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Baumängel mit professioneller Hilfe präventiv vermeiden

(16.1.2004) "Nachdem die Regierung die Eigenheimzulage um mehr als die Hälfte reduziert hat, müssen Bauherren in Zukunft bei Planung und Ausführung sparen." Darauf weist Erich Herf hin, Vorsitzender des Verbandes Privater Bauherren (VPB). "Einsparungen", so der Verbraucherschützer, "sind vor allem durch professionelle Beratung möglich." Darauf hat sich der VPB seit seiner Gründung 1976 spezialisiert, mit Erfolg, wie eine aktuelle Untersuchung des Verbandes zeigt.

Hauptproblem vieler Bauherren, vor allem derer, die nicht mit eigenem Architekten bauen, sondern mit Schlüsselfertiganbietern und Bauträgern, seien die mangelhaften Verträge und Leistungsbeschreibungen. Allein bei 66 Prozent der über 6.000 im Jahr 2002 bundesweit vom VPB betreuten Bauherren fehlten wichtige Leistungen in den Bauverträgen. Zogen die Bauherren rechtzeitig vor Vertragsabschluss sachverständige Bauherrenberater hinzu, konnten bautechnische Mängel in Höhe von durchschnittlich 16.000 Euro pro Objekt vermieden werden. Suchten die Bauherren erst während des Baus technischen Rat, lag die Schadenssumme für Nachbesserungen bei jeweils rund 28.000 Euro. "Das sind dramatische Zahlen", so VPB-Chef Herf, " die zeigen, wie dringend Bauherren Hilfe brauchen." Der Verband setzt sich deshalb schon seit längerem dafür ein, Vertragsstandards für den Ein- und Zweifamilienhausbau gesetzlich zu regeln.

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"Die Hauptmängel, die unsere Sachverständigen bundsweit am häufigsten beanstanden", erläutert Erich Herf, "liegen beim Neubau vor allem in der mangelhaften Ausführung von Außenwänden und Kellern. Allein 87 Prozent aller von unseren Sachverständigen begutachteten Keller sind mangelhaft ausgeführt und abgedichtet", kritisiert der VPB-Vorsitzende. Fast drei Viertel aller Häuser seien schlecht gedämmt und 60 Prozent aller vom VPB geprüften Außenwände bautechnisch nicht korrekt ausgeführt. "Ein großes Problem bilden die Anschlüsse", so Herf, "dort wird der Bauherr oft regelrecht über den Tisch gezogen, denn als Laie erkennt er diese Schäden nicht, wie etwa Kältebrücken oder nicht winddichte An- und Abschlüsse." Hinzu kommt, so der VPB: Schäden in diesen Bereichen lassen sich nur mit enormem technischen und damit kostspieligem Aufwand wieder beheben.

Während die Haustechnik beim Neubau mit rund einem Drittel aller Mängel zu Buche schlägt, sieht es beim Altbau noch düsterer aus: "Fast in drei Vierteln aller Altbauten ist die Haustechnik veraltet", so Erich Herf, "auch bei der Wärmedämmung hapert es mit 70 Prozent Mängeln gewaltig." Zwei Drittel aller Keller bereiten Probleme und mehr als die Hälfte aller untersuchten Dächer. Wie beim Neubau, so lohnt sich laut VPB auch beim Altbau die Einschaltung eines Sachverständigen. "Wer ein gebrauchtes Haus kauft, der sollte sich unbedingt vor Vertragsabschluss ein Gutachten ausarbeiten lassen", rät der Bausachverständige," dann weiß er, was an Modernisierungskosten noch auf ihn zukommt - zusätzlich zum reinen Kaufpreis und den nicht unerheblichen Nebenkosten.

Die Investition in den Sachverständigen lohnt sich. Wie der VPB in seiner Untersuchung ermittelt hat, können erfahrene Sachverständige in rund 50 Prozent der Fälle bereits nach drei Stunden erkennen, wo bei einem Altbau die Schwachstellen liegen, weitere 46 Prozent der Altbauerstberatungen erstrecken sich auf einen Zeitraum bis zu zehn Stunden. "Bei Honorarsätzen zwischen rund 70 und 90 Euro pro Stunde", rechnet VPB-Chef Herf vor, "kostet ein Berater keine tausend Euro, kann aber das Vielfache einsparen helfen - Geld, das vor allem für die Sanierung gebraucht wird. Professionelle Hilfe zahlt sich also aus."

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