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Flächentemperiersysteme in Innenputzen

(10.12.2008) Bei der energetischen Aus- und Umrüstung von Gebäuden werden zunehmend Flächentemperiersysteme an Wänden und Decken eingesetzt. In Verbindung mit modernen Wärmeerzeugungstechniken bieten sie klare Vorteile: Niedrige Vorlauftemperaturen reduzieren den Energieverbrauch und die großflächige Abgabe von Strahlungswärme erhöht die Behaglichkeit im Raum. Moderne Innenputze verstehen sich dabei als ideale Systembestandteile für diese Flächenheizsysteme.


Der Trend geht zu Flächenheizsystemen. Moderne Fußbodenheizungen sorgen in vielen Gebäuden bereits für eine energieeffiziente und behagliche Raumtemperierung. Im Zuge steigender Energiepreise und immer schärferer Vorgaben durch die Energieeinspar-Verordnung, nehmen Dämmmaßnahmen im Neubau und in der Modernisierung stetig zu. Besser gedämmte Gebäude erfordern einen immer geringeren Heizbedarf. Nicht selten sind hier Fußbodenheizungen aufgrund ihrer Flächenleistung bereits überdimensioniert. In diesen Fällen haben sich Wandflächenheizungen bewährt.

Wandflächenheizungen sind Systeme, die vor alle in Verbindung mit modernen Wärmeerzeugungstechniken enorme Vorteile bieten. Wandheizungen sind Niedrigtemperaturheizungen und somit besonders energieeffizient. Große Flächen des Raumes können zur Beheizung genutzt werden. Die Heizmitteltemperatur liegt dabei nur geringfügig über der Raumtemperatur. Der größte Teil der Wärme wird als Strahlungswärme abgegeben, was die empfundene Behaglichkeit proportional zu den beheizten raumumfassenden Flächen erhöht. Auch aus gestalterischer Sicht bieten diese Heizsysteme einen entscheidenden Vorteil, da das Raumbild frei von störenden Heizkörpern bleibt.

Verputzen von Wandflächenheizungen mit Gipsputzen

Ob nun als Wandflächenheizung in Wohnräumen, als Deckenkühlsystem in Büros oder als Bauteiltemperiersystem in Museen, meist werden diese Systeme in die Putzschicht integriert. Gut eignen sich u.a. Gipsputze, wie z.B. Knauf MP 75 G/F. Sie verfügen über die passende Verarbeitungskonsistenz und Wärmeleitfähigkeit sowie schwindfreies Abbinden. Die plastische Mörtelkonsistenz und das Spritzbild bei maschineller Verarbeitung sorgen für eine vollständige, blasenfreie Einbettung des Temperiersystems. Das schwindfreie Abbinden ermöglicht das problemlose einlagige Einputzen von Systemen auch mit großen Rohrdurchmessern. Putzstärken von 40-50 mm sollten so rationell und sicher realisierbar sein.

Beim Verputzen von Wandheizsystemen mit Gipsputzen sind einige Verarbeitungsrichtlinien zu beachten. Der Untergrund ist nach VOB Teil C, DIN 18350, Abs. 3.1 bzw. nach VOB Teil B, DIN 1961 §4 Ziffer 3 bzw. nach Merkblatt "Gipsputze und gipshaltige Putze auf Beton" und Merkblatt "Haftbrücken für Gipsputze und gipshaltige Putze" zu prüfen. Die Heizregister werden am Untergrund befestigt und anschließend vollflächig verputzt. Dabei werden die Röhren frei von Hohlräumen vollständig eingeschlossen. Knauf Maschinengipsputze werden einlagig zweischichtig (frisch in frisch) ca. 5 mm über Rohroberkante gleichmäßig aufgebracht und abgezogen. Abschließend werden nochmals ca. 5 mm aufgetragen, abgezogen und als Filz- oder Glättputz fertig gestellt.

  • Bei Vorlauftemperaturen über 45°C wird eine vollflächige Gewebeeinbettung notwendig.
  • Bei Temperaturen ab 60°C, etwa bei Bauteiltemperiersystemen, wird oberhalb der Rohrleitung ein geeigneter Putzträger mit mind. 20 cm Überlappung in nicht beheizte Flächen angebracht.

Die Trennung zu angrenzenden Bauteilen erfolgt durch Knauf Trenn-Fix. Bei der Verarbeitung sind die Richtlinie des Bundesverbandes Flächenheizung e.V. und die Vorschriften des Heizungsherstellers zu beachten.

Verputzen von Wandflächenheizungen mit Kalk- / Kalkzementputzen

In bestimmten Fällen, etwa bei der Sanierung oder im Denkmalschutzbereich kommen zum Verputzen auch Kalk- oder Kalkzementputze, z.B. Knauf Rotkalk, zum Einsatz. Auch mit Kalkputzen lassen sich die Vorteile von Wandflächenheizsystemen nutzen.


Es sind lediglich einige Besonderheiten in der Ausführung zu beachten. Grundsätzlich wird der Unterputz bei Kalk- oder Kalkzementputzen in zwei Lagen ausgeführt. In der ersten Schicht ist das Heizsystem mit einer ca. 20 mm dicken Putzschicht einzubetten und mit 5 mm Rohrüberdeckung zu verputzen. Nach entsprechender Standzeit und Aufheizphasen wird die zweite Putzschicht mit Armierung ca. 5-10 mm dick ausgeführt. Zuletzt wird nach einer weiteren Aufheizphase der Oberputz aufgebracht.

Deckentemperiersysteme mit Kapillarrohrmatten

Für Bauteiltemperierungen an der Decke werden sehr häufig Kapillarrohrmatten eingesetzt. Diese werden entweder direkt auf der Rohbetondecke oder auf abgehängten Gipskartonplatten befestigt.

Bei Rohbetondecken werden nach entsprechender Vorbehandlung der Decke mit Knauf Betokontakt die Kapillarrohrmatten befestigt und anschließend in einer Stärke von 10 - 12 mm einlagig mit Maschinenputz mit schlanker Konsistenz verputzt. Sind Putzdicken > 15 mm erforderlich oder wird das Kühlsystem auf einen bestehenden Altputz aufgebracht, muss ein vollflächiger Putzträger montiert werden, an dem die Kapilarrohrmatte befestigt wird. Anschließend wird (z.B. mit Knauf MP 75 G/F) mit einer Putzüberdeckung des Gitters von mind. 10 mm verputzt. In beiden Fällen erfolgt die Trennung der Putzflächen zu benachbarten Bauteilen wird mit Knauf Trenn-Fix, bevor die Putzoberfläche in gewünschter Qualität und Oberflächenstruktur fertig gestellt wird.

Die Ausführung von Deckentemperiersystemen auf abgehängten Gipskartonplatten erfordert eine drucksteife Unterkonstruktion, die für die zusätzliche Belastung mit Nassputz ausgelegt sein muss (siehe Detailblatt D 11). Rohre und Zuleitungen werden in den Deckenzwischenraum verlegt. Die Mattenstämme werden im Deckenhohlraum an den Profilen der Unterkonstruktion befestigt. Nach Beplankung mit 12,5 mm Knauf Platten wird die Deckenfläche mittels Schattenfuge oder Knauf Trenn-Fix von den benachbarten Bauteilen getrennt. Beim Verspachteln der Plattenfugen mit Knauf Uniflott sind zusätzlich Fugendeckstreifen einzubringen. Mittels ca. 20 mm breiter Schlitze werden die Kapillarmatten aus dem Deckenhohlraum zur Unterseite der Gipsplattendecke durchgeführt und befestigt. Die Durchführungsschlitze werden mit Knauf Uniflott ausgedrückt und in die frische Spachtelmasse Putzgewebe eingelegt. Nach Aushärtung und Abtrocknung der Spachtelmasse wird die Decke einschließlich Kapillarrohrmatten mit einem Gipsputz verputzt und die Oberfläche nach geforderter Qualitätsstufe und gewünschter Struktur fertig gestellt.

Das Verputzen von Bauteiltemperiersystemen an Wand und Decke ist heute, auch dank leistungsfähiger Putzsysteme, problemlos auszuführen. Entscheidend dabei ist auch die richtige Abstimmung zwischen den Gewerken. Für das Fachhandwerk bieten solche Aufgaben die Chance, über das übliche Verputzen von Wänden Zusatzaufträge mit Mehrwert zu generieren.

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