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„Check-in Energieeffizienz“ -  Energetische Sanierung von Hotels und Herbergen

„Check-in Energieeffizienz“ -  Energetische Sanierung von Hotels und Herbergen
  

(19.3.2017) Hotels und Herbergen haben einen vergleichsweise hohen Beratungsbedarf bei der Einführung von Energieeffizienzmaßnahmen. Deshalb sollten die bisherigen Beratungsangebote ausgebaut, Ansätze zur Standardisierung entwickelt und neue Finanzierungsmodelle wie beispielsweise Bürgschaften in der Hotelbranche erprobt werden - dieses Fazit zieht die Deutsche Energie-Agentur (dena) in ihrem Fortschrittsbericht zum Modellvorhaben „Check-in Energieeffizienz“.

Andreas Kuhlmann, Vorsitzender der dena-Geschäftsführung, betonte anlässlich der Veröffentlichung des Berichts: „Mit unserem Projekt wollen wir die Energieeffizienz in Hotels und Herbergen steigern und damit die Energiewende in Nichtwohngebäuden voranbringen.“ Der Fortschrittsbericht zeige, dass die Teilnehmer auf einem guten Weg seien. Bei Beratung und Finanzierung bestehe aber noch Verbesserungsbedarf. Künftig werde es aber auch darum gehen, das Thema Energieeffizienz besser an Gäste und Mitarbeiter zu kommunizieren. Die Kernbotschaft lautet: „Energieeffizienz bedeutet nicht Verzicht, sondern mehr Komfort.“

Geplante Effizienzmaßnahmen und Energieeinsparung in Hotels & Herbergen.

unterschiedliche Sanierungsansätze

Die 31 teilnehmenden Hotels und Herbergen planen insgesamt Energieeinsparungen von rund 34% (Wärme und Strom). Dabei ist die Bandbreite erheblich: Sie reicht von Maßnahmen mit einer zehnprozentigen Einsparung bis hin zur Planung eines Plusenergiehotels.

Während Hotelbesitzer vor allem in Anlagentechnik wie Heizung oder Beleuchtung und in die Dämmung von Teilen des Gebäudes investieren, planen die Betreiber von Jugendherbergen häufig eine Komplettsanierung. Dies liegt an den unterschiedlichen Finanzierungsmöglichkeiten: So können die Herbergen eher für den gesamten Sanierungszeitraum schließen, da sie die finanziellen Einbußen besser auffangen können.

Mehr Qualität in der Energieberatung erforderlich

Die Zwischenbilanz des Modellvorhabens macht auch deutlich, dass insbesondere die Qualität der energetischen Beratung zu Beginn der Sanierungsmaßnahmen sehr unterschiedlich ausfiel: Einige Berater erstellten detaillierte Sanierungsfahrpläne für das gesamte Gebäude, andere wiederum gaben eher vage Angaben zu einzelnen Teilen des Gebäudes. Bei der Erstellung eines Sanierungsfahrplans - also bei der wirtschaftlichen Bewertung von Effizienzmaßnahmen - stehen die Berater vor der Herausforderung, die vielfältigen Nutzungsmöglichkeiten der Gebäude (Übernachtungs-, Tagungs- und Speisestätte) zu berücksichtigen.

Die Qualität der Beratung sollte daher weiter erhöht werden. Hierzu gilt es, Standards für die Beratung von Nichtwohngebäuden zu entwerfen, weitere Hilfestellungen für die Berater zu entwickeln und Netzwerke für den Austausch unter den Experten zu fördern. Auch eine Anpassung der Förderhöhe für die Energieberatung ist aufgrund der Komplexität der Beratung sinnvoll.

Neue Ansätze zur Finanzierung für Hotels

Für Hoteliers erweist sich die Finanzierung der Sanierungsmaßnahmen als große Herausforderung. Denn durch das EU-Beihilferecht sind die Förderhöhen gedeckelt und Direktzuschüsse nur bedingt möglich. Gerade diese Form der Förderung wäre aber für viele Hotelbetreiber von großem Interesse, da die Banken die Zuschüsse häufig als Eigenkapital anrechnen. Eine weitere Option zur verbesserten Finanzierung sind die Einführung von Bürgschaften für das Ausfallrisiko sowie Standards zur besseren Kreditbewertung für Effizienzmaßnahmen durch die Banken. Auf diese Weise könnten sie Investitionen besser beurteilen und entsprechend die Vorteile einer energetischen Sanierung bei den Kreditkonditionen berücksichtigen. Hierzu soll künftig im Modellvorhaben anhand ausgewählter Teilnehmer ein möglicher Standard getestet und auch weiterentwickelt werden. Dieser wurde im Rahmen des EU-Projekts „Investor Confidence Project (ICP)“ entworfen.

Das dena-Modellvorhaben „Check-in-Energieeffizienz“ zur Energieoptimierung in Hotels und Herbergen befasst sich seit dem Jahr 2015 mit der Frage, wie ein zukunftsfähiges wirtschaftliches, ökologisches und sozial tragbares Konzept für das Übernachtungsgewerbe aussehen kann.

Das Modellvorhaben soll in den kommenden zwei Jahren noch fortgesetzt werden. Im Mittelpunkt steht dann die Umsetzung der geplanten Effizienzmaßnahmen. Das Pilotprojekt wird durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) gefördert und durch die KfW und den Industriepartner Viessmann unterstützt. Als Medienpartner beteiligen sich die Fachzeitschriften „Hotel + Technik“ und „Superior Hotel“ am Projekt.

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