Mehrheit der Händler hat ihre Räume nur gemietet. Außerdem besteht der weitaus größere Teil aus kleinen und mittelständischen Unternehmen (KMU). Hemmnisse für Energieeffizienz seien laut dena vor allem die mangelnden Ressourcen bei den KMU-Händlern sowie das Nutzer-Investor-Dilemma. Denn häufig müsse der Eigentümer in Effizienz investieren, wovon vor allem der Nutzer profitiert.

Die Hotelbranche ist geprägt von kleinen, eigentümergeführten Hotels, die eine Vielzahl existentieller Aufgaben bewältigen müssen. Fehlendes Know-how und fehlende Zeit in Kombination mit schwierigen Finanzierungsbedingungen seien die bestimmenden Rahmenbedingungen für Energieeffizienz in dieser Bran­che.

Im Bürosegment regelt die Lage den Markt: Büroimmobilien in begehrten Lagen sind knapp. Energieeffizienz ist dort weder beim Verkauf noch bei der Vermietung von größerer Bedeutung. Außerdem fehle es der Branche an Bewertungskriterien, um Energieeffizienz positiv einschätzen zu können, beklagt man bei der dena. Das Nutzer-Investor-Dilemma sei ein weiterer Grund für den geringen Stellenwert von Energieeffizienz.

Die öffentliche Hand und insbesondere die Kommunen stehen vor der Herausforderung, ihrer Vorbildrolle für Energieeffizienz und Klimaschutz gerecht zu werden. Dafür fehlten aber vor allem personelle Ressourcen, zum Teil mangelt es auch an Finanzmitteln.

Vier dena-Analysen zu Nichtwohngebäuden in Deutschland

Die dena befasst sich seit 2014 intensiv mit verschiedenen Branchen und Akteuren im Bereich der Wirtschaftsimmobilien und Liegenschaften der öffentlichen Hand. Die „dena-Insights“ bündeln Erkenntnisse aus verschiedenen Studien, Modellprojekten, Beratungsreihen, umfangreichen Befragungen und Branchendialogen, die die dena durchgeführt hat. Sie stellen die politischen und fördertechnischen Rahmenbedingen und den Status Quo der jeweiligen Branche dar. Zugleich beleuchten sie Entscheidungskriterien für die Investition in Energieeffizienz und leiten daraus Empfehlungen für Politik und Branchen zur Verbesserung der energetischen Situation ab.

In Deutschland gibt es wohl rund drei Millionen Nichtwohngebäude. Ihre Verbräuche sollen ein Drittel am Endenergieverbrauch aller Gebäude ausmachen. Demzufolge steckt in der energetischen Modernisierung dieser Gebäude großes Potenzial, um Energie und CO₂-Emissionen einzusparen. Auch wenn Nichtwohngebäude deutlich weniger im Fokus der öffentlichen und politischen Wahrnehmung stehen, sind sie unverzichtbar für das Erreichen der Klimaschutzziele.

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