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Mietern ist ein Balkon bis zu 31 Prozent Aufpreis wert

(14.6.2018) Kräuter ziehen, Sonnenbaden und am Wochenende grillen - der Balkon ist für viele Großstädter die eigene, grüne Oase, die das Wohnzimmer erweitert. Dabei können die paar Quadratmeter Wohnfläche unter freiem Himmel ganz schön teuer zu Buche schlagen: Bis zu rund einem Drittel zahlen Mieter für Immobilien mit Balkon oder Loggia drauf - zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Auswertung von immowelt.de in den 14 größten Städten Deutschlands. Damit nicht genug: Mieter zahlen sogar zweimal, denn der Balkon, der ja nicht rund ums Jahr genutzt werden kann, wird auch noch mit 25 bis 50% seiner Fläche zur Gesamtgröße der Wohnung dazugerechnet. Die Zusatzkosten sagen viel über den hohen Stellenwert einen Freisitz hierzulande aus - und darüber, wo viel neu gebaut wird. Denn bei Neubauten sind Balkone inzwischen Standard und die Preise in der Regel höher als bei Bestandsimmobilien.

Luxusgut Balkon in Frankfurt und Stuttgart

Besonders in Frankfurt und Stuttgart muss für einen eigenen Balkon oder eine eigene Loggia tief in die Tasche gegriffen werden. 13 Euro kostet der Quadratmeter in Frankfurt im Median, in Stuttgart sind es 11,90 Euro. Das sind jeweils 31% mehr, als Immobilien ohne Freisitz kosten - der höchste Wert in allen 14 untersuchten Städten. Aber auch in Nürnberg (+30%) und Köln (+28%) verteuert ein Balkon die Miete stark. Der Nachfrage tut das keinen Abbruch: Es wird viel neu gebaut und dieser hohe Anteil an neuen und entsprechend ausgestatteten Immobilien treibt die Mietpreise deutlich nach oben.

Berlin: Lage geht vor Ausstattung

Anders ist die Situation in Berlin: Um 9% verteuert hier ein Freisitz die Immobilie, der Mietpreis liegt dann bei 10,50 Euro/m². In der deutschen Hauptstadt bestimmt besonders stark die Lage über den Preis und weniger die Ausstattung. In begehrten Wohnlagen können Wohnungen auch ohne Balkon teuer vermietet werden. Weit abgelegene Objekte ohne gute Anbindung und unsanierte Plattenbauten können hingegen auch mit einer solchen Ausstattung wenig punkten. Am extremsten ist die Situation in München. In Deutschlands teuerster Großstadt ist der Immobilienmarkt derartig leergefegt, dass die Preise generell sehr hoch sind. Der Quadratmeter kostet hier schon bei balkonlosen Immobilien 13,60 Euro. Verfügt eine Wohnung über einen Balkon, führt das zu einer Preissteigerung von 15% auf 15,70 Euro.

Berechnungsgrundlage: Datenbasis für die Berechnung der Mietpreise in den 14 deut­schen Großstädten über 500.000 Einwohnern waren 239.800 auf immowelt.de inserierte Angebote. Dabei wurden ausschließlich die Angebote berücksichtigt, die vermehrt nachgefragt wurden. Die Preise geben den Median der 2017 angebotenen Mietwohnungen wieder. Die Mietpreise spiegeln den Median der Nettokaltmieten bei Neuvermietung wider. Der Median ist der mittlere Wert der Angebotspreise.

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