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Interhyp erwartet für 2022 steigende Kaufpreise, steigende Zinsen, neue Förderungen


  

(19.12.2021) Die niedrigen Zinsen und die Corona-Pandemie haben die Nachfrage nach Immobilien in 2021 wie schon 2020 stark angeheizt. Laut Interhyp liegt der durchschnittliche Immobilienpreis inklusive Nebenkosten über ganz Deutschland gerechnet zum Dezember 2021 mittlerweile bei rund 490.000 Euro. Das würde bedeuten, dass im Vergleich zum Vorjahr die Preise damit um rund 10% gestiegen sind. Interhyp rechnet auch fürs kommende Jahr mit einer anhaltenden Nachfrage. „Für 2022 erwarten wir weiter steigende Kaufpreise, allerdings mit leicht gebremster Dynamik. Beim Baugeld halten wir einen leichten Anstieg der Zinsen für wahrscheinlich“, sagt Jörg Utecht, Vorstandsvorsitzender der Interhyp AG.

Preisanstieg bei Häusern und Wohnungen könnte sich verlangsamen

Einen deutlichen Einbruch der Nachfrage erwartet Interhyp nicht - wohl aber ein etwas gebremstes Wachstum der Preise im Vergleich zu 2021. Jörg Utecht: „Für 2022 erwarten wir weiter steigende Preise, aber einen langsameren Anstieg. Die hohen Kaufpreise und Nebenkosten erschweren den Kauf, gleichzeitig könnten die Zinsen leicht anziehen - das macht Immobilien weniger leistbar und wird den Nachfrageboom etwas abbremsen.“ Zugleich könne aber die geplante Neubauoffensive der neuen Bundesregierung auf der Angebotsseite dazu beitragen, den Preisdruck etwas abzudämpfen. Den Nachfrageüberhang auf dem Wohnungsmarkt der Metropolen werde dies aber nicht binnen kurzer Zeit entscheidend eindämmen können.

Etwas teurere Kredite in 2022 wahrscheinlich

Im historischen Kontext betrachtet werden Zinsen auch 2022 günstig bleiben, Immobilieninteressenten würden einen Zinsanstieg dennoch zu spüren bekommen. Die anhaltend hohe Inflation setze die Notenbanken immer mehr unter Zugzwang. „Spätestens, wenn die Risiken für wirtschaftliche und gesellschaftliche Rückschläge durch die Co­ro­na-Pandemie im Jahresverlauf 2022 abnehmen, werden steigende Zinsen wahrscheinlicher“, prognostiziert Herr Utecht. Interhyp hat berechnet, was eine solche Zinswende im kommenden Jahr bedeuten würde:

Bei einem Zinsanstieg um 0,2 Prozentpunkte von heute üblichen 1% Zinsen auf 1,2% würden sich die Zinskosten für ein durchschnittliches Darlehen von rund 350.000 Euro innerhalb einer zehnjährigen Zinsbindung und bei einer anfänglichen Tilgung von 3% um rund 5.700 Euro verteuern. Ein Zinssprung um 0,5 Prozentpunkte würde die Zinskosten um rund 14.500 Euro erhöhen.

Neue Förderungen von Wohneigentum

Die neue Regierung setzt im Koalitionsvertrag auf den Neubau von Wohnungen: 400.000 Wohnungen sollen pro Jahr neu entstehen. Gleichzeitig soll der Erwerb von Wohneigentum gefördert werden: Konkret geplant sind ...

  • eigenkapitalersetzende Darlehen,
  • Tilgungszuschüsse,
  • eine flexiblere Gestaltung der Grunderwerbsteuer und
  • günstigere Baukosten.

Ab 2022 wird sich zeigen, wie sehr und ab wann Immobilieninteressenten von den geplanten Neuerungen profitieren. Jörg Utecht: „Mit den getroffenen Vereinbarungen rückt die Regierung das Thema Bauen und Wohnen in den Fokus." Hohe Kauf- und Kaufnebenkosten seien ein wichtiger Grund für die niedrige Wohneigentumsquote in Deutschland. Deshalb sei es nur konsequent, dass die neue Regierung vielfältige Maßnahmen entwickelt, um das Problem zu lösen. „Jetzt kommt es darauf an, dass diese Maßnahmen mit ausreichenden finanziellen Mitteln ausgestattet und gegenfinanziert werden“, konstatiert Herr Utecht. Beispielsweise sei es wichtig, im nächsten Schritt die Erleichterungen bei der Grunderwerbsteuer zu konkretisieren und mit spürbarem Effekt für die Käuferinnen und Käufer umzusetzen.

Mietpreisbremse: Kleinere Kapitalanleger sollten 2022 noch genauer rechnen

Wer im neuen Jahr eine Immobilie als Kapitalanlage erwerben will, sollte noch genauer hinsehen. Laut Koalitionsvertrag sollen die Mietpreisbremse verlängert und die Kappungsgrenze für Mieterhöhungen in Gebieten mit angespanntem Wohnungsmarkt verringert werden. „Die Ausgestaltungen zur Mietpreisbremse und die Senkung der Kappungsgrenze sind aus Sicht von kleinen Kapitalanlegern, die ihre private Altersvorsorge etwa mit einer Eigentumswohnung auf ein sicheres Fundament stellen wollen, ungünstig“, stellt Herr Utecht fest. „Bei noch immer steigenden Bau- und Kaufkosten machen stagnierende Mieten den Kauf einer kleinen Eigentumswohnung für private Anleger weniger attraktiv. Je geringer die möglichen Mieteinnahmen sind, desto mehr müssen Käufer den Kapitaldienst des Darlehens mit eigenen finanziellen Mitteln stützen können.“

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