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Leitfaden zu reaktiven Brandschutzsystemen im Stahlbau erschienen

(26.2.2026) Reaktive Brandschutzsysteme gelten seit Jahrzehnten als etablierte Lösung, um tragende Stahlbauteile im Brandfall zu schützen und geforderte Feuerwiderstandsdauern einzuhalten. In der Praxis bestehen jedoch weiterhin Unsicherheiten bei Planung, Ausschreibung und Ausführung.

Der Leitfaden „Anwendung reaktiver Brandschutzsysteme im Stahlbau”. (Bild: bauforumstahl.) 

Der Arbeitsausschuss Brandschutz des Deutscher Stahlbau-Verband (DSTV) hat daher Ende 2024 eine Ad-hoc-Gruppe eingesetzt, um den aktuellen Stand der Technik strukturiert zusammenzuführen und praxisgerecht aufzubereiten. Ergebnis ist der Leitfaden „Anwendung reaktiver Brandschutzsysteme im Stahlbau – Leitfaden des Arbeitsausschusses Brandschutz”, der im Januar 2026 in erster Auflage veröffentlicht wurde. Der Leitfaden steht kostenfrei auf der Website von bauforumstahl e.V. oder hier zum PDF-Direktdownload bereit.

Wirkprinzip reaktiver Brandschutzsysteme

Reaktive Brandschutzsysteme, auch intumeszierende Beschichtungen genannt, erhöhen den Feuerwiderstand von Stahlkonstruktionen. Bei hohen Temperaturen reagieren sie chemisch und bilden eine aufschäumende, wärmedämmende Schutzschicht. Diese umhüllt das Bauteil und verzögert dessen Erwärmung.

Durch die Intumeszenz wird der temperaturbedingte Tragfähigkeitsverlust des Stahls hinausgezögert. So lassen sich geforderte Feuerwiderstandsdauern erreichen, ohne die architektonische Sichtbarkeit der Stahlkonstruktion wesentlich zu beeinträchtigen. Die erreichbare Dauer hängt insbesondere von der Bauteilgeometrie und Massigkeit, der Brandbeanspruchung sowie der applizierten Trockenschichtdicke des Systems ab.

Inhalte des Leitfadens

Der 19-seitige Leitfaden behandelt unter anderem Zulassungsfragen und Aspekte der Dauerhaftigkeit. Darüber hinaus erläutert er die Anwendung reaktiver Brandschutzsysteme bei typischen Stahlbauteilen wie Trägern, Stützen, Zuggliedern und Fachwerken. Auch Sonderdetails und Anschlüsse werden berücksichtigt.

Alle Aussagen sind referenziert und durch ein Literaturverzeichnis belegt. Ergänzend enthält die Broschüre ein Heißbemessungsbeispiel sowie Hinweise zur Qualitätssicherung. Damit steht Planenden, Ausführenden und Prüfenden im Stahlbau eine kompakte, praxisorientierte Orientierungshilfe zur Verfügung.

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