Energy-Charts: Öffentliche Nettostromerzeugung 2025
(2.1.2026) Laut Angaben des Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme (ISE) haben 2025 erneuerbare Energien erneut 55,9 % des deutschen Strommixes gestellt. Dabei blieb Windkraft die wichtigste Quelle, Photovoltaik überholte erstmals die Braunkohle. Das geht aus einer Auswertung hervor, die das Fraunhofer ISE am 2. Januar 2026 vorgelegt hat. Quelle der Daten ist die Plattform energy-charts.info
Windkraft Onshore und Offshore
Stärkster Nettostromerzeuger war die Windkraft, obwohl die Produktion aufgrund schlechterer Windverhältnisse mit 132 TWh um 3,2 % niedriger war als 2024. Der Anteil von Wind Onshore betrug etwa 106 TWh, Wind offshore erzeugte etwa 26,1 TWh. Onshore wurden 4,5 GW neuer Leistung zugebaut, Offshore nur 0,29 GW. Damit bleibe der Windkraftausbau unter den Ausbauzielen zurück: Ende 2025 war eine installierte Leistung von 76,5 GW vorgesehen, tatsächlich installiert sind nur 68,1 GW.
Photovoltaik
Photovoltaikanlagen haben 2025 ca. 87 TWh Strom erzeugt. Davon wurden ca. 71 TWh in das öffentliche Netz eingespeist und 16,9 TWh selbst verbraucht. Die gesamte Produktion hat sich gegenüber dem Vorjahr um ca. 15 TWh bzw. 21 % erhöht - das ist Platz zwei bei der öffentlichen Nettostromerzeugung. Die installierte Solarleistung lag Ende 2025 bei 116,8 GWDC, über das Jahr wurden ca. 16,2 GWDC Leistung netto zugebaut (entspricht 14,3 GWAC). Um die deutschen Klimaziele zu erreichen, muss dieser Ausbau 2026 auf 22 Gigawatt gesteigert werden.
2025 lag die Stromerzeugung aus PV in den EU-Ländern mit 275 TWh erstmals über der Summe aus Braun- und Steinkohle (243 TWh).
Biomasse und Wasserkraft
Aus Biomasse wurden in Deutschland ca. 41,1 TWh Strom produziert. 36 TWh wurden ins Netz eingespeist und 5,1 TWh selbst verbraucht. Die Wasserkraft produzierte aufgrund niedriger Niederschläge nur ca. 17,8 TWh im Vergleich zu 2024 mit 22,3 TWh. Mit 655 l/m² lag die Niederschlagsmenge in Deutschland 27 % niedriger als 2024 mit 902 l/m² und 17 % unter dem Mittel der Referenzperiode 1961 bis 1990 mit 789 l/m².
In Summe produzierten die erneuerbaren Energiequellen Solar, Wind, Wasser, Biomasse und Geothermie im Jahr 2025 ca. 278 TWh, wovon 256 TWh in das öffentliche Stromnetz eingespeist und 22 TWh selbst verbraucht wurden. Die Erzeugung aus erneuerbaren Energien stieg gegenüber dem Vorjahr um 6 TWh.
Anstieg bei Batteriespeichern
Hohe untertägige Strompreisschwankungen machen den Betrieb von Batteriespeichern attraktiv, während stark gesunkene Kosten infolge der Skalierung im Mobilitätssektor Investitionen begünstigen. Entsprechend wächst das Interesse an Netzanschlüssen für Großbatteriespeicher. Die Kapazität der Großbatteriespeicher stieg im Jahresverlauf von 2,3 auf 3,7 GWh, das ist ein Plus von 60 %. Insgesamt sind derzeit knapp 25 GWh Batteriespeicher-Kapazität installiert, der Großteil mit knapp 20 GWh als Heimspeicher. Die Modellierungen des Fraunhofer ISE zeigen je nach Szenario bis 2030 einen Speicherbedarf von 100 bis 170 GWh auf.
Leonhard Gandhi, Projektleiter Energy-Charts am Fraunhofer ISE: „Mit dem Hochlauf von Großbatteriespeichern verändert sich die Funktionsweise des deutschen Stromsystems grundlegend. Während Effekte auf die kurzfristige Flexibilitätsbereitstellung bereits sichtbar sind, lassen sich systemische Auswirkungen z.B. auf Reservekraftwerke bislang nur abschätzen. Diese Entwicklungen erfordern, Batteriespeicher explizit in der Ausbauplanung, in der Systemplanung sowie im Strommarktdesign zu berücksichtigen.”
Fossile Quellen: Kohle- und Gasverstromung
Die Netto-Stromerzeugung aus Braunkohlekraftwerken ging um 3,9 TWh auf 67,2 TWh zurück. Die Bruttostromerzeugung fiel auf das Niveau von 1961. Die Nettoproduktion aus Steinkohlekraftwerken für den öffentlichen Stromverbrauch stieg leicht auf 26,7 TWh. Zum Vergleich waren es 2024 rund 24,3 TWh. Die Bruttostromerzeugung aus Steinkohle lag auf dem Niveau von 1952.
Erdgaskraftwerke haben 52,4 TWh netto für die öffentliche Stromversorgung und 26,1 TWh für den industriellen Eigenverbrauch produziert. Die Produktion lag damit 3,7 TWh über dem Niveau von 2024.
Die Kohlendioxidemissionen über alle Quellen der deutschen Stromerzeugung lagen nach ersten Hochrechnungen bei 160 Mio. Tonnen auf dem Niveau von 2024 und 58 % niedriger als zu Beginn der Datenerhebung 1990.
Die Emissionen der Kohleverstromung sind gegenüber dem Vorjahr um 4 % gestiegen und gegenüber 1990 um 69 % gesunken.
Import und Börsenstrompreise
Im Jahr 2025 hatte Deutschland beim Stromhandel einen Import von 76,2 TWh gegenüber einem Export von 54,3 TWh, wodurch sich im Saldo ein Importüberschuss von ca. 21,9 TWh ergab. Das ist ein Rückgang von 6,4 TWh gegenüber 2024. Gründe für die zurückgegangenen Importe waren insbesondere die niedrigen Gaspreise und die höheren Börsenstrompreise in Deutschland und den Nachbarländern, die zu mehr Eigenerzeugung aus Erdgas führten. Der Großteil der Importe kam aus Dänemark mit 12,4 TWh, Frankreich (11,2 TWh), den Niederlanden (8,4 TWh) und Norwegen (7 TWh).
Deutschland exportierte Strom im Saldo 12,2 TWh nach Österreich, 4,2 TWh nach Tschechien, 3,5 TWh nach Luxemburg und 3,4 TWh nach Polen.
Die Last im öffentlichen Stromnetz lag mit 466 TWh auf dem Niveau von 2024. Sie beinhaltet den Stromverbrauch aus dem Netz und die Netzverluste, aber nicht den Pumpstromverbrauch, den Eigenverbrauch der konventionellen Kraftwerke und der Solaranlagen. Die gesamte Last inklusive des selbst verbrauchten Solarstroms (16,9 TWh) und der Eigenerzeugung der Industrie aus Erdgaskraftwerken (26,1 TWh) lag bei 495 TWh und damit auf dem Niveau von 2024.
Der durchschnittliche volumengewichtete Day-Ahead Börsenstrompreis lag mit 86,55 Euro/MWh bzw. 8,65 ct/kWh etwa 10,9 % höher als 2024 (78,01 Euro/MWh). Der durchschnittliche volumengewichtete Intraday Stundenpreis betrug 89,38 Euro/MWh bzw. 8,94 ct/kWh gegenüber 82,25 Euro/MWh im Jahr 2024.
siehe auch für zusätzliche Informationen:
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siehe zudem:
- Photovoltaik und Erneuerbare Energien sowie nachhaltiges Bauen im Architektur-Magazin bei BAULINKS.de
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