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VPB empfiehlt: Innen(!)türen in der Heizperiode systematisch schließen

(15.1.2020) „Bauherren verwenden viel Zeit auf die Auswahl schöner Türen. Später lässt das Interesse an den Bauelementen merklich nach“, beobachtet Dipl.-Ing. (FH) Marc Ellinger, Leiter des Regionalbüros Freiburg–Südbaden im Verband Privater Bauherren (VPB). „Dabei sind Türen mehr als reine Dekoration. Sie sind visuell, thermisch, akustisch und olfaktorisch (den Riechnerv betreffend) trennende Bauteile, die ihre Funktion allerdings nur erfüllen können, wenn sie geschlossen sind.“

Manche Türen - wie etwa Wohnungs- und WC-Türen - halten die meisten Menschen automatisch geschlossen. Andere Türen dagegen stehen fast immer offen - auch zwischen zwei unterschiedlich beheizten Räumen. Warum? „Damit die Raumluft überschlägt“, lautet eine weitverbreitete Erklärung.

Foto aus dem Beitrag „Syntesis Plano: Bei Eclisses flächenbündigen Drehflügeltüren wird auch die Zarge unsichtbar“ vom 13.11.2018

Ist das aber sinnvoll? Marc Ellinger erinnert: „Türen dienen ganz wesentlich der thermischen Trennung von Räumen. Sind sie geschlossen, halten sie die Wärme im beheizten Raum und verhindern ein Abfließen der erwärmten Raumluft in die weniger oder unbeheizten Hausbereiche. Energie- und CO₂-Sparen beginnt mit den systematisch geschlossenen Innentüren.“

Nicht zu vergessen: Schimmel vermeiden!

Abgesehen vom Spareffekt ist das Schließen der Innentüren zwischen unterschiedlich temperierten Räumen bauphysikalisch empfehlenswert, um Bauschäden zu vermeiden. Die Ursache ist einfach: Warme Luft kann mehr Feuchtigkeit binden als kalte. Außerdem zieht feuchte Warmluft immer in kältere Gefilde, wo sie sich dann auf kühlen Bauteilen niederschlägt, die Feuchtigkeit kondensiert und wird zum idealen Nährboden für Schimmel. Bleibt also die Tür zwischen einem warmen und einem kalten Raum offen, passiert genau das. Nur wenn Bereiche gleich temperiert sind, können Türen aus Gestaltungsgründen großzügig offen stehen.

Schutz vor Radon

Insbesondere Kellertüren trennen in der Regel einen beheizten vom einem unbeheizten Bereich. In der Energieplanung werden viele Keller nicht in die gedämmte Hülle des Hauses einbezogen und müssen entsprechend auch nicht geheizt werden. Umso wichtiger ist der Einbau einer Kellertür - die dann natürlich auch geschlossen werden muss.

Das gilt übrigens auch für Altbauten in Radongebieten: Durch regelmäßiges Lüften des Kellers und das konsequente Schließen der Kellertür wird dem Radon das Aufsteigen in die Wohnräume erschwert - siehe auch Radon-Magazin.

Vertraulichkeit dank Schalldämmung

Innentüren bestehen in der Regel aus Holz- oder Holzwerkstoffplatten: Je schwerer das Material, umso besser der Schallschutz. Die akustische Trennung ist vor allem zu Musik- oder Jugendzimmern empfehlenswert. Und im Homeoffice wahrt die schalldämmende Tür die Vertraulichkeit, die viele Arbeitnehmer ihren Aufraggebern zusichern müssen.

 „Die Auswahl einer Tür ist also nicht nur eine Frage des Geschmacks“, resümiert Bauherrenberater Ellinger, „sondern sie dient auch dem Schutz der Bewohner und der Bausubstanz. Bauherren sollten sich deshalb schon in der Planungsphase Gedanken über die zukünftigen Türen im Eigenheim machen.“

siehe auch für zusätzliche Informationen:

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