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Wucherndes Riesengraffiti im Kölner Dom entfernt - ohne die Bausubstanz zu schädigen

(24.2.2021) Schon seit Jahrhunderten verewigen sich Besucher im Kölner Dom mit Gekritzel, kleinen Botschaften und mehr oder weniger sinnreichen Malereien. Besonders in dem für Besucher zugänglichen Treppenturm zog sich lange, sehr lange ein unansehnliches Graffitiband entlang der Wände bis auf knapp 100 Meter Höhe:

Zudem bildeten eingetretene Kaugummis - die es immerhin schon seit 150 Jahren gibt - einen schmutzigen Fleckenteppich. Das „Riesengraffiti“, das die Bausubstanz bedrohte und die Würde des Domes verletzte, könnte allerdings mangels technischer Möglichkeiten bislang nicht beseitigt werden.

Die Dombauhütte nutzte 2020 dann aber die Gelegenheit des besucherfreien Corona-Lockdowns, um die Spezialfirma Guard KG mit der ersten Graffiti-Säuberung der Domgeschichte zu beauftragen. Der Auftrag: rückstandslose Entfernung der Kritzeleien, ohne die Bausubstanz zu schädigen.

Über zwei Monate rückten die Spezialisten aus Wiesbaden - teilweise in wasserdichten Ganzkörperanzügen - mit Heißwasser-Hochdruckreinigern dem wohl ältesten, größten sowie höchsten Graffiti Deutschlands zu Leibe. Zudem verwendeten sie dabei biologisch abbaubare Reinigungsmittel und Methoden, die eigenen Angaben zufolge über Jahrzehnte selbst entwickelt wurden und europaweit vertrieben werden.

Fotos © Guard KG 

Zur Vorbeugung hat das Unternehmen außerdem Spezialbeschichtungen für verschiedene Untergründe entwickelt, durch die sich neue Schmierereien leichter entfernen lassen sollen. Diese sind in verschiedenen Glanzgraden und auf Wunsch auch in RAL Farbtönen erhältlich. Das Unternehmen spricht von einem bis zu 10 Jahre anhaltenden Schutz.

Graffiti-Entfernung in bis zu 100 Meter Höhe

Der Dom war für die Wiesbadener Spezialisten eine neue Herausforderung, denn einerseits galt es, die empfindliche Bausubstanz des historischen Sandsteins nicht zu beschädigen. Andererseits waren die Ausmaße des Reinigungsprojektes „gigantisch“: Einerseits waren bis in 100 Meter Höhe Hochdruckleitungen zu verlegen, andererseits musste das anfallende Abwasser aufgefangen und entsorgt werden.

Weil der 1880 fertiggestellte Treppenturm bislang nie gereinigt worden war, kam Schicht um Schicht von Kritzeleien zum Vorschein. Das älteste datierbare Graffiti stammte von 1923. Wie berichtet, konnten aber nicht nur alle Kritzeleien und Kaugummireste rückstandsfrei entfernt werden, sondern auch die dunklen Ablagerungen durch Auto- und Industrieabgase.

Weitere Informationen zur Graffiti-Entfernung können per E-Mail an Graffiti-Guard angefordert werden.

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