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Tor- und Verladetechnik energiesparend planen

  • Sectional- und Schnelllauftore zur Wärmedämmung und Minimierung von Zugluftverlusten

(10.2.2010) Bei der Planung von Produktions- und Logistikhallen ist heute auf möglichst gute Wärmedämmung zu achten, um den Primärenergiebedarf zu senken. Die Betreiber von gewerblich genutzten Hallen fürchten in Zukunft unabsehbare Folgekosten zur Beheizung ihrer Hallen. Die größte Rolle spielt dabei die effektive Dämmung der Wände. Einen nicht unerheblichen Beitrag zum Energiesparen leisten allerdings auch die Tore an den Durchfahrten und Hallenöffnungen. Es gilt, an den Hallenöffnungen ...

  • zum einen den Wärmedurchgang durch das Tor und
  • zum anderen das Ausströmen erwärmter Luft nach außen zu minimieren.

Zugleich müssen Hallenöffnungen - in produzierenden oder transportierenden Unternehmen sind dies Hallendurchfahrten und Verladestellen - einen ungehinderten Materialfluss gewährleisten. Erstere sind in der Produktions- und Intralogistik entscheidende Schnittstellen, sowohl zwischen verschiedenen Hallenbereichen als auch zwischen Innen- und Außenbereichen. Verladestellen hingegen bilden die Schnittstellen zwischen internem Warenfluss und externer Logistik. Um funktionelle, betriebliche und energetische Anforderungen zu vereinen, bietet sich eine Reihe von Torlösungen als Hallenabschluss an.

Wärmegedämmte Tore für reduzierten Wärmedurchgang

Moderne Industrietore verfügen heute mit einem Kern aus Polyurethan-Schaum über einen guten Wärmedämmwert. Ein eingebautes SPU 40 von Hörmann zum Beispiel hat mit seinen 42 Millimeter starken Torlamellen einen Wärmedämmwert von U = 1,0 W/m²K. Derartige Tore mit geschlossenem Torblatt bieten sich an, wenn es primär auf Wärmedämmung ankommt. Licht und Durchblick bieten Verglasungsrahmen.

wärmegedämmtes Industrietor    
Bilder aus dem Beitrag "Tore mit Thermoschutz von Hörmann" vom 1.12.2005

Soll mehr Tageslicht in die Halle gelangen, kann man ein Tor mit Rahmenkonstruktion verwenden, das allerdings konstruktionsbedingt und durch die große Verglasungsfläche eine andere Wärmedämmleistung aufweist. Greift man auf thermisch getrennte Aluminium-Profile zurück und setzt eine Dreifachverglasung ein, reduziert sich der U-Wert - so beim TAP 40 von Hörmann - auf 2,3 W/m²K. Aufgrund ihrer Öffnungsgeschwindigkeit bieten sich Sectionaltore jedoch nicht für hoch frequentierte Durchfahrten an. Hier kommen eher Tore mit flexiblem Behang zum Einsatz.

Warmluftverluste minimieren

BildbeschreibungDurchqueren zahlreiche Fahrzeuge die Durchfahrt, geht es primär darum, das Ausströmen energieaufwändig erwärmter Luft zu minimieren. Ein Tor als Hallenabschluss darf also nur so lange aufstehen, wie zur Durchfahrt eines Flurförderfahrzeugs notwendig - der klassische Einsatzbereich von Schnelllauftoren. Sie öffnen sich mit einer Geschwindigkeit von bis zu drei Metern pro Sekunden schnell genug, um ein sich näherndes Fahrzeug ungehindert passieren zu lassen. Zugleich stehen sie nur so lange offen wie nötig und schließen umgehend, nachdem das Fahrzeug passiert ist. Das minimiert Zugluft.

Schnelllauftore lassen sich im Halleninneren zwischen Bereichen mit unterschiedlichen Temperaturen einsetzen - beispielsweise geheizten und ungeheizten Zonen - sowie als Hallenaußenabschluss. In bestimmten Lagen, zum Beispiel an Hängen, müssen sie größere Windlasten aushalten. Hier stellen flexible Außentore mit einer speziellen Federstahl-Windsicherung eine Lösung dar, da sie Windgeschwindigkeiten von bis zu 70 km/h standhalten.

Doppelt gemoppelt?

In Lagen mit noch höheren Windlasten allerdings sind die Einsatzszenarien für flexible Tore begrenzt. Außerdem können sie bauartbedingt nicht den notwendigen Schutz gegen unbefugtes Eindringen bieten. Eine Lösung hierfür: Die Kombination mit einem Roll- oder Sectionaltor. Das Tor mit flexiblen Behang läuft dabei von außen betrachtet hinter einem Sectional- oder Rolltor. Während der Arbeitszeit bleibt das "schwere" Tor geöffnet, während das Schnelllauftor, wie etwa ein V 6030 SE von Hörmann, für optimale Betriebsabläufe und Zugluftminimierung sorgt. Das Sectionaltor schließt nach Geschäftsschluss die Halle einbruchhemmend ab oder schließt, wenn längere Zeit keine Durchfahrten stattfinden, was den Wärmedurchgang minimiert. Diese Kombination sorgt für einen guten Kompromiss zwischen betrieblichen und energetischen Anforderungen. Dieser lässt sich auch mit nur einem Tor erreichen: Schnelllauftore mit einem festen Behang können mit bis zu drei Metern pro Sekunde hohe Öffnungsgeschwindigkeit, Einbruchhemmung und Wärmedämmung in nur einer Torkonstruktion vereinen. Der Behang derartiger Schnelllauftore ist aus 160 Millimeter hohen Lamellen konstruiert. Beim Öffnen werden diese in eine Spirale eingezogen, so dass sich die Lamellen nicht berühren - siehe z.B. Beitrag "Neues Hörmann Speed-Spiraltor mit thermischer Trennung" vom 13.9.2007.

Tore können die an sie gestellten Anforderungen jedoch nur mit dem richtigen Steuer- und Bedienkonzept erfüllen - die Sicherheitsanforderungen, die jeweils individuellen Warenflussprozesse sowie die damit einhergehenden Flurförderfahrzeuge und Öffnungsfrequenzen müssen bei der Detailplanung berücksichtigt werden. Die Toröffnung lässt sich via Handsender, Handtaster, Induktionsschleife, Infrarot- oder Radarsensor auslösen. Mit entsprechenden Schaltungen und Signalgebern lässt sich der Werksverkehr in vielen Details effektiv regeln..

Verladestellen: Ladebrücke und Torabdichtung richtig planen

Grundsätzlich lassen sich die Übergänge zwischen Halle und Verladestelle ähnlich betrachten wie eine Durchfahrt. Auch hier minimiert eine Kombinationslösung zweier Tore Wärmedurchgang und Zugluft: Sind keine LKW angedockt, schließt ein Sectionaltor die Halle, mit angedockten LKW vermindert ein Schnelllauftor Zugluft. Oft sind Ladebrücken in so genannten Vorsatzschleusen - vor die Halle gesetzte Gehäuse - untergebracht. Damit lässt sich eine Schleusenlösung realisieren. Dabei sind sowohl in der Hallenwand als auch an der vorderen Schleusenseite Sectional- oder Rolltore montiert. Beim Andocken eines LKW wird das vordere Tor geöffnet, das innere Tor allerdings erst, sobald der Be- und Entladevorgang beginnt. Erfordert es der logistische Prozess, dass LKW nicht sofort entladen werden, reduziert diese Lösung Wärmeverluste erheblich.

Neben dem Tor können zwei weitere Bauteile der Verladestelle zum Energiesparen beitragen:

  • Besonders die Ladebrücke selbst ist auch heute noch die thermische Achillesferse vieler Hallen. Die Stahlkonstruktion ragt unter dem Tor hindurch bis nach draußen. So wirkt die oft mehrere Quadratmeter messende Oberfläche als große Kältebrücke, die Wärme aus dem Inneren ableitet.
  • Zudem muss unterhalb der Ladebrücke Raum für die Ladebühnen bleiben, über die zahlreiche LKW verfügen. Auch hier wird Wärme nach außen geleitet.

Eine konstruktive Lösung ist, die Ladebrücke zu dämmen. Zusätzlich kann die Ladebrücke weiter ins Gebäude zurückgezogen werden. So kann das Tor vor ihr schließen. Durch diese beiden Maßnahmen hat die wärmeleitende Ladebrücke keinen direkten Kontakt mit kalter Außenluft mehr und die Gebäudehülle bleibt geschlossen.

Dichten die Ladeöffnung rundum gut ab: aufblasbare Torabdichtungen, hier die DAS-3 des Herstellers Hörmann.

Ein weiteres Bauteil vermindert Zugluft: die Torabdichtung. Sie dichtet Spalten zwischen LKW und Halle ab. Welche Bauart - hier unterscheidet man im Wesentlichen Planen- und Kissendichtungen - optimalerweise eingesetzt wird, hängt von der andockenden LKW ab.

Wie viele, wie oft und vor allem: ständig dieselben oder unterschiedliche Modelle? Wie hoch sind die LKW durchschnittlich und wie ist das Niveau des Hofes? Von diesen Variablen hängt auch die Höhe ab, welche für die Torabdichtung geplant werden muss. Und mit der Planung kann man hier nicht früh genug beginnen, weshalb bereits in der ersten Planungsphase Experten von Verladetechnik- und Torhersteller hinzugezogen werden sollten. Schließlich geht es um die Lösung einer baulichen Herausforderung in Sinne des Auftragsgebers - und nicht allein um die Montage von Toren; siehe auch Beitrag "Planungsüberlegungen rund um die Laderampe" vom 25.8.2008.

Weitere Informationen zur energiesparenden Tor- und Verladetechnik können per E-Mail an Hörmann angefordert werden.

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