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Drei Mythen rund um das neue Kältemittel R32


  

(5.7.2018) Die F-Gase-Verordnung mischt die Kälte- und Klimatechnikbranche auf: Ab 2025(!) sind nur noch Kältemittel mit einem GWP (Global Warming Potential, Treibhauspotenzial) von maximal 750 erlaubt. Daher darf das derzeit gängige Mittel R410A mit einem GWP von 2088 dann nicht mehr in Split-Geräten mit einer Füllmenge von weniger als 3 kg eingesetzt werden. Als Alternative hat sich R32 (CH₂F₂) ins Spiel gebracht, das sich bereits als Bestandteil des R410A-Gemischs bewährt hat. Gegenüber R410 A hat R32 ...

  • einen etwa um ⅔ niedrigeren GWP,
  • eine etwa 20% höhere volumetrische Kälteleistung sowie
  • einen etwa 4,4% höheren theoretischen COP.

Daraus ergeben sich ein niedrigerer Stromverbrauch im Kühl- und Heizbetrieb sowie ein geringerer Mengenbedarf.

Zur Erinnerung: R32 (Difluormethan) ist eine gasförmige, leicht etherisch riechende, organisch-chemische Verbindung aus der Gruppe der fluorierten Kohlenwasserstoffe (FKW). Es gilt grundsätzlich als entzündlich, so dass manche Installateure und Kunden Vorbehalte dagegen haben.

LG hat vor diesem Hintergrund die drei wichtigsten Mythen um R32 als Kältemittel identifiziert und will aus praktischer Sicht mit ihnen aufräumen:

Mythos 1: R32 ist schnell entflammbar

Zugegeben - ein Horrorszenario: Es tritt eine Leckage an einem Innengerät auf und das Kältemittel fängt Feuer - etwa durch einen Funken aus einem Haushaltsgerät oder durch statische Aufladung.

Diese Sorge ist praktisch unbegründet. R32 zählt zu den schwer entflammbaren Kältemitteln der Klasse A2L in der ISO 817:2014. Damit es Feuer fangen kann, müssen ganz bestimmte Voraussetzungen erfüllt sein:

  • eine ausreichende Menge an Sauerstoff,
  • eine Sättigung von R32 in der Umgebung von mindestens 13,5 Volumenprozent und
  • ein adäquater Zündfunke.

Selbst wenn das gesamte R32 eines 3,5-kW-Split-Systems mit rund 1 kg Füllmenge in einem Raum mit 16 m² Grundfläche entweicht, wird ein Sättigungsgrad von gerade einmal 3,4 Volumenprozent erreicht. Kurzum: Die Entflammung von R32 in handelsüblichen Klimasystemen ist bei sachgemäßen Gebrauch mehr als unwahrscheinlich.

Mythos 2: In Brand geratenes R32 ist lebensgefährlich

Aber auch der unwahrscheinliche Fall kann eintreten: Wird die Klimaanlage mit R32 in sehr kleinen Räumen genutzt, kann es bei unzureichender Lüftung in Grenzfällen zur Entflammung von ausgetretenem R32 kommen. Doch die Gefahr, die davon ausgeht, ist deutlich geringer als oft vermutet. Die Ausbreitungsgeschwindigkeit von brennendem R32 ist mit 1,9 km/h eher langsam und nur etwa halb so hoch wie normale Schrittgeschwindigkeit. Weder der Anwender noch der Installateur sollten selbst im Brandfall also um ihr Leben fürchten müssen.

Mythos 3: R32 ist schwer zu handhaben

Die Erfahrungen und das Wissen rund um R32 sind im Vergleich zu herkömmlichen Kältemitteln naturbedingt noch überschaubar. Sorgen derjenigen, die künftig mit dem Kältemittel umzugehen haben, betreffen vor allem die Punkte ...

  • Verträglichkeit und
  • Handhabbarkeit.

Auch hier empfiehlt sich eine nüchterne Betrachtung: Hinsichtlich der Toxizität verhält sich R32 wie R410A und R22. Es ist mit „A“ klassifiziert und insofern ebenfalls ein Kältemittel mit niedriger Toxizität. In diesem Punkt kann also Entwarnung gegeben werden.

Und auch in puncto Handling ändert sich wenig: Wie bei allen anderen Mittel ist es auch im Umgang mit R32 unverzichtbar, dass die Anweisungen der Lieferanten und Hersteller der Kältemittelgasflaschen sowie die generellen Sicherheitsbestimmungen eingehalten werden. Beispielsweise sollten auch Kältemittelflaschen mit R32 sachgerecht in kühlen, dunklen und belüfteten Räumen gelagert werden.

Weitere Informationen zu R32-Klimageräten können per E-Mail an LG angefordert werden.

siehe auch für zusätzliche Informationen:

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