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Zinsen für Immobilienkredite auf neuem Jahreshoch; rund 4% bis Ende 2022 erwartet

(9.10.2022) „Angetrieben von der Inflation, der gestrafften Geldpolitik und den hohen Renditen für deutsche Staatsanleihen haben die Zinsen für zehnjährige Darlehen Ende September die 3,5-Prozent-Marke bereits überschritten“, konstatierte Mirjam Mohr, Vorstand Privatkundengeschäft der Interhyp AG, am 6. Oktober. Aktuell liegen die Zinsen für Kredite mit zehnjähriger Zinsbindung bei 3,8%.


Quelle: interhyp.de/zins-charts

Auch wenn es nach dem starken Anstieg zu temporären Schwankungen und Konditionsrückgängen kommen könne - eine Trendumkehr ist laut Interhyp aktuell wohl eher unwahrscheinlich. Denn trotz der Konjunktureintrübung werden die Notenbanken ein hohes Tempo bei den Zinsanhebungen im Herbst und Winter wohl beibehalten wollen. „Auch wenn die erwarteten Leitzinserhöhungen zum Teil bereits eingepreist sind, müssen Immobilienkäufer weiter mit leicht höheren Bauzinsen rechnen“, erklärte Frau Mohr. Schwankungen nach unten seien gleichwohl möglich. Zudem würden Konditionsanpassungen von den Banken oft unterschiedlich schnell eingepreist, daher lohne der Angebotsvergleich im volatilen Umfeld besonders.

Auch die Expertinnen und Experten im Interhyp-Bauzins-Trendbarometer sehen auf Halbjahres- bis Jahressicht eher steigende Zinsen. Bis Jahresende geht die Mehrheit von Bauzinsen um rund 4 Prozent aus.

Zehnjährige Immobiliendarlehen kosten heute mehr als dreimal so viel wie vor exakt einem Jahr, als im Schnitt ein Prozent fällig waren. „Das ist ein großer Zinsanstieg innerhalb einer relativ kurzen Zeit“, stellte Frau Mohr fest. Um das derzeitige Zinsniveau einzuordnen, empfehle sich aber auch der Blick in die Vergangenheit: „Vor gut zehn Jahren waren ebenfalls Zinsen für zehnjährige Immobilienkredite zwischen drei und vier Prozent üblich, vor 15 Jahren rund fünf Prozent.“ Allerdings waren auch die Immobilienpreise und damit die erforderlichen Darlehenssummen noch wesentlich niedriger.

Die auf den Inflationsrückgang ausgerichtete Geldpolitik der wichtigsten Zentralbanken bestimmt im Herbst anhaltend die Entwicklung beim Baugeld. Nachdem die Europäische Zentralbank (EZB) den Leitzins in diesem Jahr in zwei Schritten von null auf 1,25 Prozent angehoben hat, könnte Ende Oktober die nächste deutliche Zinsanhebung folgen. Auch die amerikanische Notenbank Fed will trotz der negativen Auswirkungen auf die Konjunktur die Geldpolitik weiter straffen und den Leitzins anheben. Mirjam Mohr: „Angesichts der teilweise zweistelligen Inflationsraten müssen die Notenbanker ihren Spielraum weiter ausschöpfen. Da die Konjunktur jedoch belastet wird, sind dem Zinsniveau Grenzen gesetzt. Das sollte die Bauzinsen trotz des bestehenden Aufwärtspotenzials im Zaum halten.“

siehe auch für zusätzliche Informationen:

  • Interhyp AG
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