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Schall- und Brandschutz im Denkmal mit Steinwolle-Granulat

(13.1.2026) Im Zuge der denkmalgerechten Generalsanierung des Kino International in Berlin wurde die historische Akustikdecke über dem Vorführsaal neu gedämmt. Zum Einsatz kam ein nichtbrennbares Steinwolle-Granulat, das fugenlos eingeblasen und fixiert wurde.

Beim Neubau der Ralf Bohle GmbH in Reichshof-Wehnrath sichert das Foamglas Kompaktdach die Nutzung und Begrünung des Flachdachs. (Bild: ML Preiss, Deutsche Stiftung Denkmalschutz, Bonn) 

Umfassende Sanierung

Anlass sind unter anderem eine Schadstoffbeseitigung sowie die Anpassung an heutige Anforderungen des vorbeugenden Brandschutzes. Im Rahmen der Arbeiten wurde die alte Karmelitdämmung aus DDR-Zeiten auf den abgehängten Decken entfernt und durch eine neue, nichtbrennbare Dämmung ersetzt.

Das 1963 eröffnete Gebäude gilt als spätes Zeugnis der modernistischen Architektur und steht seit Beginn des 21. Jahrhunderts unter Denkmalschutz. Charakteristisch für den großen Vorführsaal ist die wellenförmig ausgebildete Akustikdecke, die in Rabitztechnik ausgeführt wurde und die Blickführung zur Leinwand unterstützt. Diese Konstruktion sollte in ihrer Form vollständig erhalten bleiben.

Der große Vorführsaal des Kino International bleibt in seiner ursprünglichen Gestaltung der frühen 1960er-Jahre erhalten. (Bild: ML Preiss, Deutsche Stiftung Denkmalschutz, Bonn) 

Dämmung über historischer Rabitzdecke

Die Rabitzdecke hängt an einer gut erhaltenen Stahlkonstruktion, in die bereits ein Laufweg aus Gitterrosten integriert ist. Für die Dämmarbeiten wurden zusätzliche Holzbohlen verlegt, um einen sicheren Zugang zu allen Bereichen der Decke zu gewährleisten. Über Schläuche konnte anschließend ein flockenförmiges Granulat aus Steinwolle auf die gesamte Fläche aufgeblasen und gleichmäßig verteilt werden.

Zum Einsatz kam das Granulat „Fillrock RG” von Rockwool. Ziel war es, eine geschlossene, fugenlose Dämmlage mit einer Dicke von 160 mm herzustellen. Nach dem Einblasen wurde das Material mit Kaliwasserglas benetzt, um die Dämmung zu fixieren und dauerhaft in ihrer Lage zu sichern.

Blick in den Dachraum über dem Vorführsaal: Für einen sicheren Zugang zu allen Deckenbereichen während der Dämmarbeiten, wurde die vorhandene Gitterrost-Brücke durch begehbare Holzstege ergänzt. (Bild: Deutsche Rockwool GmbH & Co. KG) 

Brandschutz und Akustik

Die Wahl des Dämmstoffs erfolgte vor allem aus brandschutztechnischen Gründen. Das Steinwolle-Granulat besitzt einen Schmelzpunkt von über 1.000 °C und ist nicht brennbar. Gleichzeitig trägt die Masse der Dämmung zur Verbesserung der Raumakustik im Vorführsaal bei.

Das Granulat weist eine Wärmeleitstufe (WLS) von 038 auf und erreicht bei einer Schüttdichte von 45 bis 55 kg/m² ein Setzmaß von maximal 10%. Im Fall eines späteren Rückbaus kann das Material recycelt und ohne Qualitätsverlust erneut zu Steinwolle-Produkten verarbeitet werden.

Kontrolle der Dämmdicke: Mit einem Stabmaß wird geprüft, ob die geplanten 160 Millimeter erreicht sind. (Bild: Deutsche Rockwool GmbH & Co. KG) 

Ausführung in mehreren Bauabschnitten

Die Einblasdämmung wurde in drei Bauabschnitten ausgeführt: über dem großen Vorführsaal, über der Bühne hinter der Leinwand sowie über der Panorama-Bar im auskragenden Obergeschoss. Um den Feuchteeintrag in die historische Gipskonstruktion gering zu halten, sollte der Wasserglaskleber nicht gemeinsam mit dem Granulat, sondern erst nach Abschluss des Einblasens aufgebracht werden.

Die Planung der Dämmarbeiten erfolgte in Abstimmung mit der technischen Beratung und dem Produktmanagement des Dämmstoffherstellers. Im Frühjahr 2026 soll das Kino International nach Abschluss der Sanierung wiedereröffnet werden.

Bautafel

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